Gesamtschule: Entwurf musste ergänzt werden
Schulausbau wird teurer

Gronau -

Fast 11,4 Millionen Euro sind für den Ausbau der Gesamtschule in Gronau im städtischen Haushalt veranschlagt. Doch dieses Geld wird nicht reichen. Voraussichtlich muss die Stadt weitere 2,1 Millionen Euro locker machen. Das wurde am Dienstagabend im Fachausschuss für Bauen und Planen deutlich.

Donnerstag, 01.09.2016, 07:09 Uhr

Ansichten der Gesamtschule. Die Verwaltung stellte die Pläne im Fachausschuss vor.
Ansichten der Gesamtschule. Die Verwaltung stellte die Pläne im Fachausschuss vor. Foto: Stadt Gronau

Die 11,4 Millionen waren eine Schätzung, die die Verwaltung Anfang 2016 auf Basis der Kosten für die Lindenschule ermittelt hatte. Ein Vergleichsmaßstab mit Tücken: Die Anforderungen für Grundschulen und Gesamtschulen sind wie Äpfel und Birnen – vergleichbar, aber nicht gleichzusetzen.

Jetzt, nach weiteren Monaten der Planens und Prüfens, hat sich herauskristallisiert, dass der bisherige Entwurf ergänzt werden muss. Ein Problem ergibt sich aus dem hohen Grundwasserstand auf dem Gelände, wie Andrea Winkler (Fachdienst Gebäudemanagement) erläuterte. Ursprünglich war vorgesehen, das Gebäude im Bereich der Mensa abzusenken. Darauf wurde verzichtet, weil das mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre. Doch auch die Alternative hat Folgen: Das Erdgeschoss einschließlich der Mensa wird um 50 Zentimeter angehoben.

Die Versiegelung weiterer Flächen führt dazu, dass die vorhandene Kanalisation bei heftigen Niederschlägen überlastet wäre. Daher ist der Bau einer Regenwasserrückhaltung auf dem Gelände der Schule erforderlich.

Die nach Norden liegenden Klassenräume benötigen eine mechanische Lüftung. Die Fenster müssen nämlich wegen des Straßenlärms geschlossen bleiben. Auch die naturwissenschaftlichen Fachräume, die verdunkelt werden können, brauchen eine mechanische Lüftung. Gasanschlüsse in Fachräumen, eine Anhebung der Dämmstärken zur Energieersparnis, LED-Beleuchtung, Einbruch- und Brandmeldeanlage und die Wiederherstellung der Wege zum bestehenden Schulgebäude machen sich finanziell ebenfalls bemerkbar.

Teile der Lüftungsanlage werden auf dem Dach installiert. Dadurch entstehen Mehrkosten, unter anderem weil die Treppe bis aufs nun begehbare Dach weitergeführt werden muss. Auch die Schächte und Wanddurchführungen der Lüftungstechnik gehen ins Geld. Zusätzliche Brand- und Einbruchschutzmaßnahmen schlagen ebenfalls zu Buche.

Die Kosten für die Lindenschule hatten 320 Euro pro Kubikmeter betragen. Die jetzt ermittelten Kosten für die Gesamtschule liegen bei 355 Euro pro Kubikmeter umbauten Raums. Zum Vergleich: Der aktuelle Baukostenindex für den Neubau von Schulen sieht Kosten zwischen 295 bis 440 Euro pro Kubikmeter vor – die für die Gesamtschule liegen leicht unterhalb des Mittelwerts dieses Rahmens.

Die Politiker im Ausschuss hatten etliche Fragen und Anregungen. Ob denn die Über-Eck-Verglasung der Treppenhäuser notwendig sei, wollte Martin Dust ( CDU ) wissen. „Das treibt die Kosten in die Höhe. Könnte man nicht besser einen Eckpfeiler bauen?“ Seine zweite Anregung betraf den geplanten Keller: „Ist der notwendig? Kann die Heiztechnik nicht auch in den oberen Räumen untergebracht werden?“ Winkler hatte ihre Zweifel: „Die Technik ist faktisch nicht anders unterzubringen“, sagte sie, will den Vorschlag aber prüfen lassen. Remus Grolle-Hüging (agn) warnte davor, zu hohe Erwartungen in das Einsparpotenzial zu setzen.

Ansonsten hatte Dust viel Lob für den Entwurf übrig. Stadtbaurat Frank Vetter pflichtete ihm bei: „Ein stringenter Entwurf, und trotzdem gute Architektur.“

Die Frage von Sven Gabbe (CDU), ob die Regenrückhaltung denn erforderlich sei, bejahte Vetter: „Das Abwasserwerk plant zwar Kanalbaumaßnahmen an der Ochtruper Straße . Doch wann der Kanal fertig ist, steht noch in den Sternen.“

Robert Brandt (Linke) regte an, den Platz neben den Treppenhäusern zu nutzen.

Diese und weitere Fragen will die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung beantworten. Der Rat soll dann in seiner Septembersitzung das Okay für die Planungen geben. Die Ausschreibungen folgen ab November. Baubeginn soll im März 2017 sein. Die Übergabe des neuen Gebäudes ist für Juli 2018 geplant.

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