Vollversammlung: Stadtjugendring debattierte mit Politikern
Schon mit 16 zur Landtagswahl?

Gronau -

Eine Podiumsdiskussion aus Anlass der NRW-Landtagswahl stand im Mittelpunkt der Vollversammlung des Stadtjugendrings am Freitagabend. Daniel Michaelis begrüßte dazu rund 70 Jugendvertreter von Vereinen und Verbänden im Jugendzentrum St. Josef, außerdem Bürgermeisterin Sonja Jürgens. „Ich komme immer gerne hierher, da diese Versammlung einen Querschnitt der Gronauer Gesellschaft repräsentiert“, erklärte sie. „Es wird immer deutlicher, dass die Interessen der Kinder und Jugendlichen in der Kommune steigen. Um mitreden und Einfluss nehmen zu können, sollte jeder im Vorfeld gut informiert sein. Heute habt ihr im Rahmen der Podiumsdiskussion die Gelegenheit, euch ein Bild von drei der Kandidaten zu machen, die sich in zwei Wochen zur Landtagswahl stellen und die künftig unter Umständen unsere Interessen vertreten“, so Jürgens.

Montag, 01.05.2017, 06:05 Uhr

Daniel Michaelis vom Stadtjugendring (neben ihm Wolfgang Lobjinski) begrüßte Heike Wermer, Philip Schulz, Dietmar Brüning, Udo Buchholz und Stephan Strestik (v.l.) zur Debatte anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl.
Daniel Michaelis vom Stadtjugendring (neben ihm Wolfgang Lobjinski) begrüßte Heike Wermer, Philip Schulz, Dietmar Brüning, Udo Buchholz und Stephan Strestik (v.l.) zur Debatte anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl. Foto: Angelika Hoof

Neben Heike Wermer ( CDU ) aus Heek, dem Ahauser Dietmar Brüning ( SPD ) sowie Philip Schulz (Die Linke) aus Stadtlohn stellten sich mit Udo Buchholz (GAL) und Stephan Strestik (Piraten) zwei Gronauer Rats­politiker den Fragen des Stadtjugendrings . Dabei ging es um die Unterstützung von Kinder- und Jugendarbeit, die Wahlberechtigung von Jugendlichen sowie die Schulpolitik der Zukunft.

„Kinder sind unsere Zukunft. Daher sollten sie wieder mehr Zeit für sich erhalten und eine gute Ausbildung für den weiteren Lebensweg garantiert sein“, betonte Heike Wermer. Noch weiter ging Schulz in seiner Forderung: „Bildung muss kostenfrei bleiben, vom Kindergarten bis hin zum Studium“, forderte er. Strestik widersprach: „Das ist alles schön anzuhören. Leider sieht die Realität im Landtag anders aus.“

Gronau hat bei den letzten Wahlen gezeigt, dass die Stadt in punkto Wahlbeteiligung noch viel Luft nach oben hat. Könnte eine Senkung des Wahlrechts von 18 auf 16 Jahren dem entgegenwirken? „Das versucht die SPD schon lange einzuführen, bisher allerdings dank der CDU ohne Erfolg“, schob Dietmar Brüning der christlich-demokratischen Partei den schwarzen Peter zu. „Die CDU will den Führerschein mit 16 einführen, auf der anderen Seite aber das Wahlrecht mit 16 verbieten. Das ist ein Widerspruch in sich“, so Brüning.

„Das liegt daran, dass in Deutschland Jugendliche erst ab 18 die Volljährigkeit erlangen“, erläuterte Wermer. „Ich persönlich kann mir ein Wahlrecht ab 16 Jahren gut vorstellen. So haben die Jugendlichen schon früh die Möglichkeit, sich einzubringen“, meinte Udo Buchholz. Um die Stimme von Familien zu stärken, sprach sich Strestik sogar für ein Wahlrecht schon ab 14 Jahren aus. Zweifel hegte hingegen Schulz: „Ob dadurch die Wahlbeteiligung steigt, wage ich mal zu bezweifeln.“

Beim Thema Schulpolitik sprachen sich Wermer und Brüning für eine Wahlfreiheit der Schüler zwischen G8 und G9 aus, während Schulz klar für den Rückgang zum Abitur in neun Jahren plädierte, da G8 die Schüler extrem belaste. Neben mehr und besser ausgebildeten Lehrern, modern ausgestatteten Schulen und einem pädagogischen Gesamtkonzept, das sich alles im Laufe der Jahre entwickeln müsse – darin waren sich Heike Wermer, Dietmar Brüning und Philip Schulz einig -, zeigte Stephan Strestik seine Marschrichtung auf: „Zurück zu G9, Tablets statt Taschenrechner und die Einführung des Pflichtfachs Informatik.“

Im Anschluss daran folgte die Verteilung der Gelder für die Jugendorganisationen und gemütliches Beisammensein mit einem kleinen Imbiss.

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