Fairtradestadt Gronau und Mission sammeln alte Handys
Recycling mindert Leiden

Gronau -

Ein Leben ohne Handy ist für viele kaum noch vorstellbar. Doch die schöne Welt der Mobiltelefone hat eine blutige Seite: Rebellengruppen im Ostkongo erobern Coltan-Minen und verkaufen illegal das seltene Erz, das für die Herstellung von Handys benötigt wird. Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Gronau ruft daher gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk Missio dazu auf, ausgediente Handys und Smartphones abzugeben, um Rohstoffe in Handys weiterzuverwenden oder die wertvollen Metalle darin zu recyceln.

Freitag, 25.08.2017, 16:08 Uhr

Alt-Handys sind Gold wert. Darauf machen Vertreter der an der Fairtrade-Stadt Gronau beteiligten Organisationen aufmerksam. Vom 1. bis 7. September findet in Kooperation mit dem Hilfswerk Missio eine Sammelaktion statt.
Alt-Handys sind Gold wert. Darauf machen Vertreter der an der Fairtrade-Stadt Gronau beteiligten Organisationen aufmerksam. Vom 1. bis 7. September findet in Kooperation mit dem Hilfswerk Missio eine Sammelaktion statt. Foto: Martin Borck

Der kongolesische Erzbischof François-Xavier Maroy schildert die Lage im Ostkongo: Die Zivilbevölkerung wird brutal vertrieben, oft holen Kinder das Coltan aus ungesicherten Minen. Vergewaltigungen werden als Kriegswaffe eingesetzt, kritisiert er. „Wenn man weiß, dass man Coltan verwendet oder kauft, für das eine ganze Dorfgemeinschaft niedergemetzelt worden ist, dann muss uns das zum Umdenken bringen. Erst wenn die Handy-Unternehmen kein illegales Coltan mehr verwenden, werden keine Menschen mehr für dieses Erz misshandelt und vertrieben“, so Erzbischof Maroy.

Mit einer Spende aus dem Erlös der Fairtrade-Aktion werden Projekte von Missio im Kongo unterstützt. Sie wiederum helfen Familien, die vor dem Bürgerkrieg fliehen mussten.

Das Unternehmen Mobile Box führt die Handysammlung durch, bereitet geeignete Geräte für den Wiederverkauf auf und sorgt für das fachgerechte Recycling der Rohstoffe.

Außerdem rufen die Organisationen dazu auf, mit einer Handy-Petition „Kein Blut für unsere Handys“ an Mobilfunkunternehmen zu appellieren, zukünftig zu garantieren, dass ihre Handys wirklich sauber sind und die Unternehmen kein illegales Coltan aus der Konfliktregion verwenden. Die Aktion findet im Rahmen der bundesweiten Mitmachaktion „Woche der Gold-Handys“ statt.

In Gronau und Epe können gebrauchte Handys vom 1. bis 7. September an folgenden öffentlichen Sammelstellen abgegeben werden: Stadtbücherei Gronau, Bücherei Epe, katholische Kirchen St. Agatha Epe, St. Antonius und St. Josef Gronau, Verbraucherzentrale und Chance GmbH.

Interne Handy-Sammlungen finden in folgenden Gronauer Einrichtungen statt: Bethesda-Seniorenzentrum, Caritas und SkF im St. Elisabeth-Haus, Lindenschule, Gesamtschule Gronau, DRK-Kitas, Familienzentrum Wittekindshof, Kindertagesstätten „Pusteblume“, „Rappelkiste“ der Chance und Freiwilligenzentrale „Mach mit“.

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