Behindertenparkplätze in Gronau und Epe
Zu viel des Guten?

Gronau/Epe -

Plötzlich standen sie da, die Schilder mit dem Rollstuhlsymbol: Zwei Parkplätze auf dem Alten Schlossplatz waren ohne Ankündigung als Behindertenparkplätze ausgewiesen. Dass beide gleichzeitig (von dazu auch berechtigten) Autofahrern belegt werden, ist eher selten. Auch rund um die Agatha-Kirche in Epe werden die vorhandenen Schwerbehinderten-Parkplätze meistens nicht genutzt, so der Eindruck, der durch Beobachtungen von Anliegern bestätigt wird. Dort stehen nicht weniger als vier Behinderten-Parkplätze zur Verfügung. Ist diese Anzahl angemessen? Wer entscheidet, wo sie eingerichtet werden?

Dienstag, 13.03.2018, 09:03 Uhr

Zwei der vier Behinderten-Parkplätze an der Agatha-Kirche.
Zwei der vier Behinderten-Parkplätze an der Agatha-Kirche. Foto: Martin Borck

Laut Straßenverkehrsordnung kommen Parkplätze für Schwerbehinderte „insbesondere dort in Betracht, wo der erwähnte Personenkreis besonders häufig auf einen derartigen Parkplatz angewiesen ist, z. B. in der Nähe von Behörden, Krankenhäusern, orthopädischen Kliniken“, lautet die Auskunft der Stadtverwaltung. Da sich im Bereich des Kirchplatzes und Hindenburgrings verschiedene Praxen befinden, seien die Schwerbehindertenstellplätze dort durchaus angebracht.

Die entsprechende Din-Norm für barrierefreies Bauen im öffentlichen Raum regelt die Anzahl der Schwerbehindertenstellplätze. Demnach sind mindestens drei Prozent der Stellplätze für Schwerbehinderte auszuweisen, um deren Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Stadt Gronau hält sich an diese Vorgaben.

Aber gleich vier Behindertenparkplätze rund um die Agatha-Kirche? Wo es zudem weitere am Amtshaus und am Parkweg gibt? Dadurch werden die Parkmöglichkeiten für Nicht-Behinderte schließlich verringert.

„Im vorliegenden Fall kam der Hinweis auf fehlende Schwerbehindertenstellplätze vom Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz“, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. „In der Regel erfolgt bei der Planung eines neuen Parkplatzes durch das zuständige Planungsbüro bzw. durch den zuständigen Fachdienst die Prüfung, wo und wie viele Schwerbehindertenstellplätze angeordnet werden. Danach erfolgt ein Anhörungsverfahren, in dem die Straßenverkehrsbehörde die vorgesehenen Schwerbehindertenstellplätze mit der Polizei, dem Ordnungsamt und dem zuständigen Straßenbaulastträger abstimmt. Infolgedessen werden die Schwerbehindertenstellplätze angeordnet.“

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