Kneipp-Vortrag zu Harn-Inkontinenz
Die Menschen leiden im Stillen

Gronau -

Wenn ständiger Harndrang, Blasenentzündungen, Probleme beim Wasserlassen oder sogar unkontrollierter Harnverlust die Lebensqualität negativ beeinflussen, sollten sich die Betroffenen Hilfe suchen. „Inkontinenz ist ein sehr intimes Problem. Anstatt sich dem Urologen anzuvertrauen, leiden oft viele Menschen im Stillen vor sich hin“, weiß Dr. med. Mustapha Addali aus langjähriger Erfahrung.

Freitag, 31.03.2017, 07:03 Uhr

Dr. Mustapha Addali mit Modellen des weiblichen und des männlichen menschlichen Beckenbereichs. Er referiert am Montag über Harn-Inkontinenz und deren Behandlung.
Dr. Mustapha Addali mit Modellen des weiblichen und des männlichen menschlichen Beckenbereichs. Er referiert am Montag über Harn-Inkontinenz und deren Behandlung. Foto: Angelika Hoof

„Das muss nicht sein, denn heutzutage existieren hocheffektive Therapiemethoden, die etlichen Patienten schon geholfen haben“, erläutert der Deutsch-Marokkaner, der seit 2015 als Leitender Arzt der rekonstruktiven Urologie und Urogynäkologie im St.-Antonius-Hospital in Gronau tätig ist.

Im Rahmen seines Kneipp-Vortrags zum Thema Harn-Inkontinenz möchte er Interessierten am Montag (3. April) ab 18.30 Uhr im Walter-Thiemann-Haus Informationen über Symptome, Diagnosen und Therapien der Inkontinenz bei Männern und Frauen geben.

„Prinzipiell unterscheiden wir zwischen drei Arten von Inkontinenz: die Dranginkontinenz, die Belastungsinkontinenz und die Mischharninkontinenz. Daneben gibt es noch spezielle komplexe Formen der Harninkontinenz bei bestimmten neurologischen Erkrankungsbildern oder nach Operationen beziehungsweise Bestrahlungen im Kleinen Becken. In solchen schwierigen Fällen haben wir jetzt am St.-Antonius-Hospital Gronau, in dem verschiedene Abteilungen im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Nordwest eng zusammenarbeiten, eine hohe fachliche Expertise“, betont Dr. Mustapha Addali .

Ebenso unterschiedlich wie die Arten der Inkontinenz sind auch die Behandlungsmöglichkeiten, die von einfach über konservativ, gering invasiv bis hin zu invasiv reichen. Entscheidend dabei ist, dass die Therapie individuell angepasst werden muss. „Unser Ziel ist es, den Alltag der Betroffenen zu erleichtern und ihnen somit die Möglichkeit zu geben, wieder aktiv am Leben teilzuhaben“, sagt Addali. Das könne durch Beratung, Lebensstiländerung, medikamentöse Therapie, Beckenbodentraining oder operative Eingriffe (vom Schrittmacher für die Harnblase bis hin zum künstlichen Blasenschließmuskel) erfolgen.

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