Kooperationsvertrag geschlossen
Betreuung aus einer Hand

Gronau -

Wie können schwer kranke Menschen auf den Tod vorbereitet werden? Um diese schwierige Phase für Patienten und Angehörige besser zu gestalten, haben die St.-Antonius-Hospital GmbH (das Krankenhaus sowie der dazugehörige Fachbereich Altenhilfe) und die Hospizbewegung St. Josef Gronau einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Samstag, 05.11.2016, 08:11 Uhr

Wollen Sterbebegleitung vereinfachen: (v.l.): Dr. Annette Koeth, Anja Doetkotte, Marita Wilken und Ralf Flege.
Wollen Sterbebegleitung vereinfachen: (v.l.): Dr. Annette Koeth, Anja Doetkotte, Marita Wilken und Ralf Flege. Foto: David Denne

„Das Ziel ist die schnellere und durchgängigere Betreuung durch ein gleichbleibendes Team“, sagt Ralf Flege , kaufmännischer Leiter des Krankenhauses, zum Hintergrund der Vereinbarung. „Wir arbeiten schon lange mit der Hospizbewegung zusammen, aber mit der Kooperation wird diese Partnerschaft noch untermauert“, macht auch Anja Doetkotte , Qualitätsmanagerin des Fachbereichs Altenhilfe, den Stellenwert der Vereinbarung deutlich. Das Problem war dabei, dass die Begleitung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus häufig ins Stocken geraten ist. „Wir sagen den Patienten, dass sie sich nach der Entlassung an die Hospizbewegung wenden sollen“, so Dr. Annette Koeth, leitende Ärztin der Palliativmedizin. Und weiter: „Der Übergang zwischen Krankenhaus und Hospizbewegung war in der Vergangenheit leider nicht immer reibungslos und schnell genug.“

Der Kooperationsvertrag soll genau an diesem Punkt jetzt Abhilfe schaffen. „Wir dürfen seit Anfang des Jahres auch im Krankenhaus begleiten“, macht Marita Wilken, Vorsitzende der Hospizbewegung St. Josef , klar. „Jetzt können wir schon im Krankenhaus begleiten und später zu Hause weitermachen“. Für die Sterbebegleiter sei das ein großer Vorteil: „Je früher das Kennenlernen von Patient und Angehörigen stattfindet, desto tragfähiger ist auch das Fundament der Begleitung“, so Wilken. „Der Kooperationsvertrag sorgt für eine multidisziplinelle Betreuung der Patienten“, wie Qualitätsmanagerin Doetkotte betont: Dabei soll auch die Organisation zwischen den Alteneinrichtungen, der Hospizbewegung und dem St.-Antonius-Hospital verbessert werden. Das St.-Agatha-Domizil, der Dorotheenhof und der Antonius-Stift sind durch den Kooperationsvertrag ebenfalls beeinflusst.

Der neue Kooperationsvertrag hat auch Auswirkungen auf die Personalsituation der Hospizbewegung. „Eine frühere Begleitung bedeutet für unsere 40 ehrenamtlichen Helfer auch mehr Arbeit. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach neuen Helfern“, sagt Wilken. Der Kooperationsvertrag besteht seit Anfang Oktober. Flege: „Ein Zusammenrücken bedeutet auch eine engere Zusammenarbeit – davon sollen Patienten und Angehörige jetzt profitieren.“

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