Kundgebung
„Eine humanitäre Katastrophe droht“

Gronau -

In ganz Deutschland wurde am Samstag in zahlreichen Städten gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert – so auch in Gronau.

Montag, 26.03.2018, 06:03 Uhr

Etwa 150 Menschen solidarisierten sich am Samstag in der Innenstadt mit den Einwohnern der nordsyrischen Stadt Afrin, die von türkischen Truppen eingenommen wurde.
Etwa 150 Menschen solidarisierten sich am Samstag in der Innenstadt mit den Einwohnern der nordsyrischen Stadt Afrin, die von türkischen Truppen eingenommen wurde. Foto: Angelika Hoof

„Schluss mit dem Massaker in Afrin. Stoppt den Terror, den Terror der Türkei. Stoppt die ethnische Säuberung in Afrin“, tönte es auch in der Neustraße vor der St.-Antonius-Kirche, wo sich um 15 Uhr rund 150 Menschen zu einer Kundgebung eingefunden hatten, um friedlich auf die Missstände in Afrin aufmerksam zu machen.

Obwohl sie rund 3800 Kilometer entfernt von dem Ort des Geschehens in Syrien leben, sind sie indirekt mit dem Krieg dort verbunden. „Rund 20 Mitglieder unserer Familien stammen aus Afrin. Seit Wochen haben sie keinen Kontakt mehr zu ihren Verwandten, die sich derzeit auf der Flucht befinden“, erklärte Suat Dal , Ratsmitglied der Fraktion Die Linke.

Grund genug für die in Gronau lebenden Kurden, öffentlich ihre Solidarität mit Afrin zu zeigen und sich gemeinsam gegen die türkische Kriegspolitik im Mittleren Osten zu stellen. „Wir müssen in Deutschland den Widerstand entwickeln, da es offensichtlich ist, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren“, erklärten die Sprecher der Kundgebung.

Das wahre Ziel sei es, die kurdische Gesellschaft gänzlich auszulöschen und jeden politischen Status für sie zu verhindern. Afrin zeige klar und deutlich, dass der türkische Staat diese Politik der ethnischen Säuberung mit seinen dschihadistischen Verbündeten fortsetzen werde. „Der türkische Staatsterror und die Barbarei der verbündeten Dschihadisten finden vor der Augen der ganzen Welt statt. Hunderttausende Zivilisten sind hilflos auf der Flucht. Eine humanitäre Katastrophe droht“, mahnte Suat Dal.

Zum Ende der einstündigen Kundgebung daher der Aufruf der Teilnehmer an die Regierung, politische Parteien, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, internationale Institutionen und die internationale Gemeinschaft den flüchtenden Menschen Hilfe zu gewährleisten und nicht länger tatenlos zuzuschauen.

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