Gal-Ratsherr holt Vorschlagsrecht zurück in die Politik
Benennung der Landschaftswarte heftig diskutiert

Gronau -

Im Juli sind im Kreis Borken neuen Landschaftswarte bestellt worden. In Gronau war dem eine heftige politische Debatte vorausgegangen. Es ging um Vorwürfe gegen die Amtsinhaber und die Verwaltung.

Donnerstag, 08.09.2016, 06:09 Uhr

Das Ehrenamt Landschaftswart wurde im Kreis Borken 1985 zum Schutz von Natur und Landschaft eingeführt. Landschaftswarte sollen Ansprechpartner und Berater für Bürger sein, die sich im Natur- und Landschaftsschutz engagieren wollen. Die Landschaftswarte sollen den Fachbereich Natur und Umwelt der Kreisverwaltung aber auch über „Umweltsünden“ informieren. Gronau wurde seinerzeit in drei Dienstbezirke unterteilt.

Mitte Juli dieses Jahres hat der Landrat die insgesamt 44 Landschaftswarte für den gesamten Kreis bestellt. Für Gronau haben Sascha Brütting , Hans-Peter Kolb und Klaus Slowak das Amt neu übernommen.

Der Bestellung der Landschaftswarte war in Gronau eine heftige politische Debatte vorangegangen, ausgelöst durch Rüdiger Bartels (Gal). Der Ratsherr hatte in der Ratssitzung am 17. Februar kritisiert, dass seit dem Jahr 2000 die Verwaltung die Vorschlagsliste für die Landschaftswarte erstellt. Die Kandidaten kämen seitdem aus den Interessengruppen Landwirte und Jäger und hätten – freundlich formuliert – Defizite bei der Amtsausübung erkennen lassen. Bartels unterstellt den Amtsinhabern sogar Kungelei mit der Verwaltung, was ihm eine Anzeige wegen „übler Nachrede“ und „Verleumdung“ einbrachte. In einer Ratssitzung Anfang März teilte die Bürgermeisterin mit, dass die Stadt Anzeige erstattet habe. Gestern bestätigte ein Sprecher der Stadt, dass die Anzeige weiterhin aufrechterhalten wird, es aber noch nichts Neues im Verfahren gibt. In der Ansicht, dass das Vorschlagsrecht für die Landschaftswarte in die Politik gehört, erhielt Bartels jedoch Zuspruch aus allen Fraktionen.

Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde – in dem Bartels Mitglied ist – hatte dann die am 18. Februar vorgesehene Benennung der vorgeschlagenen Landschaftwarte auf die nächste Sitzung (Ende April) verschoben. Außerdem hatte Rüdiger Bartels hier mit anderen Politikern eine Frist zur Nachbenennung weiterer Kandidaten durchgesetzt. So gab es schließlich sechs Kandidaten für die drei Gronauer Bezirke: die von der Stadt vorgeschlagenen Bertold Rolfes, Berthold Röttger und Hermann Wermert sowie die drei Bewerber Sascha Brütting, Hans-Peter Kolb und Klaus Slowak, die schließlich am 27. April vom Beirat der Unteren Landschaftsbehörde benannt und Mitte Juli durch den Landrat Kai Zwicker in das Amt eingesetzt wurden.

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