Caritas und Fairtrade-Steuerungsgruppe starten Aktion „Sauberes Handy“
Recycling kann Leiden mindern

Gronau -

Die Problematik ist nicht neu – aber auch nicht weniger drängend: In Handys wird Material verbaut, dessen Gewinnung oft problematisch ist. Zum Beispiel Coltan. „Coltan wird im Ostkongo unter desaströsen Zuständen abgebaut, teilweise von Kindern“, berichtet Franzis Busshaus von Young Caritas. „Die Handy-Firmen ignorieren die Problematik und kaufen Coltan im Kongo, wo gerade Bürgerkrieg herrscht. Jeder möchte möglichst viel Profit machen. Das dürfen wir als Verbraucher nicht hinnehmen“, ergänzt Christel Mers vom Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden.

Donnerstag, 09.02.2017, 07:02 Uhr

Vertreterinnen der teilnehmenden Organisationen werben für die Aktion „Saubere Handys“. Sie trafen sich zur Vorbereitung im Elisabeth-Haus.
Vertreterinnen der teilnehmenden Organisationen werben für die Aktion „Saubere Handys“. Sie trafen sich zur Vorbereitung im Elisabeth-Haus. Foto: Frank Zimmermann

Eine Möglichkeit gegenzusteuern ist die Aktion „Saubere Handys“ des Hilfswerks Missio. Im Februar und April haben die Gronauer und Eperaner Gelegenheit, an elf Sammelstellen alte Handys abzugeben. Sind diese noch funktionstüchtig, sollten sie mit Zubehör in eine Tüte oder einen Umschlag gesteckt werden. Sie werden dann weiterverwendet. Ist das Gerät nicht mehr funktionstüchtig, können immer noch die enthaltenen Rohstoffe recycelt werden. Die Betroffenen im Ostkongo profitieren doppelt davon: Einerseits kommt der Erlös aus der Aktion den Betroffenen zugute. Andererseits muss weniger Coltan aus der Erde geschürft werden, je mehr Coltan aus alten Handys genutzt werden kann.

„In Ahaus haben wir die Aktion in der Adventszeit durchgeführt – mit großem Erfolg. Und da hatten wir nur fünf Sammelboxen “, sagt Christel Mers . In Gronau, der Stadt des fairen Handels, nehmen sich neben der Young Caritas auch die Fairtrade-Steuerungsgruppe und der Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden federführend des Themas an – und haben zahlreiche Unterstützer gefunden. Hier stehen die Sammelboxen in Kitas und einer Schule, im Rathaus, bei der Caritas und der Freiwilligenzentrale. Neben den Sammelboxen werden Unterschriftenlisten ausgelegt. Diese Listen werden an die großen Handy-Produzenten geschickt, mit der Aufforderung, ihre Geschäftspraxis zu ändern. „Das ist die politische Dimension der Aktion“, erklärt Mers. Die Handys können bis zum 23. März abgegeben werden. Sie werden dann an Missio weitergeleitet.

„Es ist toll, dass in Gronau so viele mitmachen“, freute sich Erhard Bürse-Hanning von der Fairtrade-Steuerungsgruppe. Er verwies auch darauf, dass es inzwischen mindestens eine Firma gibt, die ein sogenanntes Fairphone herstellt. Darin werden nach Angaben des Herstellers nur fair gehandelte Materialien verarbeitet.

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