Krause beantragt Eintragung in Denkmalliste
Prozessionskapelle erhalten

Gronau -

Seit Jahrzehnten dämmert sie im Dornröschenschlaf vor sich hin, jetzt will die Fraktion „Pro Bürgerschaft/Piraten“ sie aufwecken: Herbert Krause hat bei der Stadt (Untere Denkmalbehörde) den Antrag gestellt, die Prozessionskapelle am gleichnamigen Prozessionsweg unter Denkmalschutz zu stellen.

Montag, 25.06.2018, 07:58 Uhr

Versteckt hinter Bäumen und Büschen fristet die Markenfort-Wegekapelle am Prozessionsweg ihr Dasein. Herbert Krause setzt sich dafür ein, dieses Sinnbild volkstümlichen Glaubens unter Denkmalschutz zu stellen.
Versteckt hinter Bäumen und Büschen fristet die Markenfort-Wegekapelle am Prozessionsweg ihr Dasein. Herbert Krause setzt sich dafür ein, dieses Sinnbild volkstümlichen Glaubens unter Denkmalschutz zu stellen. Foto: Herbert Krause

Seit Jahrzehnten dämmert sie im Dornröschenschlaf vor sich hin, jetzt will die Fraktion „Pro Bürgerschaft/Piraten“ sie aufwecken: Herbert Krause hat bei der Stadt (Untere Denkmalbehörde) den Antrag gestellt, die Prozessionskapelle am gleichnamigen Prozessionsweg unter Denkmalschutz zu stellen. Das Thema, so Krause, soll zudem auf die Tagesordnung des Bauausschusses am 2. Juli gesetzt werden.

Bei der Kapelle handle es sich um ein Zeichen volkstümlichen Glaubens. Sie zeuge „vom Ausdruck der Gläubigkeit und der Gottverbundenheit“. Derartige Wegekapellen „wurden und werden auch weiterhin als Stätten der Besinnung und des Gebetes genutzt“, so Krause in seinem Brief an die Stadt.

„Alle Kapellen und Bildstöcke haben ihre eigene Geschichte: ein persönliches Glaubensbekenntnis, ein Familienereignis, das Kriegsgeschehen, die Fronleichnamsprozession sind nur einige Beispiele für die Anlässe, die zur Stiftung dieser steinernen Glaubensbezeugnisse führten“, zitiert Krause aus dem Buch „800 Jahre Kirchengeschichte im Raum Gronau/Epe“.

In diesem Werk ist auch die „Markenfort-Kapelle“ explizit beschrieben. Sie wurde demnach vom Hofbesitzer Heinrich Markenfort 1883 in Dankbarkeit für die Geburt eines Hoferben als neugotische Sakramentskapelle errichtet. Die Kapelle wurde viele Jahre im Wechsel mit Christus- und Marienstatuen geschmückt, die jedoch – so heißt es im Buch – oft beschädigt worden seien. 1981 wurde die Kapelle von der Familie Hermann Markenfort renoviert. Damals wurde in der Kapelle eine Marienstatur aufgestellt, die 1914 von Eisenbahnern für die neuerrichtete St.-Antonius-Kirche gestiftet worden war. Später wurde diese Statue zum Hof Schünemann überführt.

Dass Herbert Krause sich ausgerechnete jetzt für den Schutz der Kapelle einsetzt, hängt damit zusammen, dass die Stadt durch den Kauf der Markenfort- Grundstücke im Bereich der Gildehauser Straße auch Eigentümerin der Wegekapelle geworden ist. Herbert Krause beantragt daher die Rettung und den Erhalt der Kapelle. Gleichzeitig soll damit sichergestellt werden, dass der rings um die Kapelle vorhanden schützenswerten Wald auf Dauer erhalten bleibt, so der Politiker gegenüber den WN.

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