Familie Agten bietet Schutz bei Wind und Wetter
Schirme mit Charme

Gronau -

Wenn es schüttet und weht, teilt sich die Welt in zwei Lager: Die einen ziehen die Schultern hoch und die Kapuze ins Gesicht und ballen lieber die Faust in der Tasche als eine freie Hand für einen Schirm zu opfern. Die anderen greifen zu Taschen- oder Stockschirm und kämpfen mit der Tücke des Objekts oder mit dem Wind, der ihnen das gute Stück um die Ohren oder gar aus der Hand reißt.

Donnerstag, 10.08.2017, 07:08 Uhr

Von wegen Grau: Da kann es regnen, wie es will, mit den Schirmen von Henk und Kevin Agten (v. l.) hat schlechte Laune kaum Chancen. Der Knirps in Kevin Agtens Arm ist indes unverkäuflich: Guus trägt entscheidend zur Modellauswahl bei den Kinderschirmen bei.
Von wegen Grau: Da kann es regnen, wie es will, mit den Schirmen von Henk und Kevin Agten (v. l.) hat schlechte Laune kaum Chancen. Der Knirps in Kevin Agtens Arm ist indes unverkäuflich: Guus trägt entscheidend zur Modellauswahl bei den Kinderschirmen bei. Foto: Christiane Nitsche

„Das kann hier nicht passieren“, erklärt Henk Agten der Dame, die sich eben von ihm einen großen, stabilen Sturmschirm zeigen lässt. Der 66-Jährige deutet auf die doppellagige Verarbeitung, durch die der Luftdruck entweichen kann. Die Frau ist begeistert. „Den muss ich haben“, ruft sie. Gesagt, getan – gewappnet für alle Wind- und Wetterlagen verlässt die Frau strahlend den Laden.

Neben Schirmhassern und Schirmliebhabern gibt es Menschen wie Henk Agten und seinen Sohn Kevin , die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für wirklich jeden in jeder Lebens- und sogar Liebeslage den jeweils passenden Schirm anzubieten.

In ihrem Webshop „Regenschirmkaufen.de“ finden sich Schirme in allen Farben, Formen und Funktionsvarianten, die sich nur vorstellen lassen. Markenschirme, Sturmschirme, Mottoschirme, herzförmige, transparente, aerodynamische, individuell bedruckte, Stock-, Taschen-, Kinderschirme.

„Guus ist Design-Chef bei den Kinderschirmen“, sagt Kevin Agten lachend. Guus ist neun Monate alt und Kevin Agtens ganzer Stolz. Der Knirps bekommt die Modelle für die Kleinen als erster zu sehen. „Wenn er nicht lacht, kommen sie nicht ins Sortiment“, stellt der Papa verschmitzt fest.

Offensichtlich findet Guus Gefallen an Schirmen mit Marienkäfer-Aufdruck, kleinen Glücksschweinchen und Wetterfröschen – die Auswahl ist so bunt wie fröhlich. Dabei achten Papa und Opa auf Qualität: deutsche und englische Markenfabrikate, dazu ein Teil aus China und den Niederlanden. „Keine Billigware“, betont Henk Agten.

„Es ist eine Art Hobby für uns“, stellen er und sein Sohn unisono fest. Kevin Agten hat einen Job im Verkauf, der Vater betreibt seit 23 Jahren den „Copy Shop“ in Gronau. 2009 begann Kevin Agten, über eine niederländische Internet-Plattform Schirme zu verkaufen. „Da gab es viele Kunden aus dem deutschsprachigen Raum“, erklärt der 35-Jährige. „Darum haben wir überlegt, dass wir auch eine deutsche Firma gründen sollten.“

Die Liste der Kunden liest sich heute wie ein „Who is Who“: die Städte München, Heidelberg und Stuttgart haben größere Stückzahlen Schirme geordert, dazu diverse TV-Produktionen wie etwa „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, der Deutsche Fußballbund (DFB) – und sogar das Bundeskanzleramt in Berlin. „Wir haben sehr viele Kunden in Berlin“, wundert sich Henk Agten selbst.

Der Clou an den Schirmen der Agtens ist, dass sie nicht nur vom Einzelstück bis zu großen Chargen bestellt werden können, sondern auch individuell bedruckt. „Wir haben einen Siebdrucker in Glanerbrug, der das für uns macht“, erklärt Kevin Agten. Nicht nur das: „Wir sind praktisch der einzige Laden in Deutschland, der auch einen einzelnen Schirm bedruckt“, fügt der Vater hinzu. Und wenn es mal ganz schnell gehen muss, geht das sogar über Nacht. „Wenn jemand am nächsten Tag heiratet und feststellt, dass es regnen soll, dann braucht er vielleicht ganz schnell zehn transparente Schirme für die Gesellschaft mit Namen und Datum“, überlegt er weiter. „Und dann machen wir das eben.“ Außerdem könne jeder, der online bestellt, im Laden an der Ochtruper Straße vorbeikommen und die Ware prüfen.

Die Hochzeitsschirme sind besonders beliebt, auch bei den Chefs selbst. „Der Herzregenschirm ist mein Lieblingsschirm“, bekennt Kevin Agten, „aber auch die durchsichtigen.“ Und Henk Agten geht es wie der Kundin vorhin, die eigentlich nur Fotokopien brauchte und dann die Schirmauswahl entdeckte. „Den Sturmregenschirm“, sagt er mit Nachdruck, „den finde ich super.“

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