7. Pulse-of-Europe-Treffen
Mitmacher statt Mitläufer nötig

Gronau -

Das Jazzfest als musikalische Kulisse mit Symbolcharakter: Seit 29 Jahren kommen Musiker und Jazzfreunde aus allen Teilen Europas und der Welt zu diesem Festival nach Gronau: Ein Stück Europa zum Anfassen und Anhören.

Montag, 08.05.2017, 08:05 Uhr

Europäisches Statement vor Jazzfest-Kulisse: Mehr als 60 Europa-Befürworter folgten am Sonntag zum sieben Mal dem Aufruf der Gronauer Pulse-of-Europe-Initiative. Bürgermeisterin Sonja Jürgens sprach ein Grußwort.
Europäisches Statement vor Jazzfest-Kulisse: Mehr als 60 Europa-Befürworter folgten am Sonntag zum sieben Mal dem Aufruf der Gronauer Pulse-of-Europe-Initiative. Bürgermeisterin Sonja Jürgens sprach ein Grußwort. Foto: Klaus Wiedau

Das Jazzfest als musikalische Kulisse mit Symbolcharakter: Seit 29 Jahren kommen Musiker und Jazzfreunde aus allen Teilen Europas und der Welt zu diesem Festival nach Gronau : Ein Stück Europa zum Anfassen und Anhören. Daran, an Gronaus Lage im Herzen der Euregio und an das freundschaftliche Verhältnis zu den niederländischen Nachbarn erinnerte Mira Oonk beim siebten Treffen der Gronauer Initiative „Pulse of Europe“ am Sonntag in der Innenstadt. Die EU sei „das beste Friedensbündnis der Nachkriegszeit“, so Oonk. Sie rief dazu auf, sich dafür stark zu machen: „Jeder von uns ist für das Scheitern oder Gelingen der EU mitverantwortlich, niemand kann sich herausreden. Zu hoffen, alles wird schon gutgehen, ist zu wenig und brandgefährlich.“

„Als engagierte Europäer, als Bürger mit und für Zivilcourage. Als Menschen für Menschen. Als Anwälte und Streiter für ein vereintes, demokratisches Europa“, begrüßte Bürgermeisterin Sonja Jürgens die Teilnehmer. Sie betonte, dass „gerade die ersten Maitage uns an ein Europa erinnern, das mit der Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945 in Trümmern lag und seitdem Jahr für Jahr Tage der Befreiung und des Friedens feiert“. 70 Jahre des Friedens, der Sicherheit und der Zusammenarbeit in Europa seien inzwischen vergangen. „Dass wir aus Schwertern Pflugscharen gemacht haben“, so Jürgens, sei „der Sinn und die Leistung eines vereinten Europas“.

Bürgermeisterin Sonja Jürgens

Bürgermeisterin Sonja Jürgens Foto: Klaus Wiedau

Die Bürgermeisterin rief die Anfänge der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er-Jahren in Erinnerung und schlug den Bogen in die Gegenwart: „Heute studieren Millionen mit Unterstützung der EU in anderen Ländern. Die junge europäische Geschichte ist Ausdruck einer geschichtlich einmaligen Entwicklung, eines europäischen Lebensgefühls. Sie ist Einladung, Ermutigung und Inspiration. Man könnte auch sagen: Die Menschen in dieser jungen europäischen Geschichte sind mutig, zuversichtlich, offen und vorurteilsfrei, voller Entdeckerfreude und Gestaltungslust, beziehungsfähig und begeistert über die Möglichkeiten, die das Leben bietet.“

„Drei Wünsche für uns als Europäer“ sprach Jürgens am Ende aus: „Lernen wir, dem anderen mit Wohlwollen zu begegnen. Lernen wir, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Rückgrat zu entwickeln. Und: Lernen wir zu lernen.“ Mit Blick auf den letzten Wunsch fügte sie hinzu, dass es der „Offenheit der Lernenden“ bedürfe. Europa sei eben noch nicht fertig, wie der Blick über die Straße von Dover lehre. „Europa braucht uns Menschen. Es braucht unsere Vision mit der wir zum Ausdruck bringen, worauf es im im Zusammenleben und bei der Gestaltung unserer europäischen Beziehungen wirklich ankommt: nämlich auf Vertrauen, auf wechselseitige Anerkennung und Wertschätzung, auf das Gefühl und das Wissen, aufeinander angewiesen, voneinander abhängig und füreinander verantwortlich zu sein.“

Europa brauche keine Mitläufer, sondern Mitmacher, so Jürgens: „Menschen, die ihre Verantwortlichkeit einbringen. Europa braucht Mitgefühl. Europa ist Geschenk und Verpflichtung zugleich.“

Sein besonderes Bild von Europa skizzierte bereits 1948 der britische Staatsmann Winston Churchill auf einer Haager Europa-Konferenz, so Mechthild Wiedau vom Pulse-of-Europe-Team: „Ich hoffe, ein Europa zu sehen. wo Männer und Frauen aller Länder das Europäertum wie die Zugehörigkeit zu ihrem Geburtsland betrachten. und – wo auch immer sie in diesem Weiteren Raum hingehen – fühlen: „Hier bin ich zu Hause.“

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