Patricia Kelly reißt das Publikum mit
Verträumte Momente und rasante Rhythmen

Gronau -

Spanisches Temperament trifft auf gediegene Adventsatmosphäre: Mit einem musikalischen Feuerwerk in brillanten Klangfarben hat Patricia Kelly am Mittwochabend auf Einladung des Gronauer Nikolausvereins die Evangelische Stadtkirche in einen Ort voller Liebe und purer Lebensfreude verwandelt. Für die Sängerin endete der Konzertabend mit einem besonderen Wiedersehen.

Freitag, 16.12.2016, 06:12 Uhr

Patricia Kelly reißt das Publikum mit : Verträumte Momente und rasante Rhythmen

Das lässt sich die Künstlerin nicht nehmen: Für eine sehr feste Umarmung und einen Kuss auf die Wangen eines alten Bekannten in der ersten Reihe will Patricia Kelly nicht bis nach dem Konzert warten. Immerhin sind schon einige Jahre ins Land gegangen, seit sich Hans-Peter Goldbeck und die Sängerin nicht mehr gesehen haben. „Kennengelernt haben wir uns in den 70ern bei der Funkausstellung in Berlin “, erzählt Patricia Kelly dem amüsierten Publikum. Damals war die Kelly-Familie eine noch unbekannte Gruppe von Straßenmusikern. Goldbeck, seiner Zeit bekannter Radiomoderator, war sofort begeisterter Fan und ist mit der Familie bis heute privat verbunden. Zufällig in der Heimat, wollte er sich das Konzert nicht entgehen lassen: „Ich genieße diesen Auftritt.“

Ein Ohrenschmaus von Beginn an: Zur Einstimmung das melancholische „Sankt José“ in spanischer Sprache. Zart streicht der Bogen über die Saiten des Cellos ( Daniel Brandl ), leise begleitet von Jan Klinkenberg am sanften Piano. Kraftvoll und eindringlich ertönt Patricia Kellys Stimme und verzaubert die Menschen in der voll besetzten Kirche. Dumpf hallt der Trommelschlag der Bongo und vibriert unter den Fußsohlen der Zuschauer.

Mit einem Potpourri von weltlichen und sakralen Weihnachtsmelodien gibt Patricia Kelly einen Teil ihrer Kindheitserinnerungen weiter: „Ich bin mit vielen dieser Liedern groß geworden. Wir haben immer mit den Eltern gesungen.“ Eines ihr Liebsten ist das deutsche „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Die Augen geschlossen, singt Patricia Kelly klar und rein. Nichts klingt kitschig, nichts wird überfrachtet mit pathetischem Zuckerguss. Und jeder Ton trifft mitten ins Herz. Andächtig lauscht das Publikum den Interpretationen eines „Ave Maria“, „Adeste Fideles“ und „Amazing grace“ in englischer und lateinischer Sprache.

Doch die quirlige Sängerin kann auch anders: Mit beherztem Griff in die Gitarrensaiten, mit stampfenden Füßen und rasanten Rhythmen reißt Kelly die Zuhörer aus deren verträumten Momenten und von den Bänken: Spanisches Temperament und feurige Leidenschaft erfüllen das sonst stille Kirchenschiff und finden in einem fulminanten „Olé!“ ein lautstarkes Ende. „Es ist eine Freude, in dieser Akustik zu spielen“, begeistert sich Patricia Kelly und wagt spontan ein A-Capella-Gesangsexperiment.

Doch auch ein mitreißendes Gospel-Medley, ein ergreifendes Cello-Solo einer Komposition Johann Sebastian Bachs und die besinnlichen Zugabe des „Silent Night“ begeistert Jung und Alt im Publikum: Tanz und Gesang Hunderter Stimmen füllen das historische Gemäuer mit Lebensfreude und Fröhlichkeit.

Für Hans-Peter Goldbeck endet das Wiedersehen nach dem beinahe zweistündigen Auftritt nicht. Er und Patricia Kelly nehmen sich erneut fest in die Arme und haben sich an diesem Abend noch lange Zeit viel zu erzählen.

Der Nikolausverein hat die Sängerin für einen weiteren Auftritt in Gronau gewinnen können: Für alle, die das Weihnachtskonzert verpasst haben, besteht die Möglichkeit, sich für den 29. Januar 2017 (Sonntag) in der Bürgerhalle eine Karte zu sichern.

Ein unverhofftes Wiedersehen feierte Kelly mit Hans-Peter Goldmann.

Ein unverhofftes Wiedersehen feierte Kelly mit Hans-Peter Goldmann. Foto: Sabine Sitte

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