Lagerung von Uranoxid
„Der nukleare Schlingerkurs der Urenco muss ein Ende haben“

Gronau -

Atomkraftgegner fordern von der Urenco, die Genehmigung für die Halle und zur Lagerung von Uranoxid zurückzugeben. Das Unternehmen spiele „Uranopoly“.

Mittwoch, 02.08.2017, 11:08 Uhr

Die Gronauer Urananreicherungsanlage. Das neue Uranoxid-Lager bleibt vorerst weiterhin leer. Atomkraftgegner rufen nach Konsequenzen.
Die Gronauer Urananreicherungsanlage. Das neue Uranoxid-Lager bleibt vorerst weiterhin leer. Atomkraftgegner rufen nach Konsequenzen. Foto: Jürgen Peperhowe

Nachdem die Urenco Deutschland GmbH in den letzten Tagen auf WN-Anfrage mitgeteilt hat, dass die Inbetriebnahme der neuen Uran-Lagerhalle für 60 000 Tonnen Uranoxid „nicht prioritär angegangen werde“, fordern regionale Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) den Konzern auf, die Genehmigung für die Halle und zur Lagerung von Uranoxid in der Halle „freiwillig und rechtsverbindlich zurückzugeben“. Andernfalls müsse die NRW-Landesregierung die Genehmigung offiziell widerrufen, da es offensichtlich keinen Bedarf für das neue Lager gebe.

BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz: „Der nukleare Schlingerkurs der Urenco muss endlich ein Ende haben.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Urenco Bevölkerung und Behörden jahrelang im Unklaren darüber lasse, was eigentlich mit dem abgereicherten Uran passieren solle. Buchholz: „Das NRW-Wirtschaftsministerium muss unverzüglich aktiv werden. In Gronau darf kein weiterer Atommüll produziert und jegliche Lagerung von Uranoxid in der Lagerhalle muss generell untersagt werden.“

Beim Betrieb der Urananreicherungsanlage fällt abgereichertes Uran in Form von Uranhexafluorid an. Ein großer Teil dieses Materials lagert derzeit in Containern unter freiem Himmel auf dem Urenco-Gelände. Bis 2009 wurde das Uranhexafluorid zur Freiluftlagerung nach Russland exportiert, später zur Umwandlung in Uranoxid nach Frankreich transportiert.

Urenco-Sprecher Chris Breuer erklärte kürzlich gegenüber den WN, dass rund 10 100 Tonnen des Uranoxids in Frankreich gegen Uranhexafluorid der britischen Urenco-Schwestergesellschaft getauscht worden seien. Atomkraftgegner sprechen in diesem Zusammenhang von „Uranopoly“, dessen Auswirkungen auf die Lagerhalle in Gronau nicht bekannt seien.

Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen hat viele Fragen: „Zu all diesen Fragen müssen Urenco, die NRW-Landesregierung sowie ggf. auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks klare Antworten geben.“

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