Talk- und Comedy-Show „Max kommt“
Kaminski keilt aus

Gronau -

Manchmal liegen Verhaltensauffälligkeiten und Therapie ganz nahe beieinander. Bei „Max kommt“ zum Beispiel.

Sonntag, 27.11.2016, 20:11 Uhr

Die Mischung macht das Max-Erfolgsrezept aus: Informationen im Talk mit den Lyonbrothers, Unterhaltung mit den Funny Sticks und der Dance Company, und Klamauk mit Dr. Buschs Liederzirkus (von links oben nach rechts unten).
Die Mischung macht das Max-Erfolgsrezept aus: Informationen im Talk mit den Lyonbrothers, Unterhaltung mit den Funny Sticks und der Dance Company, und Klamauk mit Dr. Buschs Liederzirkus (von links oben nach rechts unten). Foto: Hartmut Springer

Manchmal liegen Verhaltensauffälligkeiten und Therapie ganz nahe beieinander. Bei „Max kommt“ zum Beispiel: Da haut Rathaus-Hausmeister Kalle Kaminski ( Klaus Wiedau ) am Samstagabend verbal mal wieder auf alles drauf, was ihm quer kommt. Es geht ihm über die Hutschnur, dass Kneipp-Verein und Rheumaliga Ersatz für das wegfallende Bewegungsbad im Antonius-Hospital fordern – „wo wir doch schon zwei Freibäder, das Hallenbad, den Drilandsee, das Wasserlabyrinth, den Ententeich im Eper Park und den Stadtparkteich haben“, zählt er auf. Zudem könne man ja aus der Bürgerhalle eine Behelfsbadeanstalt machen, die Hertie-Garage fluten oder in den Kavernen im Amtsvenn ein Untertage-Solebad errichten, schlägt er vor. Was ihn noch mehr aufregt als die Kampagne von „Baldrian-Bernie“ und der „Kita-Königin vom Schwanenteich“ ist die Tatsache, dass „die Politik sofort Interesse heuchelt“. Andererseits sei gerade das Garant dafür, dass nichts passieren werde. Denn wenn der Rat sich der Sache annimmt, so Kaminski, „dann haben vielleicht die jetzigen Grundschüler was davon. Als Rentner.“

Kaminskis Tirade gegen die Sünden der Vergangenheit („Der Zusammenschluss mit Epe war das Fukushima von Gronau “), gegen den Stillstand und die Planlosigkeit in der Politik der Gegenwart und die absehbaren Entwicklungen der Zukunft kulminierten in der Erkenntnis: „Gott hat Gronau nur erschaffen, um zu zeigen, dass Schöpfung auch in die Hose gehen kann.“

Kaminski keilte also wieder so richtig aus – und dieses Symptom ist das Spezialgebiet von Henry Sandkuhle – wenn auch nicht zuvörderst bei cholerischen Rathaus-Hausmeistern, sondern bei Pferden. Der gebürtige Eperaner Sandkuhle ist europaweit gefragt, wenn Reiter Probleme mit ihren Tieren haben. Er verfügt über ein erstaunliches Einfühlungsvermögen. Ihm gelingt es, durch seine Ausstrahlung intensiven Kontakt zu den Pferden aufzubauen, ihr Vertrauen zu gewinnen und das Verhältnis zwischen Ross und Reiter nachhaltig zu prägen, wie er im Gespräch mit Klaus Wiedau und Otto Lohle erzählte.

Einen Einblick in die Welt der großen Politik gab Jens Spahn. Der Talkshow-gestählte Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium sprach über sein Verhältnis zu Finanzminister Schäuble („Wir kommen gut miteinander aus“), über die Frage, wie es gelingt, vom Gesundheits- zum Finanzfachmann zu mutieren („Man muss sich Neugierde und Offenheit bewahren“), über die AfD („Die würde ich am liebsten überflüssig machen, indem wir Themen wie innere Sicherheit und Integration lösen“) und die Einschätzung der englischen Zeitung Guardian, er, Spahn, werde nach Merkel der nächste Kanzler („Frei nach Obelix: Die spinnen, die Briten!“)

Anderer Talk-Gast, anderes Thema: Unfall-Analytiker Jochen Früh berichtete, wie er aus unzähligen Puzzleteilen ein Unfallgeschehen rekonstruiert. Früh war bei den Ermittlungen zum Betonmischer-Mord ebenso beteiligt, wie beim Massenunfall auf der A31 bei Nienborg und dem Unfall im Sommer auf der Alstätter Straße, wo ein Taxi einen auf der Fahrbahn liegenden jungen Mann überrollte. „Die Spuren sind ein Stück Rechtssicherheit“, sagte er. So ließ sich eindeutig rekonstruieren, dass nicht Unachtsamkeit des Betonmischer-Fahrers zum Tod eines Gronauers führte, sondern dass das Gefährt den Mann nach einer bewussten Lenkbewegung erfasst haben musste – es also Mord war.

Extrem sportlich der Talk mit André Winkelhorst, der am „Ironman“ auf Hawaii teilgenommen hatte. „3,5 Kilometer, Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch ein Marathon – und das bei 40 Grad. Du musst doch einen an der Waffel haben“, so Lohle. – „Richtig“, bestätigte Winkelhorst schmunzelnd. Aber er sei nun mal seit 30 Jahren Ausdauersportler, und das mache ihm Spaß. Er schwärmte vom letzten Kilometer des Ironman-Laufs. „Man kommt an die Ecke zur Hauptstraße – und alle Menschen jubeln dir zu . . .“

Die Lyonbrotherz (Daniel Rolletschek und Keven Brüffer) demonstrierten die hohe Kunst, als DJ kunstvoll und kreativ elektronische Musik abzumischen. „Hauptsache tanzbar“, lautet ihr Credo.

Tradition haben die komödiantischen Video-Jahresrückblicke, in denen Kai Klöten (Stefan Busch), Tönne Speckmann (Otto Lohle) und Kalle Kaminski (Klaus Wiedau) ihren abstrusen Ideen freien Lauf lassen: Müllabfuhr nicht nur für gelbe, sondern auch für faule und alte Säcke, die Tauschbörse für die Schockbildchen auf Zigarettenpackungen („Drei Raucherlungen für ein Raucherbein“), die Kombi-OPs, die Speckmann an Kaminski durchführt („Wenn ich schon anne Hämorrhoiden bin, kommen die Mandeln auch gleich mit raus!“) – Klamauk vom Besten.

Der plattdeutschen Sprache huldigte Lohle mit einer weihnachtlich angehauchten, humorvollen Geschichte.

Für Unterhaltung sorgten die Sänger der „Extraschicht“, deren Song „Kriech da nicht rein“ besonders gut ankam, und die Dance Company, die Choreographien zu Stücken von Prince, Roger Cicero, David Bowie und Leonhard Cohen vorführten und den vier verstorbenen Musikern so Reverenz erwiesen. Die Funny Sticks aus Metelen sorgten mit einer wirbelnden Schlagzeugshow für einen Knalleffekt.

„Dr. Busch“ beklagte in seinem Liederzirkus die mangelnde Botschaften im aktuellen deutschen Liedgut. Er machte es in seinen Persiflagen besser. Und enthüllte nebenbei, dass etliche bekannte Schlagersänger angeblich enge Beziehungen zu Gronau und Epe haben („Nino de Angelo war Mitbegründer der Gronauer Narrengilde“).

Die größte Enthüllung jedoch machte Kalle Kaminski. Ein großer Staatsbesuch steht an: Donald Trump kommt am Mittwoch nach Gronau. Weil sich herausgestellt hat, dass er verwandtschaftliche Beziehungen in die Gerdingseite hat – zu Walter Arends. Und vielleicht auch zu FDP-Landtagsabgeordneten Karlheinz Busen. Denn beide, so konstatierte Kaminski frech, zeichne schließlich etwas Gemeinsames aus: „Einfache Denke und schlichte Sprache.“

„Max kommt“

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  • Informationen, Klamauk, Satire, Musik, Videos, Tanz: Die Besucher der Talk- und Comedyshow „Max kommt“ erlebten am Samstag wieder einen abwechslungsreichen Mix, der die vier Stunden Programm wie im Flug vergehen ließen. Foto: Martin Borck
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