-Grens Werk: Grenzüberschreitende Zentrum zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt offiziell eröffnet
Tandemberatung für Arbeitsuchende

Gronau -

Was für ein Service: Zwei oder gar drei Berater, die sich gleichzeitig um einen Arbeitsuchenden kümmern! Das gibt’s nicht? Doch: beim „Grens-Werk“.

Montag, 20.11.2017, 19:11 Uhr

Vier Partner nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags: Rob Welten (Euregio), Tof Thissen (Generaldirektor UWV Werkbedrijf), Onno van Veldhuizen (Bürgermeister Enschede) und Johann Meiners (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Coesfeld).  
Vier Partner nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags: Rob Welten (Euregio), Tof Thissen (Generaldirektor UWV Werkbedrijf), Onno van Veldhuizen (Bürgermeister Enschede) und Johann Meiners (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Coesfeld).   Foto: Martin Borck

Das Projekt ist in den Räumen der Arbeitsagentur in Gronau angesiedelt. Ein neunköpfiges Team soll dazu beitragen, endlich die Grenze als Hindernis auszuradieren. Die Teil-Arbeitsmärkte in der Grenzregion sollen zusammenwachsen. „Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer realisieren, dass ihre Möglichkeiten nicht an der Grenze enden, dann ist Grens-Werk ein Erfolg“, ist Johann Meiners , der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld, überzeugt. Sein Bezirk hat eine 108 Kilometer lange Grenze zu den Niederlanden. Auch jenseits dieser Linie gibt es Arbeitsplätze und Arbeitnehmer – was Akteure auf dem westmünsterländischen Arbeitsmarkt aber oft auszublenden scheinen.

Um die Grens-Werk-Dienste in Anspruch zu nehmen, braucht man nicht arbeitslos zu sein: Alle Arbeitsuchenden, die sich über Möglichkeiten im Nachbarland informieren wollen, sind willkommen. „Und jeder geht hier erst raus, wenn er von A bis Z informiert ist und weiß, welche Möglichkeiten er hat“, sagt Wim Evers. Er ist von der niederländischen Arbeits- und Sozialbehörde UWV zum Grens-Werk-Team gestoßen. Er hat Zugriff auf die Daten zum niederländischen Stellenmarkt. „Die deutschen Kollegen gucken uns über die Schulter, wir bei ihnen“, sagt er. „Diese kurzen Wege bei Grens-Werk sind der große Vorteil.“ Alle Teammitglieder haben ihre Büros auf einem Flur. „Unsere Türen stehen offen“, sagt auch Michael Paskert , Evers’ Kollege von der Coesfelder Arbeitsagentur.

Herman Lammers ist Experte, wenn es um die Unterschiede in den Sozialversicherungen, bei Steuerfragen und Arbeitsrecht geht – und wie man mit ihnen umgeht. „Früher musste man mehrere Stellen aufsuchen – Euregio, UWV und/oder Arbeitsagentur. Wir machen jetzt alles an einem Ort.“ Lammers pflegt die Gespräche damit zu beginnen, was sich für die Ratsuchenden nicht verändert und was sogar Vorteile einer Arbeitsaufnahme im Nachbarland sind. Nicht, dass es keine Hindernisse gebe – doch für fast jeden erdenklichen Grenzpendler-Fall hält er detaillierte Informationen bereit.

„Die Kompetenzen sind an einem Ort gebündelt“, sagt Michael Paskert. „Experten von beiden Seiten der Grenze bieten eine Tandemberatung. Den Kunden wird viel schneller und zielführender geholfen.“ – „Alles kommt aus einer Hand und wird bei einem Kontakt abschließend geklärt“, so auch Rolf Heiber, Meiners’ Stellvertreter. „Und das Ganze ist darum viel verbindlicher“, ergänzt Peter Schildkamp von der Stadt Enschede.

Auch wenn der offizielle Startschuss erst am Montag fiel; das Team ist schon seit ein paar Wochen im Einsatz. Melanie Brueker berichtet von ersten Erfolgen: Sechs Arbeitsuchende aus Deutschland konnten beim Salathersteller Johma in Losser anfangen. „Da kommt man aus Gronau mit dem Fahrrad hin.“ Sieben weitere Interessenten waren am Montag eingeladen, sich das Unternehmen – ihren vielleicht künftigen Arbeitsplatz – anzuschauen.

Wie hoch die Zahl der Grenzpendler ist, darüber gibt es keine aktuellen Daten. In der Euregio pendelten vor fünf Jahren 11 200 Personen aus NRW über die Grenze und 1400 Personen in umgekehrter Richtung. Wie sollen die Zahlen sein, wenn das Projekt in drei Jahren ausläuft? „Je mehr desto besser“, sagt Johann Meiners. „Doch es geht weniger um Zahlen; vielmehr darum, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer querdenken und ihren Horizont erweitern.“

Profitieren soll letztendlich die gesamte Region: Junge Leute bleiben in der Region. Gut ausgebildetes Personal wiederum bietet Anreize für Unternehmen, sich in der Region anzusiedeln. „Sonst drohen wir zu einer Schrumpfregion zu werden,“ sagt die scheidende Euregio-Geschäftsführerin Elisabeth Schwenzow.

Zum Thema

In den kommenden Monaten plant Grens-Werk verschiedene Veranstaltungen, u.a. zum Thema Fachkräfte, ein Speeddating für Hotel- und Gaststättenberufe und eines für Kräfte im Hoch- und Tiefbau, eine mobile Jobbörse im Zug und Infos zum Studium und Ausbildung im Nachbarland. Die WN werden die Veranstaltungen rechtzeitig ankündigen.

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Zum Thema

Grens-Werk ist werktags von 8 bis 12 Uhr an der Bahnhofstraße 39 in Gronau zu erreichen, unter ' 02562 933429 oder per E-Mail unter Coesfeld.GrensWerk@arbeits agentur.de.

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