WN-Redakteur testet Elektroauto
Eine andere Art des Pendelns

Gronau -

Bei der Heimfahrt über die Autobahn stellt sich natürlich die Frage, ist das Elektroauto für weitere Strecken geeignet? Die Antwort ist ein deutliches „Ja“ mit einem kleinen „aber“ – man muss seinen Fahrstil daran anpassen.

Dienstag, 26.06.2018, 10:40 Uhr

Das schon gewachsende Netz von Schnellladestationen ermöglicht es, an Autobahnraststätten zügig wieder Strom in den Akku zu bekommen. Bezahlt wird einfach über das Smartphone.
Das schon gewachsende Netz von Schnellladestationen ermöglicht es, an Autobahnraststätten zügig wieder Strom in den Akku zu bekommen. Bezahlt wird einfach über das Smartphone. Foto: Guido Kratzke

Thomas Effing hatte es mir bei der Fahrzeugübergabe noch einmal deutlich gesagt: „Mit einen Elektro-Auto sollte man anders fahren als mit einem Verbrenner.“ Auf der A 31 kommen mir seine Worte wieder in Erinnerung. Bei freier Fahrt und schwerem Gasfuß kann man im unteren Bereich des Armaturendisplays die Reichweite schmelzen sehen, die aktuelle Verbrauchsangabe steht auf maximal. „Aber wann, kommt es mir in den Sinn, kann man schon Vollgas fahren?“ Aber auch bei Tempo 130 und zwischenzeitlichen Überholmanövern nähert sich der Verbrauch dem Wert von 20 kW auf 100 Kilometern – und der Akku müsste nach 200 Kilometern wieder aufgeladen werden.

Ein paar Minuten mehr Fahrzeit einplanen

Ein paar Minuten mehr Fahrzeit einplanen, das Tempo auf 100 bis 120 km/h drosseln kann da die Lösung sein. Mitschwimmen und damit Reichweite gewinnen lautet die Devise. Und die längere Fahrzeit wird mit kürzeren Ladestopps vergolten.

Navi zeigt Weg zur nächsten Ladestation

Den Weg zur nächsten Station zeigt auf Wunsch nicht nur das Navi im Auto an. Mit der passenden App auf dem Handy, Plugsurfing hatte mir der Inhaber des Gronauer Autohauses bei der Fahrzeugübergabe empfohlen, bekomme ich noch detaillierte Infos – und entscheide mich für die Autobahnraststätte Bottrop-Süd, an der sich eine Ladesäule mit gleich drei verschiedenen Steckersystemen befindet. Ich benötige zum Schnellladen den CHAdeMO-Standard, der in gut 25 Minuten dafür sorgt, dass ich von meiner Tour im Ruhrgebiet nicht nur problemlos ins Münsterland zurückkomme, sondern auch noch eine kleine Reserve erhalte. Für 7,95 Euro hätte ich den Akku auch ganz voll laden können, aber meine Zeit ist mir zu kostbar, um sie auf dem Parkplatz zu verbringen. Und in der Garage kann der Akku über Nacht ganz in Ruhe wieder aufgefüllt werden.

Bei der gemütlichen Heimfahrt stellt sich natürlich die Frage, ist das Elektroauto für weitere Strecken geeignet? Die Antwort ist ein deutliches „Ja“ mit einem kleinen „aber“ – man muss, wie eingangs empfohlen, seinen Fahrstil daran anpassen.

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