Antrag des Heimatvereins zur Ortsbild-Gestaltung
„Nachbarschaft ist auch Eper Kulturgut“

Epe -

Der Eper Heimatverein hat das Ziel für sich klar definiert. Er möchte mit der Aufstellung von Bebauungsplänen und durch eine Gestaltungssatzung verhindern, dass sich das Eper Ortsbild weiter in negativer Weise verändert. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Bauvorhaben, die als „Flachmänner“ oder „Kästen“ in die Kritik geraten sind (WN berichteten).

Samstag, 21.04.2018, 08:04 Uhr

Heimatvereinsvorsitzender Wilhelm Kemper betonte indes jetzt im Hauptausschuss, dass es nicht darum gehe „Investoren und Bauherren unnötig Steine in den Weg zu legen“. Vielmehr werde angestrebt, durch Kooperation aller Beteiligten „möglichst tragbare und für alle zufriedenstellende Kompromisse bei der Gestaltung von Neubauten erreichen zu können“.

Erich Schwartze (FDP) machte deutlich, dass es „mit feierlichen Erklärungen“ allein nicht gelinge, das Problem zu lösen. Denn: In Innenbereichslagen ohne Bebauungsplan regle das Baugesetzbuch, dass sich ein Vorhaben einfügen müsse. „Das hat mit der Gestaltung nichts zu tun“. Einschränkungen seien da häufig mit Eingriffen in Eigentumsrechte verbunden. Hier den richtigen Weg zu finden, sei „mit ganz viel Tücke und Schwierigkeiten verbunden“, so Schwartze. Er warb dafür, mögliche Probleme im Dialog unter den Betroffenen zu regeln. Schwartze: „Nachbarschaft ist auch ein Eper Kulturgut.“

„Große Probleme in der Umsetzung“ von B-Plänen und Gestaltungssatzung sah auch Jörg von Borczyskowski. Und ein Zurück zum Ortskern mit giebel- und traufenständigen Häusern sei sicher auf diesem Weg nicht zu erreichen. Der UWG-Sprecher kritisierte in diesem Zusammenhang die Bausünden, die in der Vergangenheit in Epe begangen worden seien. Er nahm dabei auch die Generation der (teilweise anwesenden) Heimatvereins-Mitglieder in die Pflicht: „Da sind Sie alle dabei gewesen – als Eigentümer, Nachbarn, Entscheidungsträger. Gerade Ihre Generation.“ Wie Schwartze warb auch von Borczyskowski für den Dialog: „Das Gespräch ist der beste Weg“, zumal die Kommunikation in Epe immer noch stark ausgeprägt sei. Das sei allemal zielführender als auf schnelle „Verhinderungshilfen“ durch B-Pläne oder Satzungen zu setzen. Die Moderation müsse durch die Verwaltung erfolgen.

Stadtbaurat Frank Vetter betonte die Bereitschaft, solche Gespräche im erweiterten Kreis zu führen, mahnte allerdings an, dass der Dialog „auf Augenhöhe“ stattfinden müsse. Bauwillige dürften dabei nicht schon vorab als Sündenböcke abgestempelt werden. Und: „Die Gespräche können nur auf freiwilliger Basis und mit einem hohen Maß an Fingerspitzengefühl geführt werden.“ Vetter zeigte sich überzeugt, dass Bürger – wenn es ein Gestaltungshandbuch gebe – zum überwiegenden Teil bereit wären, sich an die Vorgaben zu halten. Der Rest könne über andere Festsetzungen geregelt werden.

Gabi Drees (fraktionslos) betonte die Notwendigkeit, für Veränderungen offen zu sein: „Ein lebendiges Epe bewahrt man nicht dadurch, dass man giebel- und traufenständig baut.“ Sie plädierte – unter Hinweis auf die Einlassungen von Georg Frieler in einem Leserbrief – „für Offenheit und Sensibilität“. Es gelte, die Vor- und Nachteile bestimmter Baustile gegeneinander abzuwägen. Die eigentliche Debatte über den Antrag des Heimatvereins führt demnächst der Bauausschuss.

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