Benjamin Pütter zu Gast in Gronau
Kinderarbeit weltweit den Kampf ansagen

Gronau -

Der Steuerungsgruppe Fairtrade der Stadt Gronau ist es gelungen, den Kinderrechtsexperten Benjamin Pütter zum Auftakt der „Fairen Wochen 2017“ nach Gronau zu holen.

Montag, 10.07.2017, 13:07 Uhr

Benjamin Pütter kämpft gegen die weltweit immer noch verbreitete Kinderarbeit.
Benjamin Pütter kämpft gegen die weltweit immer noch verbreitete Kinderarbeit. Foto: privat

Der Steuerungsgruppe Fairtrade der Stadt Gronau ist es gelungen, den Kinderrechtsexperten Benjamin Pütter zum Auftakt der „Fairen Wochen 2017“ nach Gronau zu holen. Der Freiburger, der viele Jahre für Misereor gearbeitet hat und mittlerweile als Berater für das Kinderhilfswerk „Die Sternsinger“ tätig ist, wird in Gronau gleich bei zwei Veranstaltungen zu erleben sein.

Am 11. September (Montag) wird Pütter um 19 Uhr in der Stadtbücherei einen Vortrag über sein neustes Buch „Kleine Hände – großer Profit“ halten. Im Buch geht es um Kinderarbeit. Benjamin Pütter kämpft dagegen und das nicht nur am Schreibtisch. Weltweit müssen rund 200 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen den ganzen Tag arbeiten. In der Vergangenheit hat der Experte auch inkognito indische Steinbrüche besucht und deshalb Morddrohungen erhalten. Er wird erklären, warum Kinderarbeit wieder zugenommen hat und was dagegen zu tun ist. Denn jeder Mensch kann etwas dazu beitragen, indem er sich beim Einkaufen Gedanken darüber macht, was er gerade kauft und wo diese Produkte wie entstehen.

Anmeldungen für diese kostenfreie Veranstaltung nimmt die Stadtbücherei unter der Telefonnummer 02562 12442 entgegen.

Einen Tag später (12. September) ist Pütter nach der aktuellen Planung um 10 Uhr Gast bei einer internen Veranstaltung mit Schülern der Gesamtschule Gronau. Die Gesamtschule befindet sich im Zertifizierungsprozess zur Fairtrade School und nutzt diesen Vortrag, um anschaulich und aus erster Hand zum Thema Kinderarbeit zu informieren.

Es gebe viele Widerstände beim Kampf gegen Kinderarbeit, sagt Pütter, der den Verein Xertifix e.V. gegen Kinderarbeit in Indien gegründet hat. Pütter wünscht sich, dass die Menschen in Deutschland keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit kaufen, sondern beim Kauf nachfragen: „Ist das garantiert ohne Kinderarbeit entstanden? Gibt es dort ein Siegel, das unabhängig kontrolliert? Oder sind die Produkte so billig, weil sie aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen?“ Benjamin Pütter ist schon mehr als 80 Mal durch Indien gereist, das Land mit den meisten Kinderarbeitern. Er berichtet von Mädchen und Jungen, die teilweise bereits mit fünf Jahren ganztags arbeiten müssen, prangert die Machenschaften skrupelloser Firmenchefs an und deckt auf, warum auch wir unwissentlich Produkte aus Kinderarbeit kaufen.

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