Reisegruppe des Schwimmvereins Gronau berichtet über Marokko-Reise
Königsstädte, Berber und Oasen

Gronau -

Mit vielen neuen Eindrücken ist eine Reisegruppe des Schwimmvereins Gronau aus Marokko zurückgekehrt. Glanzlichter dieser Reise waren Königsstädte mit prunkvollen Palästen, Moscheen und Mausoleen, pulsierende Metropolen mit quirligen Souks, Bauwerke unter UnescoWeltkulturerbe, einzigartige Landschaften im Hohen und Mittleren Atlas, die Todra- und die Dades-Schlucht sowie die Oase Merzouga.

Montag, 07.11.2016, 05:11 Uhr

Die Reisegruppe vor der Filmstadt Ait-Benhaddou.
Die Reisegruppe vor der Filmstadt Ait-Benhaddou. Foto: privat

Die Reise begann in Casablanca . In „Rick’s Cafe“, dem Lokal, in dem ein Teil des Films „Casablanca“ spielt, nahm die Gruppe ihr erstes Abendessen ein. Casablanca ist das größte Handels- und Industriezentrum Afrikas. Im Mittelpunkt der Stadt befindet sich der Platz Mohammed V. , Grenzpunkt zwischen der alten Medina und der Neustadt, mit Geschäftszentrum und Wohnvierteln. An der Strandpromenade ließ König Hassan II. der Welt die zweitgrößte Moschee nach Mekka erbauen. Es ist die einzige Moschee ganz Marokkos , die auch für Nicht-Muslime zugänglich ist. Das imposante Bauwerk fasst über 100 000 Menschen, davon 20 000 im Innenraum.

Nächste Station war Rabat: Die Hauptstadt Marokkos und Residenz des Königs übt mit ihrer hochgelegenen, malerischen Kasbah und ihren Sehenswürdigkeiten eine besondere Faszination aus. Die Gronauer besuchten den Königspalast, den unvollendeten Hassan-Turm (Wahrzeichen der Stadt), das Mausoleum der Könige Mohammed V. und Hassan II. sowie die Chellah (Totenstadt).

Nächstes Ziel war Volubilis, seit 1997 Weltkulturerbe. Das Ruinenfeld der antiken römischen Stadt liegt mitten in der Feldflur des Jbel Zerhoun, nicht weit von den beiden Königsstädten Meknes und Fes entfernt. Volubilis ist berühmt wegen der herrlichen Mosaikfußböden vieler Gebäude und der sorgsam wiederhergestellten Stadtanlage. Ein Abstecher führte die Gruppe nach Moulay Idriss – heilige Stadt und wichtigstes Wallfahrtsziel Marokkos. Dort liegt in einem Grabdenkmal der Gründer der ersten marokkanischen Dynastie und des ersten marokkanischen Staates, Moulay Idris I., begraben. Die zweite von vier Königsstädten auf der Reiseroute der Gronauer war Meknes: Gigantische Mauern umgeben die durch Sultan Moulay Ismail geprägte Königsstadt.

Die dritte Königsstadt auf der Reise war Fes, die älteste und bedeutendste der vier Königsstädte Marokkos. Drei Stadtteile      aus verschiedenen Epochen prägen das Bild von Fes, wo man sich ins Mittelalter zurückversetzt fühlt. „Wir tauchen ein in die verwirrende Vielfalt von Gassen, Souks und Moscheen in der Medina, die unter dem Schutz der Unesco steht. Das Leben der Altstadt beeindruckt – es gibt unzählige kleine Werkstätten – der Rundgang führt durch die Viertel der Schreiner, Färber, Gerber, Schneider, Ziselierer oder vorbei am stetigen Hämmern der Kupferschmiede“, heißt es im Reisebericht.

Die Garnisonsstadt Midelt wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Fremdenlegion als Militärstützpunkt gegründet. Über die kahle Paßhöhe Tizi n’ Talrhemt geht es nach Errachidia, dann am oberen Rand des tief in die Plateaufläche eingeschnittenen Tales des Oued Ziz entlang bis Erfoud.

Mit Landrovern ging es am nächsten Morgen zur kleinen Oase Merzouga. Zum Teil bis zu 100 Meter hohe Sanddünen sind zu sehen. Weiter ging die Fahrt nach Tinghir. Etwa einen Kilometer hinter Tinghir führte die Straße in die beeindruckende Todra-Schlucht. Die fast senkrechten Felswände sind bis zu 300 Meter hoch und an der engsten Stelle ist die Schlucht nicht breiter als zehn Meter.

Entlang der „Straße der 1000 Kabahs“ (der Name rührt her von den vielen aus Stampflehm erbauten Großfamilienhäusern der Berber – Kasbahs) ging es über die Passhöhe Tizi-n-Taddert zur Großoase Skoura und weiter am El-Mansour-Eddahbi-Stausee entlang nach Urzazate, dann nach Marrakesch. Ait Benhaddou, die noch sehr gut erhaltene Kasbahsiedlung, zeigte sich als beeindruckendes Wehrdorf. 1987 erklärte es die Unesco es zum Weltkulturerbe.

Vom Tizi-n-Tichka-Pass (2260 Meter) gibt es eine atemberaubende Aussicht auf die Massive und Gipfel des Hohen Atlas. Diese Strecke zählt zu den landschaftlich schönsten und eindrucksvollsten Routen durch Marokkos Bergwelt.

Marrakech, die Oasenstadt vor der großartigen Kulisse des Hohen Atlas gelegen, vermittelte afrikanische und orientalische Eindrücke. Rund 100 000 Palmen in Hainen rings um die Stadtmauer prägen das Bild. Die belebten Souks, die Lage in einer Palmenoase und die roten Lehmbauten verleihen Marrakesch den Charakter einer Wüstenstadt. Die Reisenden sahen unter anderem die Koutoubia-Moschee, ein Meisterwerk maurischer Architektur, das älteste Tor der Stadtmauer, die Souks sowie den Place Djemaa-el-Fna, wo sich zu jeder Tageszeit ein unsagbares Treiben von Händlern, Volksunterhaltern, Märchenerzählern, Gauklern, Musikanten, Kartenlegern und Schlangenbeschwörern abspielt.

Am letzten Tag der Reise teilte sich die Gruppe: Einige besuchten nochmals die Altstadt, andere die Majorelle-Gärten. Diese wurde vom Maler und Pflanzensammler Jacques Majorelle geschaffen und später vom Modedesigner Yves Saint Laurent neu angelegt. Die Asche des Designers wurde nach seinem Tod im privaten Rosengarten verstreut. Majorelles ehemaliges Atelier beherbergt heute das Islamische Kunstmuseum von Marrakesch, in dem auch Bilder und Keramiken von Majorelle sowie Saint-Laurents Sammlung nordafrikanischer Textilien zu sehen sind.

Für Mai 2017 ist eine achttägige Studienreise nach Dänemark mit Schwerpunkt Kopenhagen vorgesehen. Weitere Hinweise zu Studienreisen des Schwimmvereins im Internet.

 

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