Vortrag von Dr. Franz Alt
„Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht“

Gronau -

Die Energiewende ist machbar. Zahlreiche Beispiele dafür, dass die Welt sich auf einem guten Weg befindet, zeigte Dr. Franz Alt in seinem Vortrag im Rahmen der Volksbank-Vertreterversammlung auf.

Donnerstag, 17.05.2018, 07:05 Uhr

Dr. Franz Alt bei seinem engagierten Vortrag.
Dr. Franz Alt bei seinem engagierten Vortrag. Foto: Martin Borck

Die Energiewende ist machbar. Zahlreiche Beispiele dafür, dass die Welt sich auf einem guten Weg befindet, zeigte Dr. Franz Alt in seinem Vortrag im Rahmen der Volksbank-Vertreterversammlung auf. Der frühere Moderator der ARD-Politsendung „Report“ machte aber auch klar, dass es zur Energiewende keine Alternative gibt: Die Nutzung fossiler Energieträger verursache den Klimawandel. Zudem sei der Vorrat endlich. Derzeit, so Alt, würde an einem Tag so viel Kohle und Öl verbraucht, wie die Erde in einer Millionen Tagen erzeugt hat. Durch die Verbrennung steige die Konzentration an Kohlendioxid in der Atmosphäre, die Erde erwärme sich, die Meeresspiegel steigen. Klimaflüchtlinge aus Afrika und Asien machen sich auf den Weg nach Europa. „Nur Trump und die AfD bestreiten noch den Klimawandel“, sagte er. Dabei schreite die Eisschmelze drastisch voran.

„Innerhalb der nächsten 20 Jahre müssen wir das Problem lösen.“ Mit „Wir“ meinte er die Menschen in den Industriestaaten. „Wir sind das Problem.“

Die Versorgung der Menschheit mit sauberer Energie stelle den Schlüssel für alle anderen Probleme dar, so Alt. Und mit intelligenten Lösungen sei das auch zu schaffen, zeigte er sich optimistisch. „Die Sonne schickt uns schließlich 15 000 Mal so viel Energie wie wir in Deutschland brauchen. Und sie schickt keine Rechnung“, so Alt. Sie liefere im wahrsten Sinne des Wortes „himmlische Energie“.

Fortschritte bei der Energiewende seien sichtbar: „Im Jahr 2000 hatten wir fünf Prozent Ökostrom in Deutschland, 2017 waren es über 40 Prozent.“ Deutschland habe durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eine Vorreiterrolle übernommen. Doch es müsse mehr geschehen. „Deutschland ist groß beim Entwickeln und Erfinden – aber beim Umsetzen tun wir uns schwer“, nahm er Bezug auf die stockende Wende bei der E-Mobilität. „Wie kann es sein, dass die deutsche Autoindustrie nichts tut?“, fragte er. China sei viel weiter. In Taiwan habe er erlebt, dass tausende Elektro-Roller in Betrieb genommen wurden. In Deutschland dagegen habe es eine Stadt schwer, ihren Fuhrpark auf Elektroautos aus deutscher Produktion umzurüsten. Weil es nicht genug Fahrzeuge gibt.

Ein noch höherer Anteil an Sonnenenergie bei der Stromproduktion sei möglich. „Die Sonne scheint auf jedes Dach. Architekten müssen lernen, wo Süden ist“, meinte Alt. Er stellte zahlreiche positive Beispiele aus aller Welt vor, wie moderne Architektur mit Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie Hand in Hand gehen.

Neben der Erzeugung von sauberer Energie sei ein effizienterer Umgang nötig: „Nur ein Prozent der Häuser in Deutschland wird jährlich gedämmt. Es müssten drei Prozent sein.“

Alt vermisst in Deutschland den notwendigen Schwung. „Wo bleibt die Lust auf Zukunft?“, fragte Alt. „Noch lässt sich das Schlimmste verhindern.“ Und das zu Kosten, die geringer seien als die, die für die Folgen des ungebremsten Klimawandels zu zahlen wären.

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