Initiativkreis „Alte Synagoge“ und Stadtspitze tauschen sich aus
Das Projekt nimmt Fahrt auf

Epe -

Erst im November des vergangenen Jahres wurde das Projekt „Alte Synagoge Epe“ ins Leben gerufen, von da an nahm es schnell Fahrt auf. Schon jetzt erfährt der Initiativkreis im Heimatverein Epe positive Resonanzen aus der Bevölkerung. Auch Rat und Verwaltung der Stadt Gronau stehen dem Projekt positiv gegenüber. Davon konnten sich Mitglieder des Initiativkreises nun im Rathaus überzeugen. Bürgermeisterin Sonja Jürgens hatte diese zu einer Besprechung eingeladen, an der auch die Erste Beigeordnete Sandra Cichon und Stadtbaurat Frank Vetter teilnahmen.

Freitag, 17.03.2017, 08:03 Uhr

Mitglieder des Initiativkreises trafen sich am Dienstagmittag im Rathaus, um mit Vertretern der Stadt das weitere Vorgehen zu besprechen (v. l.): Peter Bakenecker-Serné (stellv. Vorsitzender des Heimatvereins Epe), Hans Dieter Meyer, Rudolf Nacke, Christian Holtkamp (Pfarrei St.-Agatha), Pfarrer Marcus Tyburski (Evangelische Kirchengemeinde) Norbert Diekmann, Bürgermeisterin Sonja Jürgens, die Erste Beigeordnete Sandra Cichon und Stadtbaurat Frank Vetter.
Mitglieder des Initiativkreises trafen sich am Dienstagmittag im Rathaus, um mit Vertretern der Stadt das weitere Vorgehen zu besprechen (v. l.): Peter Bakenecker-Serné (stellv. Vorsitzender des Heimatvereins Epe), Hans Dieter Meyer, Rudolf Nacke, Christian Holtkamp (Pfarrei St.-Agatha), Pfarrer Marcus Tyburski (Evangelische Kirchengemeinde) Norbert Diekmann, Bürgermeisterin Sonja Jürgens, die Erste Beigeordnete Sandra Cichon und Stadtbaurat Frank Vetter. Foto: Stadt Gronau

Vorschläge zur Trägerschaft, zur Einbindung der Bevölkerung, aber auch von Vereinen zu Restaurierung und Umsetzung der Pläne waren Diskussionspunkte. Das vom Initiativkreis entwickelte Nutzungskonzept wurde ebenso an die Stadtspitze weitergegeben.

Die Alte Synagoge wird in der Zukunft nicht mehr als Synagoge genutzt werden. Sie gibt aber ein sichtbares und authentisches Zeugnis jüdischen Lebens in Gronau und Epe ab. So gehört, wie dem Nutzungskonzept zu entnehmen ist, die Geschichte der Jüdinnen und Juden zum Leben und zur Geschichte der Stadt und soll nicht in Vergessenheit geraten. „Der Erhalt der Alten Synagoge Epes ist ein Bekenntnis zu diesem gemeinsamen Leben und zur gemeinsamen Geschichte. So wird die Alte Synagoge ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens sein, der zur Gestaltung der Gegenwart und Zukunft anregt. Das Andenken der jüdischen Gronauer und Eperaner wird hiermit bewahrt und der Judenverfolgung gedacht. Somit ist sie gleichzeitig ein Mahnmal, das zur gegenwärtigen Verantwortung für das Zusammenleben in Gronau und Epe aufruft“, heißt es in einem Bericht des Initiativkreises.

Pläne oder Aufnahmen der Inneneinrichtung der Synagoge existieren nicht mehr. Die Bauzeichnung aus dem Jahr 1907 zeigt aber wesentliche Elemente, die rekonstruiert werden sollen. Dazu gehört der Rückbau der im oberen Stockwerk liegenden Wohnung, die Entfernung der Zwischendecke, die Wiederherstellung der ursprünglichen Fensterfronten, die Rekonstruktion des großen Innenraums und dessen Umbau zu einem Veranstaltungsraum, die Wiederherstellung der ehemaligen Frauenempore mit Zugang über das Treppenhaus, die Kennzeichnung des Standorts des Thoraschreins, die Freilegung und Rekonstruktion der Mikwe (rituelles Bad) im hinteren Teil des Gebäudes sowie die Modernisierung der Toiletten und der Heizungsanlage.

Der Initiativkreis wies in der Besprechung darauf hin, dass viele dieser ersten Maßnahmen in Eigenarbeit mithilfe von Privatpersonen, aber auch Vereinen durchgeführt werden können, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Der Gesamtzustand des Gebäudes ist entsprechend dem Alter und des Leerstandes nicht besonders gut. Feuchteschäden im Bereich Boden und Wand und Reparatur der Fallrohre und Dachrinnen dienen zur ersten Sicherung des Gebäudes. Dieses sei im Kreis Borken einzigartig und von herausragender Bedeutung, stellte auch Landrat Dr. Kai Zwicker bereits fest.

Auch der Kreis Borken unterstützt das Ansinnen, dieses Haus zu erhalten und für die Öffentlichkeit wieder nutzbar zu machen.

Der Initiativkreis stellt sich vor, dass der zu bildenden Trägergesellschaft die beiden Heimatvereine, die Stadt Gronau, der Kreis Borken, die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde angehören. Aufgabe des Trägerkreises wäre die finanzielle Unterhaltung der Alten Synagoge.

Rudolf Nacke, Mitglied des Initiativkreises, hatte eine besondere Überraschung für Rat und Verwaltung der Stadt: Er bietet diesem Teilnehmerkreis nebst Familienmitgliedern am 26. März (Sonntag) einen Rundgang „auf den Spuren jüdischen Lebens in Epe“ an und bittet Rats- und Verwaltungsmitglieder um große Beteiligung.

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