Politiker diskutierten mit Geschäftsführer, Ärztlichem Direktor und Oberarzt am Antonius-Hospital
Engpässe bei Akutversorgung drohen

Gronau -

Die Notfallambulanz des St.-Antonius-Hospitals wird von zu vielen Patienten aufgesucht, die aufgrund der Indikation eigentlich einen Hausarzt aufsuchen müssten und nicht das Krankenhaus. Das sagten Dr. Jürgen Wigger, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, und Tin Tucman, Oberarzt der Inneren Medizin, bei einem Besuch von Vertretern der Gronauer Ratsfraktionen von CDU, UWG und FDP. Sie besuchten das Hospital, um sich über den Stand der Entwicklungen am Krankenhaus zu informieren.

Samstag, 24.03.2018, 10:03 Uhr

Über die aktuelle Entwicklung des Hospitals informierten Geschäftsführer Ludger Vormann (r.), der Ärztliche Direktor Dr. Jürgen Wigger (5.v.r.) und Oberarzt Tin Tucman (2.v.r.) die Politiker von CDU, UWG und FDP.
Über die aktuelle Entwicklung des Hospitals informierten Geschäftsführer Ludger Vormann (r.), der Ärztliche Direktor Dr. Jürgen Wigger (5.v.r.) und Oberarzt Tin Tucman (2.v.r.) die Politiker von CDU, UWG und FDP. Foto: Höing

Auf entsprechende Fragen der Politiker berichteten die beiden Mediziner, dass mindestens die Hälfte der Patienten in der Notfall-Ambulanz eigentlich keine Notfallhilfe benötige. Durch die Verpflichtung, jeden Patienten versorgen zu müssen, entstünden bei der Versorgung der wirklich akut und notärztlich zu versorgenden Patienten Engpässe. Die Situation spitze sich zu und könne schon bald gefährliche Ausmaße annehmen.

Den Fraktionsvertretern wurde die Tragweite der Problematik deutlich, die auch unmittelbar im Zusammenhang mit der mangelhaften Hausarzt-Versorgung in Gronau steht. Die Politiker sind sich einig, dass der Druck hoch ist. Dieses bekämen alle Beteiligten und vor allem die Bürger mittlerweile deutlich zu spüren. Um dieses Problem anzugehen, seien unkonventionelle und kreative Lösungen erforderlich, bekräftigen alle Parteivertreter.

Geschäftsführer Ludger Vormann hatte zuvor die Teilnehmer im European Robotic Institute begrüßt und über die gute Entwicklung der Einrichtung berichtet. Seine Aussagen belegte der Geschäftsführer anhand von Leistungs- und Personalzahlen der vergangenen Jahre: Die Mitarbeiterzahl liegt aktuell bei rund 1450, Tendenz steigend. Dabei wies Vormann auf die besonderen Herausforderungen bei der Anwerbung neuer Arbeitskräfte hin. Nicht nur Mediziner seien schwierig nach Gronau zu holen; auch in anderen Bereichen des Unternehmens stünden die Türen für geeignete Mitarbeiter offen. Die Politiker wollen sich weiterhin gemeinsam für die Gewinnung von Fachkräften stark machen.

Vormann stellte laufende und geplante Bauprojekte vor. Gut entwickele sich der viergeschossige Erweiterungsbau entlang der Dinkel, der im Zeitplan liege. Auch die Planungen zum Parkhaus mit rund 350 Plätzen auf dem Gelände hinter der ehemaligen Wilhelmschule seien quasi abgeschlossen, so dass in absehbarer Zeit mit dem Bau begonnen werden könne. In Finanzierungsfragen müsse man in Zeiten fehlender Refinanzierungs- und Förderungs-Konzepte langfristig planen, zielorientiert arbeiten und neue Wege beschreiten, skizzierte Vormann.

Der Geschäftsführer berichtete von früheren Bemühungen und Konzepten zur Ansiedlung von Hausärzten im Umfeld des Krankenhauses. Das damalige Konzept sei sehr gut, aber der Bedarf sei seinerzeit noch ganz anders gewesen als heute. Vor wenigen Jahren sei das Problem der Unterversorgung zwar schon perspektivisch erkennbar gewesen; die konkreten Auswirkungen spüre man in der Gesellschaft aber erst jetzt deutlich. Was aber nicht bedeute, so Vormann, dass man nicht erneut über gemeinsame Wege nachdenken könne, wenn es entsprechende Unterstützung seitens der Politik gäbe.

Die Fraktionsvertreter zeigten sich hoch motiviert, an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Dazu wolle man bald wieder im Dialog mit dem Hospital Gespräche führen um wichtige Impulse für die Gesundheitsversorgung zu schaffen, sagte Rainer Doetkotte. Erste Ideen dazu gebe es. Die Gesprächsbereitschaft und der Wille, sich seitens der Kommunalpolitik einzubringen, sei deutlich geworden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5613938?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nachrichten-Ticker