Ermittlungen der Polizei laufen
Noch keine Spur von den K+K-Betrügern

Gronau -

Mit einem dreisten Coup erbeuteten zwei männliche Täter am Dienstag in der Hauptverwaltung der Supermarktkette Klaas+Kock eine Kiste voller Geld. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen – eine heiße Spur gibt es indes offenbar noch nicht.

Donnerstag, 21.12.2017, 15:21 Uhr
Ermittlungen der Polizei laufen: Noch keine Spur von den K+K-Betrügern
Die Täter benutzten einen schwarzen VW Bulli mit Aufklebern der seit Jahren mit den Geldtransporten beauftragten Firma und Kennzeichen aus dem Kreis Recklinghausen Foto: Polizei

Die bisher vorliegenden Hinweise sind offenbar mehr als dürftig, ermittelt wird mit Hochdruck. Nach dem Coup, bei dem am Dienstag zwei als Geldboten getarnte Unbekannte in der Hauptverwaltung der Supermarktkette Klaas+Kock eine Kiste mit Geld erbeutet haben, fahndet die Polizei weiter nach den beiden männlichen Tätern.

Hoher Ermittlungsaufwand

Dass es eine Sonderkommission gibt, konnte Danièl Maltese , Sprecher der Kreispolizei Borken, nicht bestätigen. Aber: „Wir haben uns personell entsprechend aufgestellt“, machte er deutlich, dass eine derart gelagerte Tat natürlich einen anderen Ermittlungsaufwand erfordere als ein normaler Einbruch.

„Leider nein, überhaupt nicht“, so Malteses Antwort auf die Frage, ob es nach den Presseveröffentlichungen Hinweise auf die Täter, deren Fluchtweg oder das Tatfahrzeug gebe. Zu Einzelheiten der Tat und hier insbesondere zur Frage, wie denn der Betrug kurze Zeit nach dem dreisten Coup bemerkt worden sei, machte der Polizeisprecher auf WN-Anfrage keine Angaben: „Darüber können wir zu einem späteren Zeitpunkt sicher reden, derzeit aber wollen wir aus ermittlungstaktischen Gründen keinerlei Details preisgeben“, so Maltese.

Betrug kurz nach Abfahrt festgestellt

Die beiden Täter waren – wie berichtet – am Dienstag gegen 14.30 Uhr mit einem schwarzen VW-Bulli bei der Firmenzentrale vorgefahren. Die Aufkleber am Fahrzeug entsprachen dabei denen, die die seit Jahren mit Geldtransporten beauftragte Firma nutzt. Am Fahrzeug befanden sich Kennzeichen aus dem Kreis Recklinghausen. Die Täter trugen zudem die typische Kleidung der Sicherheitsfirma und kannten offenbar die Abläufe der Geldübergabe, so die Polizei.

Mit diesem Trick gelang es den Betrügern, dass ihnen eine Geldkiste mit Einnahmen übergeben wurde. Über die Höhe der Beute machten weder die Polizei noch das Unternehmen Angaben. Unbestätigten Angaben zufolge soll es sich um einen sehr hohen Bargeldbetrag handeln. Kurze Zeit nach der Abfahrt der Täter stellte sich der Betrug heraus – der echte Geldtransporter war noch auf dem Weg zur K+K-Zentrale.

Die beiden Täter sind etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, haben einen dunklen Hauttyp, trugen kräftige schwarze längere Vollbärte und sind möglicherweise arabischer Herkunft. Beide sprachen akzentfrei Deutsch und wirkten gepflegt.

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich

Die Tat des Duos wird strafrechtlich als „Betrug“ gewertet. Nach Paragraf 263 des Strafgesetzbuchs können dafür – wenn ein Täter ermittelt wird – Geldstrafen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren (in schweren Fällen bis zu zehn Jahren) verhängt werden. Bei der Beurteilung der Schwere eines Falles spielt nicht nur die Höhe der Beute eine Rolle. Bewertet werden auch die besonderen Umstände einer Tat (Vorerkenntnisse, Durchführung der Tat, mögliche Bewaffung).

Mehr zum Thema

Dreister Betrug in K+K-Hauptverwaltung: Täter tarnen sich als Geldboten

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5374252?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nachrichten-Ticker