Kann die Ev. Kirchengemeinde Sauer-Orgel aus Dortmund übernehmen?
Warten auf die Denkmalbehörde

Gronau -

Welchen Weg das Orgelprojekt der Ev. Kirchengemeinde in Gronau einschlägt, hängt an einer Entscheidung der Dortmunder Denkmalbehörde. Sie muss beschließen, ob die wertvolle, historische Sauer-Orgel aus der entwidmeten evangelischen Elias-Kirche im Dortmunder Ortsteil Dorstfeld umgesetzt werden darf. Die Gronauer Kirchengemeinde würde das Instrument allzu gerne übernehmen. Mehr noch: Wenn die Genehmigung erteilt würde – wäre die Finanzierung des gesamten Orgelprojekts zum allergrößten Teil gesichert.

Mittwoch, 23.11.2016, 10:11 Uhr

Die Orgel des renommierten Instrumentenbauers Wilhelm Sauer steht seit 1904 in der inzwischen entwidmeten Elias-Kirche in Dortmund-Dorstfeld
Die Orgel des renommierten Instrumentenbauers Wilhelm Sauer steht seit 1904 in der inzwischen entwidmeten Elias-Kirche in Dortmund-Dorstfeld Foto: Stephan Schütze

Kantor Tamás Szöcs erläutert die Hintergründe: „Die Möglichkeit, die Sauer-Orgel nach Gronau umzusetzen, beschäftigt uns schon seit 2012. Sowohl die Landeskirche als auch der Bund würden dieses Projekt – wegen der Besonderheit und dem herausragenden Wert der Orgel – mit erheblichen finanziellen Mitteln von insgesamt 184 000 Euro unterstützen.“ Zusammen mit dem bisher erzielten Erlös aus den Spendenaktionen des Orgelbauvereins würden Kauf und Umsetzung finanziert werden können.

Nur: Diese Mittel sind zweckgebunden und gelten ausschließlich für die Orgel aus Dorstfeld. Die dortige, denkmalgeschützte Kirche soll im kommenden Jahr in eine Eventkirche für private und gewebliche Nutzung umgebaut werden. Die Orgel würde nicht genutzt. Sie würde unter den neuen Gegebenheiten Schaden nehmen. Gegenargument der Denkmalschützer: Die Orgel ist kein bewegliches Denkmal, sondern fester Bestandteil des Kirchengebäudes.

Neben der Gronauer Kirchengemeinde setzen sich auch Verantwortliche der Landeskirche, des Kirchenkreises Dortmund und Denkmalpfleger für die Umsetzung ein. Als letze Hürde steht die Genehmigung der Dortmunder Denkmalbehörde an. Für die Entscheidungsfindung dieser Behörde wurde vor kurzem ein neues Gutachten von einem renommierten Orgelsachverständigen erstellt: derselbe, der auch das Instrument in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg begutachtet hat.

Die Orgel in Dorstfeld wurde von dem renommierten Orgelbauer Wilhelm Sauer hergestellt und versah seit 1904 ihre Dienste, bis die Kirche entwidmet wurde.

Sollten der Kauf und die Umsetzung der Orgel an dem Genehmigungsverfahren der Denkmalbehörde scheitern und somit die Förderung des Bundes und der Landskirche wegfallen, würde ab Januar Plan B greifen: ein Orgelneubau. Es würden drei bereits ausgesuchte Orgelbauer eingeladen, ein Angebot zu erstellen. Die Entscheidung für eines der Angebote würde nach einem bereits erstellten Kriterienkatalog gefällt. Der dicke Wermutstropfen: Für einen Neubau gibt es keine Fördermittel von Bund und Landeskirche. Es müssten zu den bisher zusammengekommenen 415 000 Euro erhebliche weitere Finanzmittel eingeworben werden.

Das Gronauer Presbyterium hat sich in einer Sondersitzung zum Orgelprojekt auf diese Vorgehensweise und auf diesen Zeitrahmen verständigt. Dabei müssen die anderen Baustellen an der Ev. Stadtkirche berücksichtigt werden. Die Dach- und Wandsanierung verursacht im Kircheninneren Staubentwicklung, so dass erst nach Abschluss der äußeren Bauarbeiten die historische oder die neu gebaute Orgel auf der Empore installiert werden kann.

„Das Orgelprojekt bleibt weiterhin spannend“, konstatiert Szöcs, der ausdrücklich allen Spenderinnen und Spendern dankt.

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