Zwischen Gronau und Steinfurt
Polizei beendet Bahnblockade von Atomkraftgegnern

Gronau -

(Aktualisiert: 14.40 Uhr) Atomkraftgegner haben mehr als zwölf Stunden lang die Bahnstrecke bei Gronau im Münsterland blockiert und so einen Zug mit radioaktivem Material aufgehalten. Am Freitag konnte die Polizei sie aus dem Gleis holen. 

Freitag, 06.10.2017, 14:40 Uhr aktualisiert: 06.10.2017, 14:51 Uhr
Eine Atomkraftgegnerin wird am 6.10.2017 bei Ochtrup von der Polizei zu einem Krankenwagen geführt. Foto: dpa
Eine Atomkraftgegnerin wird am 6.10.2017 bei Ochtrup von der Polizei zu einem Krankenwagen geführt. Bei Gronau hatten Atomkraftgegner über elf Stunden lang eine Bahnstrecke blockiert. Sie wollen damit verhindern, dass ein Zug die Uranaufbereitungsanlage Gronau erreichen kann. Die Zugstrecke blieb bis in den frühen Morgen gesperrt. Foto: Guido Kirchner/dpa

In der Nacht zum Freitag begann die Polizei, die drei Aktivisten aus dem Gleisbett in der Nähe von Ochtrup zu befreien. Am frühen Freitagmorgen wurden zwei Aktivisten losgelöst, notärztlich versorgt und anschließend festgenommen. Der dritte Mann war auch da noch an den Gleisen „befestigt, aber nicht festgekettet“, wie ein Sprecher sagte.

An Betonklötzen festgekettet

Die Atomgegner haben sich am Donnerstag gegen 17.45 Uhr auf der Zugstrecke Münster-Gronau an zwei Betonblöcken im Gleisbett festgekettet. Drei von ihnen haben sich vor einem mit Uranhexafluorid beladenen Güterzug, drei dahinter angekettet. Der Zug kann über keinen anderen Weg in die Urananreicherungsanlage einfahren. Auf den Schienen zwischen Gronau und Burgsteinfurt ging am Donnerstagabend nichts mehr.

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Foto: dpa

Die Anti-Atomaktivisten protestieren mit der Blockadeaktion gegen die Atomindustrie: „Die Urananreicherungsanlage besitzt eine unbefristete Betriebsgenehmigung und ist vom sogenannten Atomausstieg ausgeschlossen. Wir wollen hier die menschen- und umweltverachtende Uranverarbeitung unterbrechen.“

In Gronau lagen die mit Schirm, Planen und Regenkleidung ausgestatteten jungen Leute, zwei Frauen und ein Mann, gegen halb sieben in strömenden Regen auf den Gleisen in der Nähe des Goorbachs. Beamte der Bundes- und der örtlichen Polizei hielten sich in der Nähe auf. Über dem Gleis ein Stück weiter in Richtung Ochtrup flog kurze Zeit ein Polizeihubschrauber.

Weitere Aktivisten

Drei andere Personen hatten sich auf dem Gleis zwischen Metelen Land und Burgsteinfurt angekettet, heißt es. Dazwischen steckte der Transportzug mit dem Uranhexafluorid für die Urenco. Der Zug war, wie zu vernehmen war, bereits gegen 16.30 Uhr auf freier Strecke angehalten worden. Danach ketteten sich die Aktivisten fest.

Am Freitag hat die Polizei dann alle Aktivisten aus den Gleisbetten entfernt. Insgesamt wurden zwölf Personen in Gewahrsam genommen. Ab Freitagmittag konnten die Züge wieder fahren.

Dass sich die Aktivistinnen und Aktivisten sich durch ihre Blockade nicht nur Freunde gemacht haben, ist ihnen bewusst. Bei den Zugfahrgästen, die in Busse umsteigen müssen, dürften sie eventuell vorhandene Sympathien verspielt haben. „Aber Urenco ist schließlich auch nicht nett“, sagte die Begleiterin der drei am Goorbach Festgeketteten. Sie sehen die Aktion als notwendiges Übel, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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