Stimmungsvolles Miteinander von Frauen und Männern
Klangvolle Männpauer

Gronau -

Am Sonntag stellte sich der Gronauer Männerchor in neuer Form (und in neuem Outfit) in der Aula des Gymnasiums erstmals der Öffentlichkeit. Als Gast dabei: der Frauenchor Klangvoll.

Dienstag, 14.11.2017, 07:11 Uhr

Männpauer trifft auf Klangvoll: Männerchor und Frauenchor gestalteten am Sonntag in der Aula des Gymnasiums ein gemeinsames Konzert mit einem bunt gemischten Programm.
Männpauer trifft auf Klangvoll: Männerchor und Frauenchor gestalteten am Sonntag in der Aula des Gymnasiums ein gemeinsames Konzert mit einem bunt gemischten Programm. Foto: Martin Borck

„Als Carl Benz 1884 das Auto erfand – da haben wir schon sieben Jahre lang gesungen.“ Mit seinem trockenen Spruch erntete Moderator Rob Gijselaar den gewünschten Lacher. Aber er hat ja Recht: Der Männerchor Gronauer als Institution – wenn auch natürlich nicht in aktueller Besetzung – existiert seit 1877. Er feiert sein 140-jähriges Bestehen und wahrt eine lange Tradition. Jedoch: Das klassische Repertoire hat einen schweren Stand; darum hat der Chor das Projekt Männpauer gestartet, singt nunmehr dreistimmig.

Am Sonntag stellte sich der Chor in neuer Form (und in neuem Outfit) in der Aula des Gymnasiums erstmals der Öffentlichkeit. Als Gast dabei: der Frauenchor Klangvoll. Beide Gruppen werden von Dietmar Schulz geleitet. Das Repertoire, aus sie boten, war breit gefächert: Musical, Schlager, Gospel, Jazz und Pop.

Schulz hatte etlichen Kompositionen neue Arrangements und damit musikalisch mehr Pfiff verpasst – und einige witzige Effekte eingebaut: Wenn eine putzwütige Nachbarin auf dem Hexenbesen über die Bühne reitet und eine ellenlange Unterschriftenliste gegen angeblich unhaltbare Zustände im Mietshaus vorgelegt wird – ja, dann ist man in Udo Jürgens „Ehrenwertem Haus“. Das war eine von etlichen Ideen, mit denen beide Chöre das altbekannte Liedgut aufpeppten.

Mit dem schwungvollen „Ich hätt‘ getanzt heut Nacht“ aus Loewes „My Fair Lady“ eröffneten Mitglieder beider Chöre das Konzert, das mit einen Schwung, den die Männer auch beim „Ehrenwerten Haus“ zeigten; doch beim Titel „Hallelujah“ (das durch das Duo „Milk & Honey“ bekannt wurde) bedurfte es aufmunternden Klatschens des Dirigenten, die Spannung im Stück zu halten.

Die langsamen Stücke wie „Vom selben Stern“ oder „Traum der Liebe“ („Sound of Silence“) wirkten ein wenig statisch; den sich bietenden Raum für Spiel mit kontrastierenden Stimmen nutzten die Sänger umso mehr bei „Tage wie diesen“ und „Über sieben Brücken musst du geh‘n“. Ein, zwei Mal geriet der sonst souveräne Pianist Winfried Kwiotek aus dem Takt – doch der Chor kriegte die Kurve.

Seine Stärken spielte der Männerchor im Bereich leicht pathetischer Musik aus. Ob es nun Udo Jürgens‘ „Ich glaube“, der Rock-Shanty „Leinen los, volle Fahrt – Santiano 2012“ oder das „klassische“ Chorstück „Morgenrot“ von Robert Pracht war: Eine starke, zum Inhalt und Ausdruck passende Ergriffenheit kam durch, die ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlte.

Als Intermezzo boten Dietmar Schulz und Katrin Wolf als Duo „Du und Ich“ „Küsse mich tausendmal“, ein munteres musikalisches Zweigespräch dar.

Die Frauen von „Klangvoll“ zeichnete eine unbekümmerte Lockerheit aus. „Fly me to the Moon“ war ein schön swingendes Stück, das Schulz mit jazzigen E-Piano-Spiel begleitete. Bei „Amazing Grace“ fiel das gelungene Arrangement auf: ein einleitendes Spiel mit den Versatzstücken des Lieds, aus dem sich die eigentliche Melodie des Gospels herausschälte. Witzig auch die Fassung von Grönemeyers „Mambo“. Insgesamt standen 18 Titel auf dem Programm – doch ohne Zugabe kamen die Sänger nicht von der Bühne, eben das „Morgenrot“, das schon fast zum ständigen Programm des Männerchors gehört.

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