Kooperation von Schule und Diakonie
Gemeinsam gegen Depressionen

Gronau -

Im Rahmen des Aktionsmonats „Depression“ waren jetzt an zwei Tagen Ingo Stein und Liudmila Hoesch von der Diakonie Gronau für jeweils zwei Doppelstunden am Werner-von-Siemens Gymnasium Gronau, um den Schülern das Thema Depression näher zu bringen. Die Schüler Maik Rehorst, Celina Sach und Adelina Schulz haben in einem Bericht zusammengefasst, wie das Thema behandelt wurde:

Donnerstag, 26.10.2017, 10:10 Uhr

Schüler des Gymnasiums setzten sich jetzt mit dem Thema Depression auseinander. Das Foto zeigt alle Projektteilnehmer mit den Projektverantwortlichen Ingo Stein, Liudmila Hoesch (l.) und Lehrerin Susanne Blöbaum (r.).
Schüler des Gymnasiums setzten sich jetzt mit dem Thema Depression auseinander. Das Foto zeigt alle Projektteilnehmer mit den Projektverantwortlichen Ingo Stein, Liudmila Hoesch (l.) und Lehrerin Susanne Blöbaum (r.). Foto: privat

Zuerst wurde ein Teil des Kurzfilms „Ich hatte einen schwarzen Hund“ gezeigt, der von einem Mann handelt, der unter Depressionen leidet. Dies wird durch einen schwarzen, allgegenwärtigen Hund verdeutlicht. Je schlimmer die Depressionen werden, desto größer wird der Hund. Der schwarze Hund nimmt ihm die Lust, den Spaß und die Freude am Leben, schließlich auch das Selbstvertrauen, und veranlasst ihn, die Depressionen zu verstecken, bis sie ihn endgültig einnimmt bzw. übernimmt.

Danach sollten die Schüler ihre Gedanken und Gefühle während des Films mit einem Partner besprechen. Dabei kamen sie zu dem Entschluss, dass sich der Mann hilflos, verloren, träge und in einem schwarzen Loch gefangen fühlte, aus dem er nicht entkommen konnte. Außerdem hatten alle Mitgefühl mit dem Mann. Er bat nicht um Hilfe, weil er Angst hatte, dass ihn die Leute verurteilen würden.

Dies ist auch der Grund, warum viele Betroffene ihre Krankheit leugnen, wie wir in einem Rollenspiel von Ingo Stein und Liudmila Hoesch erfuhren. In dem Rollenspiel ging es um ein Ehepaar, wovon die Frau depressiv erkrankt war und deshalb nicht aus dem Bett aufstehen konnte. Ihr Mann versuchte, seine Frau zu einer Tasse Kaffee zu überreden, diese blieb jedoch regungslos im Bett liegen. Danach kam es zu einem Streit, weil die Frau schon seit über zwei Monaten Depressionen hatte und deshalb schlecht gelaunt und müde war, nicht zur Arbeit ging und den ganzen Tag im Bett blieb und der Mann dieses Verhalten nicht mehr duldete.

Dieses Schauspiel zeigt, dass nicht nur der Erkrankte, sondern auch die Angehörigen unter einer Depression leiden.

In der zweiten Doppelstunde haben wir dann den zweiten Teil von „Ich hatte einen schwarzen Hund“ gesehen; in diesem Teil erkannte der Mann, dass er etwas gegen den schwarzen Hund unternehmen muss und suchte sich Hilfe. So lernte er, wie man etwas gegen Depressionen tun kann, z.B. Sport treiben, da der Körper dann Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausschüttet. Eine weitere Möglichkeit ist ein Gefühlstagebuch, wo man jeden Tag die aktuelle Gefühlslage einträgt. So kann man die Gefühle in bestimmten Situationen nachverfolgen und vielleicht etwas daran ändern. Das Gefühlstagebuch kann eventuell auch in einer späteren Behandlung nützlich sein. Aber auch Angehörige können dem Betroffenen helfen, indem sie mit der Person sprechen und offen auf sie zugehen, oder indem sie Dritte, etwa Fachleute der Diakonie, hinzuziehen.

Falls sie Hilfe benötigen, können sich Betroffene an die Diakonie wenden. Schüler können sich an die Beratungslehrer des Gymnasiums oder an Ingo Stein persönlich wenden, der einmal im Monat zu einer Schulsprechstunde in die Schule kommt. Alle unterliegen der Schweigepflicht – was bedeutet, dass alles, was in den Gesprächen gesagt wird, vertraulich bleibt.

Generell können sich Betroffene oder Interessierte auf www.dajeb.de mit Eingabe der Postleitzahl oder des Städtenamens über die Beratungseinrichtungen vor Ort informieren. Möglich ist auch, die Seelsorge anzurufen (0800/111 0 111; 0800/111 0 222; 116 123), die rund um die Uhr erreichbar und kostenlos ist. Dort besteht die Gelegenheit, mit speziell ausgebildeten Personen zu reden.

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