Idee stieß auf viel Zuspruch
Selbst Luther schmückte die Playmobil-Krippe

Gronau -

Viel Zuspruch hat die große Krippenlandschaft aus Playmobil-Figuren in der St.-Antonius-Kirche erhalten. Das belegen die zahlreichen Kommentare im ausgelegten Gästebuch, in das sich auch viele Besucher von außerhalb eingetragen haben. Dort heißt es etwa: „Tolles Wimmelbild, schön, kreativ, prachtig gemaakt“. Nur in einer Bemerkung wähnte sich der Schreiber eher in einem Spielzeugladen als in einer Kirche.

Donnerstag, 19.01.2017, 09:01 Uhr

Die Playmobil-Krippe ind er Antonius-Kirche stieß auf vorwiegend positive Resonanz. Jetzt wurde sie wieder abgebaut.
Die Playmobil-Krippe ind er Antonius-Kirche stieß auf vorwiegend positive Resonanz. Jetzt wurde sie wieder abgebaut. Foto: Sigrid Winkler-Borck

Die rege Teilnahme am bereits Sonntag aufgelösten Preisrätsel spricht ebenfalls für die große positive Resonanz. Ganze Kindergartengruppen, so erzählt Mechthild Blömer-Brune vom Pfarreirat, hätten sich gemeinsam die Krippenlandschaft angesehen. Auf diese Weise wurde den Kindern ein vielleicht erster und sicher einfacher Zugang zur Kirche zu ermöglicht.

Für einen Moment der Verwirrung sorgte bei den Verantwortlichen Anfang des Jahres allerdings eine Veränderung im Bereich der ebenfalls aufgestellten Playmobil-Kirche. Mechthild Blömer-Brune: „Fast jeden Tag habe ich nach der Landschaft gesehen und fast jedes mal waren Kleinigkeiten verändert. Trotz Absperrung haben wohl Kinder mit den Figuren am Rand gespielt. Als es an einem Morgen aber so aussah, als stünde der Pfarrer nicht mehr beim Brautpaar in der Playmobil-Kirche, war ich doch erstaunt. Bei genauerem Hinschauen war das vor der Kirche jedoch gar nicht der Pfarrer, sondern eine Martin-Luther-Figur.“ Die Figur des Reformators war also neu dazugestellt worden. Von wem, konnte die Küsterin schnell aufklären: Eine kleine Abordnung der Pfarrgemeinde St.-Agatha aus Epe hatte sich kurz zuvor die traditionelle Krippe und die Krippenlandschaft angesehen und die Figur „ Martin Luther “ gewissermaßen als Gastgeschenk mitgebracht. Pastor Lube hat zudem darum gebeten, dass „Luther“ nach dem Abbau einen würdigen Platz in der Sakristei bekommen möge. Ein schönes Beispiel für Ökumene, findet Blömer-Brune.

Seit gestern ist nun die die Vielfältigkeit des Lebens spiegelnde Krippenlandschaft, bestehend aus Burg, Einfamilienhaus, Krankenwagen, Schwimmbad, Delfinarium, Arche Noah, Containerschiff, Karussell, Flüchtlingsboot und vielem mehr wieder in Kartons verpackt. Sie gehen an die zahlreichen Leihgeber zurück, bei denen diese „Schätze“ zumeist auf Dachböden geschlummert hatten. „Bis auf eine Kehrmaschine gibt es keine weiteren Verluste“, lautet das Resümee der Verantwortlichen. Das THW hat mittlerweile auch das Podest abgebaut und den Tannenschmuck entfernt.

Mechthild Blömer-Brune, die sich federführend um die Beschaffung der Figuren und den Auf- und Abbau gekümmert hat, ist zufrieden mit dem Projekt, das im Vorfeld auf viele Widerstände gestoßen war.

  Foto: Sigrid Winkler-Borck

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