Das Judentum war Thema beim jüngsten Oase-Feuer
Eine leidvolle Geschichte

Gronau -

Zum Oase-Feuer trafen sich am Freitagabend Interessierte und Referenten zum Thema „Das Judentum – Riten, Symbole und seine leidvolle Geschichte“.

Dienstag, 29.08.2017, 06:08 Uhr

Heinz Krabbe (stehend) war einer von drei Referenten, der beim Oase-Feuer über das Judentum referierte. Dabei ging er auch auf die Geschichte des Judentums in der Region ein.
Heinz Krabbe (stehend) war einer von drei Referenten, der beim Oase-Feuer über das Judentum referierte. Dabei ging er auch auf die Geschichte des Judentums in der Region ein. Foto: Hans Dieter Meyer

Heinz Krabbe , der auch als Synagogenführer in Enschede ehrenamtlich tätig ist, berichtete über die Riten und Symbole in der jüdischen Religion. Er thematisierte unter anderem die Bedeutung und die konkrete Ausstattung einer Synagoge sowie die Feste im Judentum. So erfuhren die Teilnehmer mehr über die Menorah, den siebenarmigen Leuchter, der heute nur noch im Judentum symbolische Bedeutung hat. Ein äußeres Zeichen dafür, dass jedes jüdische Haus ein Haus Gottes sein soll, ist eine kleine Kapsel, die Mezusa, die an jedem Türpfosten in einem jüdischen Haus hängt. Sie enthält das Glaubensbekenntnis der Juden in Kurzform.

Heinz Krabbe berichtete über die zentralen Gebote des Judentums, über die Tora, das jüdische Neujahrs- und das Laubhüttenfest und deren Bedeutungen und darüber, dass im Mittelpunkt des jüdischen Lebens überall auf der Welt der Sabbat steht. Der Sabbat ist im Judentum in besonderer Weise dem Gottesdienst gewidmet. Christen haben den Sonntag und die Juden den Samstag hierfür gewählt. Muslime kommen freitags zum gemeinsamen Gebet zusammen.

Natürlich gab es auch die ungesäuerten Brote zu probieren, die an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnern sollen. Es gibt in Enschede noch eine Bäckerei mit deutschem Ursprung, die diese ungesäuerten Brote backt und weltweit vertreibt.

Rudi Nacke, der sich als Historiker besonders in die Geschichte des Judentums eingearbeitet hat, berichtete über das Leben der jüdischen Mitbürger in Gronau und Epe im Zusammenhang mit der Geschichte der Juden in unserem Grenzraum. In Epe war die Familie Pagener ansässig, die dort mitten im Ort an der Gronauer Straße unweit der jetzigen Volksbank eine Kunsthonigfabrik betrieb. Auf der gegenüberliegenden Seite war die Böttcherei. Mit den dort entstandenen Fässern wurde der Kunsthonig verschickt, eine Masse aus Zucker, Milchsäure und Wasser, die heute den Namen Invertzuckercreme trägt. Besonders im Ersten Weltkrieg sollen damit auch die Truppenteile beliefert worden sein.

Die Vorsitzende des ökumenischen Kirchgartens Oase, Marlies Gartmann, dankte den Referenten für deren Beiträge. Diese versicherten, gerne zu einem späteren Zeitpunkt über den Fortgang der Arbeiten zu berichten.

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