Hartmut Springer verabschiedet
Absprung in den Ruhestand

Gronau -

Gerade noch ein junger Hüpfer, ist er jetzt – gerade mal 38 Jahre später – auf dem Absprung in den Ruhestand: Hartmut Springer, Leiter der Musikschule Gronau und Gitarre- und Fagottlehrer, wurde am Donnerstag von seinen Mitarbeitern und Weggefährten im Rahmen einer Überraschungsparty verabschiedet.

Freitag, 23.12.2016, 08:12 Uhr

Hartmut Springer (im neuen T-Shirt) mit Iris Gruber und Gert van Huizen (r.). Die beiden werden die fachliche Leitung der Musikschule von ihm zum 1. Januar übernehmen. Die Kollegen schenkten ihrem in den Ruhestand gehenden Chef ein Porträt, das aus vielen kleinen Porträts der Kollegen zusammengesetzt ist.
Hartmut Springer (im neuen T-Shirt) mit Iris Gruber und Gert van Huizen (r.). Die beiden werden die fachliche Leitung der Musikschule von ihm zum 1. Januar übernehmen. Die Kollegen schenkten ihrem in den Ruhestand gehenden Chef ein Porträt, das aus vielen kleinen Porträts der Kollegen zusammengesetzt ist. Foto: Martin Borck

Springer ahnte nichts, als er sich zu seinem letzten Arbeitstag zur Musikschule aufmachen wollte. Das änderte sich sprunghaft: Unter Perkussionsklängen holten ihn Kollegen und Mitstreiter des Musikschul-Freundeskreises von zu Hause ab. Der Weg war gepflastert mit Musik: Aus den Fenstern der „Brücke“ hingen Kollegen mit ihren Instrumente, im Foyer der Studio-Lounge empfingen sie ihn mit Musik, und der offizielle Teil des inoffiziellen Programms begann mit Spiel und Gesang der Kollegen-Band. Während s sich Springer in einem gemütlichen Ohren(!)-Sessel gemütlich machte.

Hat der Name Einfluss auf die berufliche Tätigkeit? Bei Hartmut Springer könnte das der Fall sein. Schließlich bedeutet der Familienname ursprünglich „Tänzer“ oder „Gaukler.“ Und das, so Hans­peter Dickel als einer der Laudatoren, kommt dem Berufsfeld eines Musikers schon recht nahe. Dickel charakterisierte den Neu-Pensionär mit Wortspielen: Sprunghaftigkeit habe ihn nie ausgezeichnet, vielmehr große Kontinuität, außerdem große Hilfsbereitschaft und eine besonnene Wesensart. Und von seiner Fähigkeit als Gitarrenlehrer habe er selbst profitiert, so Dickel – auch wenn es nur für eine Stunde gereicht habe.

Abschied löst ja bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Reaktionen aus. Bei Tönne Speckmann (Otto Lohle) von der Talk- und Comedyshow „Max kommt“ war es eher Trotz. Er gab vor, froh zu sein, dass Springer gehe. Wegen dessen mangelnder Begabung: „Da holen wir schon diese Gitarreros wie Tommy Emanuel oder Al di Meola hier zum Jazzfest, damit der Springer wat lernt – und da ist nix bei rausgekommen. Jetzt holt er sich schon so‘ne Flötistin zu seinen Auftritten, damit man nicht merkt, dass er eigentlich nicht spielen kann“, schnodderte er. Auch Kalle Kaminski (Klaus Wiedau) hielt mit seinen Ansichten über den ehemaligen Nachbarn aus der Musikanten(!)-Siedlung nicht hinterm Berg. „Früher habe ich ihn ja für‘n feinen Pinkel gehalten und mir so meine Gedanken gemacht, weil der Hartmut lackierte Fingernägel hatte“, sagte er. Aber später hätten er und vor allem seine Kinder als Musikschüler doch großen Nutzen von dessen Fähigkeiten gehabt. Auch von den fotografischen, sagte der jetzt aus seiner Max-Rolle fallende WN-Redaktionsleiter: Seine Fotos für die WN seien erstklassig. Der dritte Max im Bunde, Stefan Busch, trug (nach einer Max-Version von Amy Winehouse‘ „Rehab“) gemeinsam mit Gitarrenlehrer Pim Weierink „Still got the Blues“ vor – womit er an die gemeinsamem Projekte seiner Band mit Hartmut Springer erinnerte.

„Eine Ära geht zu Ende“, konstatierte die Erste Beigeordnete, Sandra Cichon. Eine Zeit, in der die Musikschule viele Umbrüche erlebt habe, die Springer mit seinem tollen Team gemeistert habe. Daher sei ihr auch nicht um die Zukunft der Einrichtung bange.

Gert van Huizen und Iris Gruber überreichten als Kollegiumsvertreter Präsente: Ein Fotografen-T-Shirt („Der tut nix, der will nur fotografieren“) und ein Porträt Springers, das aus vielen kleinen Bildern seiner Kollegen zusammengesetzt ist.

Springer selbst durfte anschließend verkünden, dass Van Huizen und Gruber vom neuen Jahr an die fachliche Leitung der Musikschule übernehmen. „Wir haben das Schiff Musikschule gut auf Kurs gehalten“, sagte er. Für ihn bedeute die Nachfolgeregelung eine große Beruhigung.

Die Weird Sisters (Ines Kaulbach, Maren Wittenhaus, Christiane Nitsche) präsentierten Reinhard Meys „Über den Wolken“ mit umgemünzten Text, und für die Mitbenutzer der „Brücke“ dankte Doris Ströing vom Jugendamt für angenehme Nachbarschaft. Zahlreiche Weggefährten wünschten dem Neu-Rentner beim anschließenden gemütlichen Beisammensein alles Gute.

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