Drilandsee-Konzept
Seeblick-Eigentümer Ruth und Josef Kleideiter: „Wir brauchen hier keine Party-Meile“

Gronau -

Still ruht der See. Noch. Denn seit dem Sommer gibt es Pläne für mögliche Veränderungen im Erholungsgebiet Drilandsee. Umstritten an diesem Konzept ist vor allem der Gedanke, weitere Gastronomie am See zu etablieren. 

Dienstag, 07.11.2017, 10:11 Uhr

Drilandsee-Konzept: Seeblick-Eigentümer Ruth und Josef Kleideiter: „Wir brauchen hier keine Party-Meile“
So könnten Veränderungen am Drilandsee nach den Vorstellungen der Familie Kleideiter (Seeblick) aussehen. Wichtig: Diese Skizze ist keine Detailplanung, sondern soll nur grob die Bereiche aufzeigen, in denen künftig bestimmte Angebote denkbar wären. Foto: Open Streetmap/Grafik: Jürgen Christ

Die einen sehen darin die Chance, das Seeufer zu beleben. Andere hingegen befürchten, der Charakter des Erholungsgebietes könnte dadurch Schaden nehmen. Ruth und Josef Kleideiter, seit mehr als 20 Jahren Eigentümer des Appartement-Hotels und Restaurants Seeblick, haben jetzt eigene Überlegungen für Veränderungen am See vorgestellt.

Für eine neue zusätzliche Gastronomie im Stil von „Pier 99“ Nordhorn oder „Else am See“ in Schüttorf sehen sie keinen Bedarf. Denn: Anders als bei den genannten Seen, gebe es am Drilandsee bereits neun verschiedene gastronomische Angebote. „Müssen wir immer das Gleiche tun, was andere machen?“, fragt Ruth Kleideiter mit Blick auf Pläne für ein neues Angebot im Bereich des Hügels, das vor allem auf junges Publikum abziele. Und: Wäre es nicht sinnvoll, auch für die Gastronomie am See eine Verträglichkeitsanalyse zu erstellen – so wie das bei der Einzelhandelsplanung erfolge?

Das Kleideiter-Konzept

Ruth Kleideiter und ihr Mann sind überzeugt, dass mit einer weiteren Gastronomie im angestrebten Stil Unruhe am See entstünde. Ruth Kleideiter: „Wir brauchen hier keine Party-Meile.“ Genau die sieht sie aber kommen. Zudem fürchten die Kleideiters, dass eine von Pächtern betriebene Gastronomie möglicherweise – gerade im Winter – auf Dauer nicht funktioniere. „Das fliegt den Investoren irgendwann um die Ohren – und dann haben wir noch so eine Gastro-Ruine wie das Dinkellager in der Stadt.“

Es gehe ihnen indes nicht nur ums Verhindern, machen sie deutlich. Sie haben selbst konkrete Vorstellungen entwickelt, wie es am See weitergehen sollte. Diese Überlegungen haben sie auch den anderen Betreibern von Einrichtungen rund um den See vorgestellt. „Bisher hat sich niemand negativ dazu geäußert“, so ihr Fazit.

Die Kleideiters verstehen ihr Konzept als Anregung für weitere Diskussionen über Veränderungen am See – auch mit der Politik. Überlegungen dazu hätten sie auch schon früher angestellt: „Wir wollten etwas tun, durften aber bisher nicht“, so Ruth Kleideiter.

Nach 23 Jahren Gastronomie-Erfahrung am See müssen sich Kleideiters (anders als viele andere Gastronomen) nach eigenen Angaben um die Zukunft ihres Betriebes keine Gedanken machen. Tochter Lorena studiert Hotelmanagement, will in den elterlichen Betrieb einsteigen und ihn übernehmen.

Ruth und Josef Kleideiter sind, wie sie im Gespräch mit der Redaktion deutlich machen, bereit, auf der Grundlage ihres Konzeptes die nächsten Schritte zu machen. „Vorher müssen wir aber wissen, ob die Politik unseren Überlegungen zugeneigt ist.“

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