Rapper Dennis Buß hielt Workshop ab und wird Pate
Gymnasium wird „Schule ohne Rassismus“

Gronau -

Die Gesellschaft verhärtet – gerade darum wollen Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ein Zeichen setzen. Am 2. März wird dem Gymnasium der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Sozusagen im zweiten Anlauf.

Donnerstag, 16.02.2017, 09:02 Uhr

Setzen sich ein für die „Schule ohne Rassismus“: SV-Lehrerin Ines Springer, Pate Dennis Buß und Schülersprecherin Stefania Bua. Im Hintergrund einige Bilder, die im Rahmen der Projekttage entstanden sind.
Setzen sich ein für die „Schule ohne Rassismus“: SV-Lehrerin Ines Springer, Pate Dennis Buß und Schülersprecherin Stefania Bua. Im Hintergrund einige Bilder, die im Rahmen der Projekttage entstanden sind. Foto: Martin Borck

„Vor drei oder vier Jahren war die Idee schon einmal aufgekommen“, erinnert sich Lehrerin Ines Springer . „Aber angesichts vieler anderer Projekte ist sie damals nicht verwirklicht worden.“ Mittlerweile hat sich das politische und gesellschaftliche Klima in Deutschland geändert. „Wir fanden es darum wichtig zu zeigen, dass man hier multikulturell zusammenleben kann“, sagt Schülersprecherin Stefania Bea. „Wir wollten Gesicht zeigen“, so auch Lehrerin Springer. Darum erhielt der erneute Anstoß von Lehrer Franz Küstner vor einem halben Jahr eine hohe Priorität. In der Schülerratssitzung wurde die Idee vorgestellt und gutgeheißen. Unterstützung kam auch seitens der Elternschaft.

Die Auszeichnung ist kein Selbstläufer. Mindestens 70 Prozent der Schülerschaft, der Lehrer und Mitarbeiter verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen. Dieses Quorum wurde locker erreicht.

Außerdem ist Nachhaltigkeit angesagt. An der Schule soll mindestens einmal jährlich ein Projekt zum Thema Rassismus umgesetzt werden. Und die Schule soll sich eine Patin oder einen Paten suchen, der bekannt ist und sich für das Anliegen einsetzt. „Am liebsten hätte die Schulkonferenz ja Jerôme Boateng gehabt“, lacht Springer. Doch was hätte der Fußballer für einen Bezug zum Gronauer Gymnasium gehabt? In dieser Phase des Projekts kam der Vorschlag, Dennis Buß zu fragen. Der Gronauer Rapper hat selbst vor vier Jahren an der Schule Abitur gemacht und ist spätestens seit seinen Auftritten für und mit Udo Lindenberg weit über Gronau hinaus bekannt für seine Texte (zum Beispiel „Herzlich willkommen), die in die Richtung zielen, die „Schule ohne Rassismus“ anstrebt.

Kurz und gut: Dennis Buß wurde gefragt – und er nahm die Patenschaft gerne an. „Ich wollte aber nicht nur mein Gesicht dafür hergeben“, sagte er. „Ich wollte mich aktiv einbringen.“ Die Gelegenheit ergab sich bei den Projekttagen der neunten Klassen. Es gab Themenblocks zu Rassismus und Islamismus. Außerdem wurden Workshops durchgeführt: ein Kunst- und ein Fotoprojekt, der Besuch in der Moschee, das Thema Fake-News und Hasspropaganda in sozialen Medien, Rassismus im Sport, Stolpersteine, Gespräche mit Schülern aus der Integrationsklasse – und ein Rap-Workshop, den Dennis Buß anbot. Dafür opferte er sogar drei Tage Urlaub. „Ich hatte richtig Bock auf den Workshop“, sagte er. Und die Ergebnisse? „Es hat sich herausgestellt, dass die Teilnehmer besser mit freien Textformen umgehen konnten als mit an Beat gebundenen. Darum haben wir aus dem Rap- einen Poetry-Slam-Workshop gemacht.“ Mit faszinierenden Ergebnissen, wie Dennis Buß findet. Texte, an den die Workshop-Teilnehmer in ihrer Freizeit immer noch feilen. „Ich treffe mich in dieser Woche noch mal mit ihnen.“ Ein Zeichen dafür, dass die Chemie stimmte – und der Pate einen ersten guten Job gemacht hat.

Am 2. März werden die Gäste der offiziellen Feier in der Aula die Texte zu hören bekommen. Auch die Ergebnisse weiterer Workshops werden präsentiert, bevor die Schule Plakette und Urkunde erhält.

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