Ergebnisse der niederländischen Parlamentswahl in den Kommunen der Twente
Sozialdemokraten stürzen ab

Enschede -

Die „rote Hochburg“ Enschede liegt in Trümmern: Jahrzehntelang war die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA) in der alten Textilarbeiterstadt politisch eine starke Kraft. Noch bei der Parlamentswahl 2012 erreichte sie 31,0 Prozent der Stimmen. Am Mittwoch folgte der Absturz in die Bedeutungslosigkeit: Nur noch 6,3 Prozent erreichte die PvdA in Enschede. Platz sieben. Die meisten Stimmen errang die rechtsliberale VVD, die mit 16,4 Prozent (minus 3,1 Punkte) knapp vor der Partei der Freiheit (PVV) von Geert Wilders mit 15,6 (+ 5,3) lag. Die linksliberalen Democraten ’66 kamen auf 13,4 Prozent (+4,7), der christdemokratische CDA auf 12,1 (+4,2) und die Sozialistische Partei SP auf 11,5 (-0,1). Grün-Links erreichte 9,2 Prozent, nach 2,1 vor fünf Jahren. Die anderen Parteien blieben alle unter vier Prozent.

Freitag, 17.03.2017, 06:03 Uhr

 
  Foto: dpa

In Losser eroberten die Christdemokraten die Spitzenposition. Sie erreichten 25,7 Prozent (+7,8). Auch hier schmierte die PvdA ab: Sie erhielt 4,0 Prozent nach 22,8 vor fünf Jahren. Auf Platz zwei landete erneut die VVD mit 20,2 (-5,0). Die PVV erreichte in Losser 16,2 (+5,0), D’66 kam auf 10,4 (+5,0), die SP verlor einen Prozentpunkt und landete bei 10,0. Grün-Links vervierfachte ihren Stimmenanteil und erreichte 4,6 Prozent.

In Haaksbergen wurden ebenfalls die Christdemokraten stärkste Kraft mit 24,3 (+7,1). Knapp dahinter landete die VVD mit 23,9 (- 4,8). Wilders’ PVV kam auf 11,2 (+ 2,2), gefolgt von den D’66 mit 10,8 (+4,6) und der SP mit 9,9 (+0,7). Die PvdA stürzte von 22,5 auf 5,1 Prozent ab, landete aber noch vor den Grün-Linken, die auf 5,0 (+3,8) kamen.

In den meisten Kommunen in Twente wurde entweder die VVD oder der CDA die größte Partei. Ausnahme war Almelo, wo die Wilders-Partei PVV mit 18,0 Prozent die meisten Stimmen erhielt, knapp vor Ruttes VVD mit 17,9 Prozent. Die andere Ausnahme war die Fusionsgemeinde Rijssen-Holten. In dem im niederländischen Bibelgürtel liegenden Ort ist die streng-protestantische Partei SGP traditionell stark. Auch jetzt errang sie mit 23,6 Prozent den ersten Rang. Typisch für Twente auch die relative Schwäche der Grün-Linken. Die SP schnitt in der Region besser ab.

In Gronaus Partnerstadt Epe (Gelderland) wurde die VVD stärkste Partei mit 23,7 Prozent (-4,7), gefolgt vom CDA mit 15,3 (+4,5). Auf Platz drei kame die PVV mit 12,0 Prozent (+2,9). auf dem vierten Rang landeten D’66 mit 9,6 (+3,7). Die SP kam auf 7,5 (+0,7), die PvdA auf 6,4 (-18,7), Grün-Links auf 5,5 (+4,2), die Christen-Union auf 5,3 (+0,4) und die SGP auf 4,2 (+0,2).

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