Neues Kapitel in Geschichte des Flughafens Twente
Fliegen, Testen, Ansiedeln

Enschede -

Mit der Übergabe des Flughafens Twente vom niederländischen Verteidigungsministerium an die Provinz Overijssel ist ein neues Kapitel in der Geschichte des Airports aufgeschlagen worden. Ende März war der militärische Status erloschen – nach 77 Jahren.

Donnerstag, 20.04.2017, 08:04 Uhr

Die Landebahn des Twente Airport wird kontrolliert. Geschäftsflugzeuge und Freizeitflieger können dort landen – aber auch große Maschinen, zum Beispiel für Testzwecke oder für ihren letzten Flug, bevor sie auf dem Gelände ausgeschlachtet werden. Flughafenchefin Meiltje de Groot (kl. Foto) rechnet damit, dass sich auf dem weitläufigen Areal weitere Unternehmen ansiedeln.
Die Landebahn des Twente Airport wird kontrolliert. Geschäftsflugzeuge und Freizeitflieger können dort landen – aber auch große Maschinen, zum Beispiel für Testzwecke oder für ihren letzten Flug, bevor sie auf dem Gelände ausgeschlachtet werden. Flughafenchefin Meiltje de Groot (kl. Foto) rechnet damit, dass sich auf dem weitläufigen Areal weitere Unternehmen ansiedeln. Foto: mb

Auch wenn sich die Pläne für einen regionalen Verkehrsflughafen zerschlagen hatten: Der Flugplatz mit seiner drei Kilometer langen Landebahn steht für Geschäftsflüge und für Freizeitflieger offen. Der Airport ist zudem Teil der „Technology Base“, die sich auf dem Gelände etabliert hat. Etliche Betriebe haben sich bereits angesiedelt (wir berichteten). Ein Teil von ihnen hat direkt mit Luftfahrt zu tun. Zum Beispiel die Firma AELS, die künftig zwei der Hangars nutzen will, um ausrangierte Großraumflugzeuge abzuwracken. Ihr letzter Flug führt nach Twente, wo sie fachkundig ausgeschlachtet werden. Funktionierende Teile werden überholt, Material wie Metall oder Kunststoffe recycelet.

Das weiträumige Gelände bietet Platz für Unternehmen, die Tests ausführen. Zum Beispiel werden Testflüge mit Drohnen durchgeführt. Das Nationale Luft- und Raumfahrtlabor NLR, das im Bereich Luft- und Raumfahrt die größte Prüf-, Forschungs- und Trainingseinrichtung in den Niederland ist, nutzt den Flughafen . So wurde vor einigen Wochen ein Bremstest mit einem Airbus durchgeführt. Dabei ging es darum, Landungen auf einer nassen Bahn zu simulieren. Mit der Apparatur an Bord des Airbus wurde ermittelt, wie sich die Maschine bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf der überfluteten Landebahn verhält. Diese Tests sind Teil eines europäischen Projekts, mit dem die Flugsicherheit erhöht werden soll.

Meiltje de Groot, Direktorin des Twente Airport, blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Wir haben in den vergangenen Monaten Anfragen verschiedener Unternehmen erhalten, die sich auf dem Gelände ansiedeln wollen.“ Sie rechnet damit, dass sich auf dem Flughafengelände viele weitere innovative Betriebe ansiedeln werden, die die Nähe zu den Enscheder Hochschuleinrichtungen und zum Fraunhofer-Institut nutzen. Die Wirtschaft in der Region, ist sie überzeugt, profitiere von den Möglichkeiten, die der Flughafen bietet.

Twente Airport kann von Geschäftsflugzeugen täglich von 7 bis 23 Uhr angeflogen werden – derzeit allerdings nur von 15 Minuten vor Sonnenaufgang bis 15 Minuten nach Sonnenuntergang. Zudem müssen Flüge mindestens 24 Stunden vorher angemeldet werden. Ende 2017 sollen Flugzeuge auch bei Dunkelheit starten und landen können. Dann kann der Airport ein Satelliten-Navigationssystem nutzen.

Der Fliegclub Twente und der Segelflugclub haben ihren Sitz auf dem Airport, auch eine Flugschule ist dort angesiedelt. Auch Flugzeug-Spotter haben die Möglichkeit, die Maschinen zu beobachten. Von einem Hügel aus hat man einen ungehinderten Blick auf die Start- und Landbahn.

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