Verein Bewährungshilfe zu Gast bei der Dinkelwerkstatt in Gronau
Zwischen Therapie und Werkstatt

Gronau -

Klein aber fein: In der Dinkelwerkstatt wird seit fast 20 Jahren verpackt, gefaltet, geklebt und gefärbt, um psychisch erkrankten Menschen zwischen akuter Therapie und Werkstatt für Menschen mit Behinderung niederschwellig Tagesstruktur, soziale Kontakte und Zuverdienstmöglichkeiten zu schaffen. Die Leiterin, Sozialpädagogin Kirsten Radau, erläuterte jetzt Gästen des Vereins Bewährungshilfe die therapeutische Arbeit der Werkstatt, aber auch das interessante Angebot für Partner aus Industrie und Handel, in der Dinkelwerkstatt zeitlich weniger unter Druck stehende Sortier-, Montage- oder Verpackungsarbeiten durchführen zu lassen.

Mittwoch, 03.05.2017, 10:05 Uhr

Die Dinkelwerkstatt in Gronau war Ziel des Vereins Bewährungshilfe.
Die Dinkelwerkstatt in Gronau war Ziel des Vereins Bewährungshilfe. Foto: privat

Der Verein Bewährungshilfe hat für die Amtsgerichtsbezirke Ahaus-Gronau anlässlich seiner Mitgliederversammlung einen Ort aufgesucht, an dem Menschen am Rande der Gesellschaft geholfen wird. Die Dinkelwerkstatt ist ein kleines, aber feines Beispiel dafür. Im Rahmen der Mitgliederversammlung selbst wurden aktuelle und zukünftige Projekte des Vereins erläutert. So wird aufgrund fallenden Bedarfs verurteilter Gewalttäter das seit Jahren durchgeführte Anti-Gewalt-Training nur noch auf individueller Basis durchgeführt. Dagegen zeigte sich aufgrund steigenden Bedarfs die Unterstützung des Programms Fred („Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“) als besonders sinnvoll. Es wird in Gronau und Ahaus von der Suchthilfe der Diakonie angeboten.

Neu für den Verein wird die Gestaltung eines Opferfonds sein, der mittellosen jungen Straftätern ermöglichen soll, neben der Verbüßung der Strafe auch ein kleines Stück Wiedergutmachung an die Geschädigten zu leisten.

Opfern bzw. Geschädigten von strafbaren Handlungen Jugendlicher oder Heranwachsender ist es in vielen Fällen nicht möglich, ihre Schadensersatz- oder auch Schmerzensgeldansprüche gegenüber den Tätern tatsächlich zu realisieren, da diese häufig nicht zahlungsfähig sind. Die sogenannte Opferhilfe soll dazu dienen, in derartigen Fällen bis zu festgesetzten Höhen Schadenswiedergutmachungs- bzw. Schmerzensgeldzahlungen an entsprechende Opfer bzw. Geschädigte zu zahlen. Gezahlt werden soll, sobald der nach Jugendstrafrecht verurteilte jugendliche oder heranwachsende Täter eine vom Gericht verhängte Auflage zur Ableistung von Sozialstunden sozusagen als Vorleistung erfüllt hat.

Der Verein für Bewährungshilfe will diese Zahlungen zukünftig leisten und damit einen Beitrag zum Täter-Opfer-Ausgleich und zum Rechtsfrieden in der Gesellschaft leisten. Des Weiteren wird für die nach Jugendstrafrecht Verurteilten ein konkreter Bezug zwischen der Ableistung der Sozialstunden und der von ihnen verursachten Schäden hergestellt.

Der in der Versammlung entlastete Vorstand unter Vorsitz von Andreas H. Groten dankte für das Vertrauen der Mitglieder und stimmte diese auf das anstehende 50-jährige Jubiläum im kommenden Jahr ein. Mit einem Festvortrag soll dann Geschichte wie Zukunft des Vereins beleuchtet und in Bezug zu aktueller Thematik gebracht werden.

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