Konzession schon 2014 erteilt
SGW will auch in Enschede Salz fördern

Gronau/Ahaus/Enschede -

Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) plant, auch in Enschede Salz zu fördern. Beim niederländischen Wirtschaftsministerium ist bereits vor sieben Jahren eine entsprechende Konzession beantragt worden, die 2014 bewilligt wurde. Demnach darf die SGW in einem Gebiet von etwa sechs Quadratkilometern Salz abbauen. 

Dienstag, 29.05.2018, 07:00 Uhr

Einer der Bohrplätze der SGW im Amtsvenn.
Einer der Bohrplätze der SGW im Amtsvenn. Foto: Klaus Wiedau

Das Areal grenzt direkt an das Fördergebiet auf deutscher Seite an. Der Beginn einer Fördertätigkeit liegt allerdings noch in weiter Ferne: „Vor der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre dürfte sich dort nichts tun“, so Stefan Meyer , der zuständige Markscheider der SGW, auf Anfrage der WN .

Die SGW hatte die Konzession beantragt, um sich die Förderrechte gegenüber eventuellen Konkurrenten zu sichern. Die Konzession beinhaltet keine konkreten Baugenehmigungen, so Meyer. Da es seit der Konzessionsvergabe 2014 keine Aktivitäten seitens der SGW gegeben hat, sei die niederländische Bergbaubehörde kürzlich an die SGW herangetreten, um deren Absichten zu eruieren. Es solle nämlich vermieden werden, dass Unternehmen Konzessionen lediglich „auf Halde“ haben, die Rechte aber nicht wahrnehmen.

Konkret will die SGW als erstes in dem betroffenen Gebiet Messeinrichtungen installieren, mit denen eventuelle Bodenabsenkungen beobachtet und registriert werden können. In diesem Zusammenhang wurde auch Kontakt zu der Stadtverwaltung Enschede aufgenommen. Dort fiel man allerdings aus allen Wolken: Man hatte von der Konzession und den Plänen der SGW überhaupt keine Kenntnis. „Wir waren völlig perplex“, so der zuständige Dezernent Hans van Agteren gegenüber dem Twentsche Courant Tubantia. „Wir sind über den Vorgang, soweit wir wissen, niemals informiert worden. Nicht von der SGW, aber auch nicht vom Wirtschaftsministerium .“

Die Provinz Overijssel wurde seinerzeit zwar vom Wirtschaftsministerium um Informationen gebeten; aber auch Zwolle setzte die Stadt Enschede nicht in Kenntnis. Formell sei das auch nicht notwendig, gibt van Agteren zu. „Aber man kann sich natürlich schon fragen, ob Staat und Provinz uns nicht doch hätten informieren sollen“, sagte er in Anspielung auf die Lecks in Leitungen des ebenfalls Salz fördernden Unternehmens Akzo-Nobel rund um Enschede sowie die Diskussion um die Lagerung von Erdöl in den unterirdischen Kavernen. Zumal es 2014 in Epe zu dem Zwischenfall gekommen war, bei dem dort gelagertes Erdöl aus einer Kaverne der SGW ausgetreten war.

Seitens der SGW gibt es keine Bedenken gegen die Einbeziehung der Öffentlichkeit, zumal die Gesetze die Information der Bürger ja sowieso vorsehen. Die SGW will sich und ihre Absichten nun erst einmal bei der Stadtverwaltung in Enschede vorstellen – auch wenn die Planungen derzeit noch sehr unkonkret sind. Noch werden geologische Daten ausgewertet, um die Mächtigkeit der Salzschicht auszuloten.

„Wenn die SGW in dem Gebiet in Enschede Salz abbaut, werden wir die Bohrungen ausschließlich auf niederländischer Seite durchführen und dort Kavernen anlegen“, sagt Meyer. Die theoretische Möglichkeit, über Horizontalbohrungen von Deutschland aus die unterirdischen Salzlager anzuzapfen, komme nicht in Betracht. „Die Strecken für Horizontalbohrungen sind begrenzt. Außerdem würde eine grenzüberschreitenden Bohrung behördlicherseits nicht gerne gesehen“, sieht er Genehmigungsprobleme voraus.

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