Gymnasiastin forscht im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten zu Colonia Dignidad
Auf Spurensuche im Archiv

Gronau -

Eigentlich hat alles mit einem Kinobesuch angefangen. Anfang des Jahres 2016 hat Meike Dombrowski sich mit ihrer Mutter den Film „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ angeschaut. Da wusste die Gymnasiastin allerdings noch nicht, dass sie sich noch einmal intensiv mit der deutschen Siedlung in Chile beschäftigen und dafür sogar einen Preis bekommen würde.

Montag, 12.06.2017, 06:06 Uhr

Meike Dombrowski hat sich im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit der Colonia Dignidad beschäftigt. Für ihre Arbeit hat sie einen Förderpreis bekommen, der mit 100 Euro dotiert ist.
Meike Dombrowski hat sich im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit der Colonia Dignidad beschäftigt. Für ihre Arbeit hat sie einen Förderpreis bekommen, der mit 100 Euro dotiert ist. Foto: Frank Zimmermann

Okka Janssen-Rüße ist Geschichtslehrerin am Werner-von-Siemens-Gymnasium. Als sie den Schülern ihres Leistungskurses vom Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erzählte, fiel Meike Dombrowski der Film wieder ein. Denn der Wettbewerb hatte das Ausschreibungsthema: „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte.“ Schüler waren dazu aufgerufen, zu einem passenden Thema zu forschen, das außerdem einen lokalen oder biografischen Bezug zu ihnen hat. Als Meike Dombrowski dann im Gronauer Lokalteil der WN einen Artikel über die Colonia Dignidad entdeckte, wurde ihr klar, dass es einen lokalen Bezug gibt. Sie hatte das Thema für ihren Wettbewerbsbeitrag gefunden.

Neben Dombrowski wollten eigentlich auch noch vier andere Schülerinnen am Wettbewerb teilnehmen. Doch weil das eine „ungeheure Arbeit ist“, wie Okka Janssen-Rüße erklärt, haben sie vorzeitig aufgegeben. Da der Wettbewerb sehr anspruchsvoll sei, richte er sich vor allem an Oberstufenschüler. Und die haben in Zeiten von G 8 ohnehin viel zu tun. Dazu komme, dass Schüler aus Gronau beim Wettbewerb mit erschwerten Bedingungen an den Start gehen. „Die Konkurrenz ist extrem groß, man hat als Gronauer Schüler – und das habe ich Meike auch vorher gesagt – eigentlich keine Chance“, sagt Okka Janssen-Rüße.

Denn für den Wettbewerb würden zum Beispiel in Münster Lehrer extra freigestellt, um nur zuarbeiten zu können. In größeren Städten seien auch die Möglichkeiten größer, in Archiven zu recherchieren. Und auch ein lokaler Bezug zum Thema sei natürlich in einer größeren Stadt leichter zu finden als in einer kleinen.

Meike Dombrowski ließ sich von der Arbeit und allen widrigen Umständen aber nicht schrecken und blieb am Ball, wie sie im Gespräch mit den WN erzählt (siehe unten). So entstand, wie Geschichtslehrerin Janssen-Rüße betont, eine „wirklich tolle“ Arbeit. „Ich habe gehofft, dass diese Arbeit in irgendeiner Weise gewürdigt wird.“

Wurde sie: Meike Dombrowski erhielt dafür einen mit 100 Euro dotierten Förderpreis. Darüber freut sich auch der stellvertretende Schulleiter Burkhard Kleinke: „Ich freue mich sehr für dich, aber auch für die Schule“, sagt er zu Dombrowski. Und weiter: „Wir haben uns in unser Leitbild geschrieben, wir möchten im Sinne der Begabtenförderung auch über das gymnasiale Maß hinaus ermutigen, an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Je mehr Erfolge wir vorweisen können, desto einfacher wird es, andere Schüler davon zu überzeugen, sich in diese Arbeit hineinzustürzen. Deshalb finde ich es ganz toll, dass du das gemacht hast. Herzlichen Glückwunsch!“

Bleibt noch die Frage, was Meike Dombrowski mit dem Preisgeld macht: ganz oft ins Kino gehen? Nein, sie wird das Geld für einen Urlaub verwenden. Und den Film, mit dem alles angefangen hat, kann sie jetzt zu Hause so oft gucken, wie sie möchte. Die DVD bekam sie nämlich von der Fachschaft der Geschichtslehrer geschenkt.

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