Satudarah-Mitbegründer
Michel B. wird an Niederlande ausgeliefert

Enschede/Innsbruck -

Der aus Enschede stammende Satudarah-Mitbegründer Michel B. wird nach Angaben seiner Anwältin Karin Blonk gegenüber der Tageszeitung TC Tubantia an die Niederlande ausgeliefert. Am Mittwoch war der Chef der Rockergruppe mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Klinik eingeliefert worden.

Freitag, 06.04.2018, 19:00 Uhr

Polizisten hatten unter anderem in der Vergangenheit auch in Duisburg ein Vereinsheims des Rockerclubs Satudarah durchsucht.
Polizisten hatten unter anderem in der Vergangenheit auch in Duisburg ein Vereinsheims des Rockerclubs Satudarah durchsucht. Foto: dpa

Eine entsprechende Entscheidung hat demnach in dieser Woche ein Gericht im österreichischen Innsbruck getroffen, wo der 53-Jährige seit Februar in Auslieferungshaft sitzt.

Die niederländische Staatsanwaltschaft wirft B. vor, an der Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu sein. Zudem will die Staatsanwaltschaft ihn im Zusammenhang mit einem Mord aus dem Jahre 2009 vernehmen. Michel B., der auch Anführer des Enscheder Chapters von Satudarah war, weist alle gegen Beschuldigungen von sich. Das war nach Angaben seiner Anwältin auch der Grund, weshalb B. zuletzt Rechtsmittel gegen seine Auslieferung eingelegt hat.

Am Mittwoch war der 53-jährige Chef der Rockergruppe mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Innsbrucker Klinik eingeliefert worden. Seine Anwältin bestätigte, dass ihr Klient „Beschwerden“ gehabt und sich deshalb kurzzeitig in Behandlung begeben habe. Aber er sei dennoch „sehr kämpferisch“, so Karin Blonk . Sie geht davon aus, dass Michel B. binnen zwei Wochen wieder in den Niederlanden ist.

Eigentlich sollte der in Alstätte wohnhafte B. schon lange in den Niederlanden in Haft sitzen. Er hatte sich aber seiner Festnahme – wie mehrfach berichtet – immer wieder durch Flucht entzogen. Anfang Februar wurde er schließlich im österreichischen Wintersportort Gerlos festgenommen.

Vier andere Anführer von Satudarah, denen die Justiz ebenfalls vorwirft, an der Bildung einer kriminellen Vereinigung (Satudarah) beteiligt gewesen zu sein, wurden am Freitag vergangener Woche von einem Richter in Zwolle vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Ihnen wurde allerdings vom Richter auferlegt, keinen Kontakt mit anderen Clubmitgliedern aufzunehmen. Außerdem dürfen sie sich nicht Bekleidung mit den Clubfarben in der Öffentlichkeit bewegen.

Beobachter gehen davon aus, dass Michel B. unter vergleichbaren Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden wäre, wenn er am Freitag vergangener Woche vor dem Gericht in Zwolle erschienen wäre.

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