Radschnellweg von Glanerbrug bis Ochtrup
Bei den Kosten mussten die Politiker schlucken

Gronau -

Die Idee an sich begeistert, nur beim Blick auf die Finanzen mussten die Politiker am Ende heftig schlucken: Auf rund 17 Millionen Euro werden die Kosten für die Fortführung des niederländischen Radschnellweges F 35 von Glanerbrug bis Ochtrup beziffert.

Donnerstag, 22.06.2017, 08:06 Uhr

Radschnellwege sind in den Niederlanden wichtige Bausteine des Mobilitätskonzeptes.
Radschnellwege sind in den Niederlanden wichtige Bausteine des Mobilitätskonzeptes. Foto: Ulrich Kalle/ADFC NRW

Das war der Wermutstropfen, der am Dienstagabend in die Präsentation einer Machbarkeitsstudie für das Projekt fiel. Die Studie wurde – wie berichtet – im Rahmen  des Interreg-Programms von der EU kofinanziert und vom Büro AB Stadtverkehr, Bonn, in Verbindung mit dem niederländischen Büro SOAB, Breda, erstellt. Der F 35 (dessen Ausbau in den Niederlanden von Nijverdal bis zur Grenze in Glanerbrug Fortschritte macht) soll noch mehr Pendlern Anreize bieten, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Der beleuchtete Radweg ist mindestens vier Meter breit, der rote Asphalt hat gute Qualität. Es gibt nur wenige Kreuzungen und wenn, dann hat der Radverkehr so weit wie möglich Vorfahrt.

Eine Weiterführung über die deutsch-niederländische Grenze hinaus ist im Grundsatz machbar, sollte auch in Deutschland die Bezeichnung F 35 tragen und unter Verwendung des markanten roten Asphalts erfolgen. Zudem müsse das Vorhaben als Euregio-Projekt auf den Weg gebracht werden, um den grenzüberschreitenden Charakter zu betonen.

Arne Blase (AB Stadtverkehr) stellte dem Ausschuss eine mögliche Trassenführung von Glanerbrug bis Ochtrup vor. Die könnte sich an der Landstraße 510 (Enscheder Straße, Hermann-Ehlers-Straße, Ochtruper Straße) orientieren. Vorteil: Die Verkehrsfläche ist weitgehend vorhanden, müsste „nur“ neu geordnet werden. Gegen eine bahnliniennahe Trasse sprechen hingegen verschiedene Argumente: Notwendige Flächen sind im Besitz der Bahn, im Innenstadtbereich wären aufwendige Brückenbauwerke nötig, eine Weiterführung des Schnellweges an bestimmten Stellen nicht möglich. Zudem fehle auf bestimmten Abschnitten bei einer solchen Trasse die soziale Kontrolle.

Im Gronauer Stadtgebiet würde die Trasse teilweise einseitig entlang der L 510, teilweise beidseitig mit Richtungsfahrbahnen geführt, ab Heerweg dann einseitig in Richtung Ochtrup weiterlaufen.

Die im Rahmen der Machbarkeitsstudie ermittelten Kosten von insgesamt 16,8 Millionen Euro verteilen sich auf die drei Abschnitte Enschede (fünf Millionen), Gronau (8,6 Millionen) und Ochtrup (3,1 Millionen). „Das sieht nach viel aus“, räumte Blase ein, relativierte aber zugleich die Zahlen: Für eine Strecke von rund sieben Kilometern im Gronauer Stadtgebiet „ist das nicht besonders viel“ betonte er mit Blick auf Kosten von zig Millionen für einen Kilometer Autobahn. So gesehen seien die Kosten „sehr überschaubar, bei sehr großem Nutzen“. Vor allem für Gronau, denn: „Die Stadt hätte den meisten Nutzen von dem Projekt“, so Blase, weil sich auch für den Innenstadtbereich Potenziale auftun würden.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder gab es viele positive Rückmeldungen. Der Tenor: Die rasche Umsetzung des Projekts als Teil eines zeitgemäßen Mobilitätskonzeptes sei wünschenswert. Es gelte aber, Partner für die Finanzierung zu finden. Sollte die Stadt alleine auf den Kosten hängenbleiben, „würde es an der Finanzierung scheitern“, sprach Jörg von Borczyskowski (UWG) Klartext.

Abe vielleicht wird ja nicht nur die Machbarkeitsstudie, sondern auch das Projekt selbst mit Interreg-Mitteln gefördert . . . 

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