Gründerstein-Award
Bier gewinnt

Gronau -

Abraham Maslow hätte seine Freude gehabt: Die Gewinner des Gründerstein-Award, der am Samstag erstmalig im Rock‘n‘Popmuseum verliehen wurde, überzeugten mit der Befriedigung der wichtigsten Bedürfnisse nach der in Wirtschaftsschulen oft zitierten Maslow‘schen Bedürfnispyramide: mit Bier, mit Käse und mit dem Thema Sicherheit.

Montag, 14.11.2016, 08:11 Uhr

Die Preisträger umrahmt von der Jury (v. l.): Ingo Hoff, Eward Niemeijer, Patrick Bröckers, Jaron Heskamp, Christoph Flucht, Florian Bröckermann, Frank Sibbin, Ann-Paulin Söbbeke, Dr. Lambert Scheer.
Die Preisträger umrahmt von der Jury (v. l.): Ingo Hoff, Eward Niemeijer, Patrick Bröckers, Jaron Heskamp, Christoph Flucht, Florian Bröckermann, Frank Sibbin, Ann-Paulin Söbbeke, Dr. Lambert Scheer. Foto: Christiane Nitsche

Den ersten Preis holten Florian Böckermann und Frank Sibbing von der Münsteraner Finne-Brauerei vor Christoph Flucht und Jaron Heskamp mit ihrer „Feuerwehr-Cloud“, einer Smartphone-App für Rettungseinsätze, und Ann-Paulin Söbbeke von der Hafenkäserei Münster . Den vierten Platz teilen sich Arnold Bolwerks Konzept für einen Indoor-Mountainbike-Erlebnispark und die Plattform „Nanobay“ des Gronauer Forscherteams um Silke Schäfers und Professor Gregor Luthe, was den in der Pyramide weiter oben platzierten Wünschen nach Selbstverwirklichung und Erkenntnis entspricht. Einen Sonderpreis gab es für Lena Peters „Geheimtipp Wunderschön“ aus Vreden mit Kosmetikbehandlungen für Krebspatienten.

In einer letzten Runde konnten sich die fünf Finalisten einer dreiköpfigen Jury präsentieren. Auch das mit Fachleuten aus Wirtschaft, Finanzen und Unternehmertum aus der Region besetzte Publikum stimmte per App live mit ab – in der Gunst der Zuschauer lag die Feuerwehr-Cloud vorn.

„Wir haben überlegt, wo wir selbst Geld investieren würden“, erklärte Dr. Lambert Scheer vom Coppenrath-Verlag die Entscheidung der Jury. Er war mit Edward Niemeijer von der Agentur LimeSquare als externes Mitglied in die Jury berufen worden, der auch Ingo Hoff von Industriebau Hoff und Partner angehörte.

Hoff hatte, wie berichtet, gemeinsam mit den Unternehmern Patrick Bröckers (Opwoco), Benjamin Beloch (P17), Nikolai Brinkmöller und Jan Hejbowicz (Inceniofilm), sowie Claudia Eilers und Han Hilderink (Whisky & Cigar Salon) den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Gründerstein-Award ins Leben gerufen. Ziel: Junge Unternehmen (miteinander) ins Gespräch zu bringen. 24 Bewerber aus allen Branchen mit Sitz im Dreieck Lingen-Bocholt-Münster sowie den Niederlanden hatten über knapp vier Monate hinweg an Workshops und einem Bootcamp teilgenommen, um in immer engeren Zeitfenstern ihre Idee zu präsentieren. „Die Region Münsterland, Emsland und Twente wird wirtschaftlich oft als schwach gesehen, obwohl es hier viele tolle Ideen gibt“, erklärte Beloch dazu. „Das wollen wir zeigen.“

Gesagt, getan: Fünf Minuten hatten die Finalisten auf der Bühne im Rock‘n‘ Popmuseum , bevor ihnen Licht und Ton abgedreht wurden. Besonders das Team von Nanobay tat sich schwer mit der Zeitvorgabe – zu komplex die Thematik, obschon Prof. Luthe sogar einen eigens mittels Nanotechnik produzierten „Gründerstein“ im Koffer hatte, um ihn den Initiatoren zu überreichen.

Dennoch werteten alle Beteiligten den Wettbewerb als Erfolg. „Ich denke, das wird sich etablieren“, sagte Andreas Lienesch von „Liewei Design“, die in der Vorrunde ausgeschieden waren. Für ihn habe es „augenöffnende Momente“ gegeben dabei.

„Eine lohnenswerte Initiative“ fand auch Ulrich Helmich. Der Gronauer Wirtschaftsförderer lobte vor allem die Auseinandersetzung mit dem Wettbewerb, die der Award den Teilnehmern biete. „Schade, dass es vorbei ist“, sagte Ann-Paulin Söbbeke nach der Preisverleihung. „Man hat so viel gelernt und so viel mitgenommen hier.“ Das sahen die Gewinner ähnlich: „Der Input war sehr fordernd“, sagte Florian Böckermann von Finne. „Jetzt heißt es dranbleiben.“

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