Uranoxidlager bei Urenco
Inbetriebnahme hat keine Priorität

Gronau -

Die Urenco Deutschland GmbH hat es mit der Inbetriebnahme seiner neuen Lagerhalle für 60 000 Tonnen Uranoxid offenbar nicht eilig. „Die Inbetriebnahme des U₃O₈-Lagers wird nicht prioritär angegangen.“, teilte Sprecher Dr. Chris Breuer auf Anfrage mit.

Freitag, 21.07.2017, 06:07 Uhr

Blick in das Uranoxid-Lager der Urenco Deutschland. Baulich abgenommen wurde die Halle bereits 2014, eine Inbetriebnahme ist aber bisher nicht erfolgt.
Blick in das Uranoxid-Lager der Urenco Deutschland. Baulich abgenommen wurde die Halle bereits 2014, eine Inbetriebnahme ist aber bisher nicht erfolgt. Foto: Urenco

Die Urenco Deutschland GmbH hat es mit der Inbetriebnahme seiner Lagerhalle für 60 000 Tonnen Uranoxid offenbar nicht eilig. Nach Angaben der Münsterländer Anti-Atomkraft-Initiativen hat das Unternehmen die Inbetriebnahme erneut verschoben. Zuletzt hatte Urenco nach Angaben von Bundes- und Landesregierung die Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2017 angekündigt.

Auf Anfrage nannte das Unternehmen jetzt keinen neuen Zeitpunkt für eine Inbetriebnahme. Dr. Chris Breuer , Pressesprecher von Urenco: „Die Inbetriebnahme des U₃O₈-Lagers wird nicht prioritär angegangen. Der normale Weg sieht vor, dass eine gewisse Zeit vor einer geplanten Inbetriebnahme ein Inbetriebnahme-Antrag gestellt werden muss bei der Aufsichtsbehörde. Das wird die Urenco vorschriftsmäßig machen. Den Antrag auf Inbetriebnahme werden wir dann stellen, wenn wir die Lagerkapazität tatsächlich in Anspruch nehmen wollen. Aktuell ist diese ausreichend vorhanden. Es ist weiterhin vorgesehen, das Lager in Betrieb zu nehmen. Damit entsprechen wir auch den Vorgaben unserer Betriebsgenehmigung. Baulich abgenommen wurde das Lager bereits 2014 durch die Stadt Gronau.“

Stellung nahm das Unternehmen auch zur Darstellung von Kernkraftkritikern, dass der Verbleib von mehr als 10 000 Tonnen abgereichertem Uran aus der Gronauer Produktion ungeklärt sei. Das Restprodukt der Urananreicherung sei im französischen Pierrelatte gelagert, tauche in einer Landtagsdrucksache (Mai 2017) aber nicht mehr auf.

Dazu Chris Breuer: „Ein Teil des angefallenen abgereicherten Urans (ca. 12 700 Tonnen UF₆) ist in Frankreich zu U₃O₈ (rund 10 100 Tonnen) dekonvertiert worden und lagert seitdem dort. Im Jahr 2016 ist dieses U₃O₈ mit unserer Schwestergesellschaft in Großbritannien gegen UF₆ getauscht worden, das wiederangereichert werden soll. Hiermit wird im Übrigen auch der Nachweis erbracht, dass abgereichertes Uran ein Wertstoff ist.“

Atomkraftgegner sprechen dagegen von „Uranmüll“ und haben die Sorge, dass durch die zeitlich unbefristete Lagerung in Gronau de facto ein Endlager entsteht.

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