Türkisch-Islamische Gemeinde
Kein Zuschuss zu den Kosten für Gas, Wasser und Strom

Gronau -

Einstimmig hat der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der türkisch-islamischen Gemeinde Gronau abgelehnt. Der Verein hatte einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro für die Bestreitung von Nebenkosten (Wasser, Gas Strom) für die Fatih-Moschee erbeten

Samstag, 17.02.2018, 11:02 Uhr

Einstimmig hat der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der türkisch-islamischen Gemeinde Gronau abgelehnt. Der Verein hatte einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro für Bestreitung von Nebenkosten (Wasser, Gas Strom) für die Fatih-Moschee erbeten. Wegen des großen Zulaufs zur Moschee seien diese Kosten – vor allem die Wasserkosten infolge der Waschungen vor dem Gebet – stark gestiegen, so die Begründung. Sprecher von CDU (Burkhard John) und SPD (Matthias Wittland ) machten deutlich, dass auch keiner anderen Gemeinde Zuschüsse für religiöse Zwecke gegeben würden, die anders zu bewerten seien als etwa bauliche Zuschüsse.

Marita Wagner (Linke) hatte andere Beweggründe für die Ablehnung: Die Moschee sei eine Einrichtung des türkischen Staates. „Sollen sie sich doch an den türkischen Staat wenden, dass der ihnen Geld gibt.“ In einem weiteren Redebeitrag wurde sie noch deutlicher: In jedem Raum der Moschee hänge die türkische Fahne, gebetet werde auf Türkisch. Und vor dem Gebet gebe es ein „Loblied auf die Türkei, die Regierung und das Militär“. Durch Flüchtlinge seien in der Stadt zudem Muslime aus verschiedenen Ländern vertreten. „Die werden ausgegrenzt“, so Wagner.

Erich Schwartze (FDP) betonte, dass die Diskussion und auch die jüngst im Bauausschuss geführte Debatte über eine Erweiterung der Moschee zeige, „dass Integration bis heute nicht gelungen ist“. Der Liberale rief dazu auf, dringend den Dialog mit der türkisch-islamischen Gemeinde zu suchen. „Wir kratzen mit unserer Integration sehr an der Oberfläche“, so Schwartze. Über die Defizite, die es im Miteinander gebe, nicht zu reden, „erzeugt unnötig böses Blut“.

Das sah auch Matthias Wittland (SPD) so. Mit der Gemeinde ins Gespräch zu kommen, sei wichtig, schließlich „ist sie integraler Bestandteil der Stadt Gronau“.

Schwartze fragte in diesem Zusammenhang auch nach der Rolle des Integrationsrates: „Was macht eigentlich der Integrationsrat?“ Dessen Vorsitzender, Ibrahim Savci (CDU), betonte, dass die türkisch-islamische Gemeinde bei Antragstellungen bisher wie andere Einrichtungen unterstützt worden seien.

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