Drio-GmbH und Stadt stellten Planungen vor
„Eine ehrgeizige Aufgabe“

Gronau -

Die bereitgestellten 240 Stühle reichten fast nicht, so groß war der Andrang. Dieses große Interesse wiederum habe ihr „ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, wie Bürgermeisterin Sonja Jürgens zu Beginn des Informationsabends sagte. Sie wisse sehr wohl, dass es in Sachen Innenstadt eine zweigeteilte Stimmungslage gebe. Von den einen werde die These vertreten, „das wird sowieso nichts“. Mit Blick auf die Besucher im Saal beschrieb sie die andere Gruppe: „Sie repräsentieren die Hoffnung, dass sich etwas entwickeln wird.“ Der Weg zu einer neuen, „lebendigen Innenstadt“ werde nicht leicht; alle Beteiligen seien aber engagiert bei der Arbeit. Jürgens versprach, mit den Bürgern im ständigen Dialog zu bleiben: „Schließlich ist das unsere Innenstadt“.

Freitag, 14.07.2017, 18:07 Uhr

So soll die City künftig nach den Plänen für das Projekt Drio künftig aussehen. Beim Infoabend gab es auch ein Modell dazu.
So soll die City künftig nach den Plänen für das Projekt Drio künftig aussehen. Beim Infoabend gab es auch ein Modell dazu. Foto: Hoff/List

Die Pläne für das Projekt „ Drio “, ein aus drei separaten Gebäuden bestehender Komplex auf dem Hertie-Areal und dem Kurt-Schumacher-Platz, stellte Sebastian Grochowiak vor. Die Hoff Projektentwicklung GmbH (Gronau) und die List Retail Development GmbH (Nordhorn) haben dafür in der Projektgesellschaft (Hoff & List Objekt Drio GmbH) ihre Kräfte gebündelt. Planung und Bau liegen bei Hoff, um Entwicklung und Mieter kümmert sich List.

Vorgesehen sind in den Drio-Immobilien folgende Nutzungen: Rund 6000 Quadratmeter Einzelhandel, 4000 Quadrater Dienstleistung, 1000 Quadratmeter Gastronomie, rund 2000 Quadratmeter öffentliche Nutzung und 2000 Quadratmeter Wohnen. Zudem ist der Bau eines Parkhauses auf dem Alten Schlossplatz geplant und die Sanierung eines heute stillgelegten Teilbereichs der städtischen Tiefgarage.

Für jedes Gebäude ging Grochowiak auf Details wie Größe, Geschosshöhen, Nutzungsart und andere Besonderheiten ein. Als er in seiner Präsentation zu einem „virtuellen Stadtrundgang“ einlud und eine heutige Ansicht der Hertie-Immobilie in eine künftige Drio-Ansicht überblendete, entfuhr einer Zuschauerin in den hinteren Reihen ein erstaunt-bewundernd klingendes „Booh!“. Grochowiak versprach, dass die neuen Gebäude mit hellem Klinker, Sandsteinplatten und weiteren abgestimmten Materialien künftig „als ein Ensemble wahrgenommen“ würden. Durch die Bebauung des Schumacher-Platzes mit dem Drio-Bau 3 erhalte der Platz künftig eine „neue, angenehme Proportion“.

Das Zustandekommen des Begriffes „Drio“ erläuterte Karl-Heinz Pricking (Hoff & List Objekt Drio GmbH). Die Bezeichnung steht für die drei Baukörper, aber auch für die Lage im Dreiländereck und die drei Nutzungen Erleben, Wohnen, Einkaufen. Die grafische Herleitung ist am Lageplan orientiert, die Farben verweisen auf Wasser (blau) und grüne Parkflächen (grün).

Bis zum dritten Quartal sollen Kaufvertrag und städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Drio GmbH geschlossen, bis Ende 2017 die Vermietung unter Dach und Fach sein. Der Abschluss der Bauleitplanung und die Einreichung des Bauantrages stehen für das zweite Quartal 2018 auf der Zeitachse, der Baubeginn im dritten Quartal. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen. Pricking: „Eine ehrgeizige Aufgabe, aber wir arbeiten mit großem Engagement, um dieses Ziel zu verwirklichen.“ Auch er betonte, dass dafür die Unterstützung der Bürger nötig sei.

Die anstehenden Schritte der Bauleitplanung erläuterte sehr anschaulich Carsten Lang (Wolters & Partner, Coesfeld): Für das geplante Parkhaus muss der Flächennutzungsplan der Stadt geändert werden. Mit Blick auf das rechtlich normierte Bebauungsplanverfahren legte Lang dar, welche Fülle von Überprüfungen, Analysen und Abwägungen durchzuführen und schließlich vor einer Beschlussfassung durch den Rat zu beachten sind.

Zum Thema

Die Planunterlagen für die Stadtentwicklung liegen im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung bis zum 14. August in der Nebenstelle Planen, Bauen, Umwelt (Grünstiege 64) aus. Sie sind außerdem auf der Homepage der Stadt (gronau.de) einsehbar.

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