Premiere auf der Freilichtbühne
Drachen, Gags und Bilderbuchkulisse

Bad Bentheim -

Es war ein Start, wie die Bad Bentheimer Freilichtspiele ihn sich nicht besser hätten wünschen können: Strahlender Sonnenschein und ein gut gelauntes Publikum. Die Premiere von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gelang.

Donnerstag, 24.05.2018, 15:16 Uhr

Turbulentes Treiben vor schöner Kulisse: Die Premiere von „Jim Knopf“ auf der Freilichtbühne Bad Bentheim ist gelungen.
Turbulentes Treiben vor schöner Kulisse: Die Premiere von „Jim Knopf“ auf der Freilichtbühne Bad Bentheim ist gelungen. Foto: Stephan Konjer

Ein übel gelaunter, fauchender Drache, ein Scheinriese, der alles andere als unheimlich ist und eine schwimmende Lokomotive, dazu Lieder, die ins Ohr gehen, witzige Gags, eine Bilderbuchkulisse und ein bunter Kostümreigen: Das Musical von Christian Berg (Musik: Konstantin Wecker) nach dem Buch von Michael Ende und mit Gudrun H. Lelek als Regisseurin strotzt vor originellen Einfällen und lässt keine Langeweile aufkommen. Mit flottem Mundwerk führte der Erzähler (Kompliment an Birgitta Dietz, die außerdem König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte verkörperte) in die Geschichte ein und beschrieb die Ankunft von Jim Knopf auf der Insel Lummerland. Die ist sehr klein, und schon bald befürchtet der König, dass seinen Bürgern Platznot drohen könnte. Er beschließt, dass die Lokomotive von Lukas dem Lokomotivführer sein Reich verlassen muss.

Natürlich will Lukas seine Emma nicht im Stich lassen. Als Jim das erfährt, drängt er darauf, seinen großen Freund zu begleiten. Von Anfang an gelang es Dietz, die Zuschauer zum Mitmachen zu motivieren und in das Spiel einzubinden.

In der Szene, in der Jim und Lukas sich in der Wüste verfahren, übernahmen die Zuschauer die Rolle der Fata Morgana und stimmten lauttönend illusionäre Kirchglocken und das Gekrächze von Geiern an, auch als „Mund des Todes“ vor der Drachenstadt lieferte das Publikum einen überzeugenden Einsatz.

Viele kleine Sketche wie die Bahnhofsansage zu Beginn „Zum IC-Express nach Bad Bentheim. Achtung, der Zug fährt ohne Halt nach Schüttorf“ und verbale Stilblüten wie die „gerösteten Stinkmorcheln mit hundertjährigen Eiern“ oder „Pferdeäpfel in Schokosoße“ sorgten für Lacher.

Einen Heidenspaß bereitete Helmut Peter Hader als chinesischer Wachmann mit piepsiger Stimme, während der Bonze mit der Frage „Was ist euel Begehl“ das Klischee vom Chinesen, der kein „R“ sprechen kann, auf die Spitze trieb. Lukas und Jim gewinnen die Gunst des Kaisers als sie versprechen, seine entführte Tochter Li Si aus der Drachenstadt zu befreien. Der kleine Halbdrache Nepomuk eroberte sich prompt die lautstarke Zustimmung der Kinder, als er von seiner Vorliebe für das Schmutzigsein erzählt und sie auffordert, sich nie wieder zu waschen.

In der Drachenstadt begegnet Jim Frau Mahlzahn und erfährt das Geheimnis seiner Herkunft. Auch er war einst von Piraten mit dem Namen „Wilde 13“ geraubt worden. Statt bei dem Drachen in Kummerland landete er in seinem Paket jedoch versehentlich auf der Insel Lummerland, wo er von Frau Waas aufgenommen wurde.

Als Drache verkleidet hat Emma im Finale ihren großen Auftritt. Von Lukas gesteuert besiegt sie Frau Mahlzahn. Ende gut, alles gut: Prinzessin Li Si und die anderen Kinder werden befreit und die beiden Helden kehren zusammen mit Emma zurück nach Lummerland, wo Lukas seinem jungen Freund die kleine Lokomotive Molly, Emmas Kind, schenkt. Aus Dankbarkeit verspricht außerdem der Kaiser dem tapferen Jungen seine Tochter zur Frau.

Neben den genannten Protagonisten trugen noch viele andere zum Erfolg der Aufführung bei, unter anderem Inge Brillemann (musikalische Leitung) und Dominique Schölling (Choreographie), ein quirliges Bühnenvolk und viele gute Geister im Hintergrund.

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Neben dem Kinderstück „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gibt es auch wieder ein Erwachsenenstück. „Das Wirtshaus im Spessart“ feiert am 9. Juni um 20.30 Uhr Premiere.   | freilichtspiele-badbentheim.de

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