Weihbischof Wilfried Theising schließt mit Gastvortrag die Reihe „Freiheit und Verantwortung“ ab
Das Einende erlebbar machen

Gronau -

„Lieber Weihbischof Theising, lieber Mitbruder Wilfried, was Du uns hier in Deinem klugen Referat zu den Stichworten Freiheit und Verantwortung dargelegt hast, war viel mehr als ein bemerkenswerter Vortrag. Es war ein engagiertes Bekenntnis zur Ökumene.“

Samstag, 07.10.2017, 09:10 Uhr

Weihbischof Wilfried Theising bei seinem Vortrag in der Evangelischen Stadtkirche. Er war der letzte Redner der rund zweijährigen Reihe.
Weihbischof Wilfried Theising bei seinem Vortrag in der Evangelischen Stadtkirche. Er war der letzte Redner der rund zweijährigen Reihe. Foto: Martin Fahlbusch

Damit brachte Kirchenrat Rolf Krebs am Donnerstagabend in der Evangelischen Stadtkirche das auf den berühmten Punkt, was der Bischof des Katholischen Offizialats des Bistums Münster mit Sitz in Vechta in einer überzeugenden, aber auch nachdenklichen Rede dargelegt hatte. Bischof Theising gelang es dabei, bodenständig, überzeugend und authentisch zu entwickeln, was für die Christen – egal welcher Konfession – der Auftrag für die Zukunft ist. „Uns muss es viel mehr darum gehen, die Person Jesu, das Aufgehobensein in Gott und die Worte der Bibel als Richtschnüre für unser christliches Leben in einer Welt im Wandel zu begreifen“, forderte der Theologe.

Wilfried Theising ist auch in Gronau kein Unbekannter: Bevor ihn der Ruf des Papstes und seines Diözesanbischofs als Regionalbischof an den Niederrhein nach Xanten und seit einigen Monaten nach Vechta ereilte, war er im Kreis Steinfurt und in Münster als Kaplan, Pfarrer und Kreisdechant tätig und hielt stets Kontakt zu den evangelischen Mitbrüdern. Ganz typisch für den in Wettringen geborenen und in Münster geweihten katholischen Priester war seine Anekdote, warum er so oft in Gronau gewesen sei: „Wenn Sie es nicht weitersagen: Ich bin in meiner Zeit als Pfarrer in Metelen mit meinen Mitarbeitern mitunter in Gronau gewesen – hier war das Eis nämlich viel besser.“

Der bemerkenswerte Abend wurde durch das gefühlvolle Spiel der Musiker Iris Gruber (Saxofone) und Tamás Szöcz (Klavier) bereichert.

Wilfried Theising ist Vorsitzender der Bistumskommission für ökumenische Fragen. Als letzter Redner in der über zwei Jahre währenden Referatsreihe „Freiheit und Verantwortung“, die auch ein Stück auf die Renovierung der Stadtkirche in Gronau aufmerksam machte und Spenden einbrachte, beendete er mit seinen immer Aufmerksamkeit verdienenden Thesen das, was der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Dr. Nikolaus Schneider, vor gut zwei Jahren an gleicher Stelle begonnen und viele andere Gastredner weitergeführt hatten. In all diesen Referaten standen die Begrifflichkeiten, besser die Ansprüche von „Freiheit und Verantwortung“ im Mittelpunkt, wurden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und im Licht der Politik, der Theologie und der Solidarität beleuchtet.

Im Reformationsjahr war es am Donnerstag nun das Verdienst von Weihbischof Wilfried Theising, „die notwendigen Schritte zur Ökumene im Lichte von Freiheit und Verantwortung als Auftrag der Christen zu deuten, den Glauben immer als weltweiten Auftrag zu begreifen und wachsen zu lassen. Und das war unser gemeinsames Handeln – lange bevor es das Stichwort Globalisierung gegeben hat.“ Die Zukunft müsse nicht das Trennende theologisch spitzfindig zu zementieren suchen, sondern das Einende durch praktisches Tun im menschlichen Miteinander fortentwickeln und erlebbar machen, forderte engagiert der Weihbischof.

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