Förderkreis stellt Pläne vor
Kunst in der Alten Synagoge

Epe -

Der Förderkreis Alte Synagoge Epe stellte im Heimathaus seine bisherigen und die geplanten Aktivitäten vor. Auf einer Mitgliederversammlung erläuterte zunächst das aus Leipzig angereiste Künstlerpaar Lea Petermann und Kai-Hendrik Windeler kreative Ideen für eine Kunstinstallation im alten Synagogengebäude. Eine Verwirklichung, bei der auch die wechselhafte Geschichte des Gebäudes berücksichtigt würde, böte sich in den noch unrestaurierten Räumen an. Der Plan fand allgemeine Zustimmung bei den Zuhörern.

Dienstag, 21.11.2017, 09:11 Uhr

Modell der Synagoge von Willi Schultewolter (aus dem Bestand des Heimatvereins).
Modell der Synagoge von Willi Schultewolter (aus dem Bestand des Heimatvereins). Foto: privat

In der sich anschließenden Informationsrunde für den Heimatverein gab Rudi Nacke anhand von alten Bildern und Dokumenten einen Überblick über die Geschichte der Juden in Epe seit 1805, als sich die erste jüdische Familie ansiedelte. 1828 wurde der jüdische Friedhof an der Vereinsstraße für die jüdischen Gemeindemitglieder von Gronau, Epe und Nienborg angelegt. In einer Wählerliste von 1911, die in den Unterlagen des Heimatvereins aufgetaucht ist, sind die jüdischen Eperaner als Steuerzahler aufgeführt. Die Eper Synagoge wurde 1907 eingeweiht.

Als 1932 die Bürgerschützengilde St. Georgi ihr Jubiläum zum 300-jährigen Bestehen plante, gehörte der jüdische Mitbürger Julius de Witte zum sechsköpfigen Organisatorenteam unter Leitung des Präsidenten Theo Noll. Dennoch wurde 1938 in der Pogromnacht die Synagoge an der Wilhelmstraße in Brand gesteckt, Schaufenster von jüdischen Geschäften wurden zertrümmert und mehrere jüdische Mitbürger misshandelt.

In der Folgezeit diente, wie Rudi Nacke und Heinz Krabbe erläuterten, das Synagogengebäude als Feuerwehrgerätehaus, als Wohnung unter anderem für die jüdische Familie Mendel, als DRK-Heim und Altenbegegnungsstätte. Seit dem Tod des letzten Bewohners steht das Gebäude leer. Nun möchte der Förderkreis Alte Synagoge das Gebäude wieder nutzbar machen und aus ihm ein Haus der Erinnerung, des Lernens und der Begegnung machen.

Gespannt wartet nun der Verein auf die Ergebnisse der archäologischen Befunde und Gebäudeuntersuchungen des LWL. Er erwartet dadurch auch eine Antwort auf die offene Frage, ob das Gebäude ein Denkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes darstellt. In der Zwischenzeit arbeitet der Förderkreis weiter an seinem Konzept, nimmt Kontakte zu verschiedenen Institutionen auf und unternimmt Erkundungsfahrten.

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