Feuer in Gronau unter Kontrolle
Großbrand – der Morgen danach

Gronau -

Auch mehr als zwölf Stunden nach Ausbruch des Brandes ist am Samstagmorgen die Asche an der Brookstraße nicht kalt. Aus der Brandstelle des ehemaligen Aldi-Marktes steigt feiner Rauch aus den Trümmern in den blauen Himmel. Verbogene Stahlträger und herunter gestürzte Blechplatten sind stumme Zeugen der Wucht, mit der der Brand gewütet hat.

Samstag, 30.06.2018, 10:05 Uhr

Auch am Morgen danach dauern die Löscharbeiten am ehemaligen Aldi-Markt an der Brookstraße an. Die ganze Nacht über waren Feueerwehrleute im Einsatz.
Auch am Morgen danach dauern die Löscharbeiten am ehemaligen Aldi-Markt an der Brookstraße an. Die ganze Nacht über waren Feueerwehrleute im Einsatz. Foto: Klaus Wiedau

„Das Feuer ist unter Kontrolle, aber es gibt noch einzelne Stellen, an denen es kokelt“, beschreibt Einsatzleiter Tobias Benkhoff die Morgenlage. Die auf dem Dach installierte Photovoltaik-Anlage haben die Löscharbeiten erschwert. „Das ist wie ein Dach auf dem Dach, Du kommst nicht an den eigentlichen Brandherd heran“, erklärt er. Aus zwei Wasserwerfern schleudern Feuerwehrleute am Samstag in der Frühe immer noch ein Wasser-Schaum-Gemisch in die Reste der rund 20 mal 40 Meter großen Halle.

Um 7.30 Uhr hat Benkhoff noch mal Alarm ausgelöst. Erst kurz zuvor war die 20-köpfige Nachtwache – Feuerwehrleute aus Gronau und Heek – abgerückt. Während der Nachtstunden hatte das Gronauer THW zudem die Brandstelle ausgeleuchtet. Massiv setzte die Wehr ab 22 Uhr Schaum ein als Löschmittel – auch um den hohen Wasserverbrauch aus dem städtischen Netz zu reduzieren.

Das Ausmaß des Feuer wird sichtbar

Das ganze Ausmaß des Feuers wird an dem kleinen Bündel Hab und Gut deutlich, das ein 30-jähriger Rumäne am Morgen aus der Wohnung seines Bruders holt. „Komm gucken“, sagt er. Die Wohnung liegt im Erdgeschoss, es riecht nach Rauch. Eine unmittelbar an die Brandstelle grenzende Mauer ist noch warm und in einer Ecke schwarz vom Brand. Die Familie hat mit Aufräumarbeiten begonnen. Feuerwehrleute haben am Tag zuvor ein Fenster eingeschlagen, um Hund und Katze in Sicherheit zu bringen.

Großbrand – der Morgen danach

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  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Feuerwehr Gronau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Feuerwehr Gronau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Feuerwehr Gronau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Feuerwehr Gronau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau
  • Auch am Morgen nach Ausbruch des Großbrandes ist die Feuerwehr noch im Einsatz. Jetzt wird das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar. Drohnenbilder zeigen die Brandstelle von oben. Foto: Klaus Wiedau

Einen 56-Jährigen, der bei seiner Freundin in einer der – völlig zerstörten – oberen drei Wohnungen lebt, hat es kalt erwischt: „Ich bin gestern von der Arbeit aus Köln gekommen und direkt zu einem Freund gefahren“, erzählt er. Als er sich nachts um ein Uhr mit der Taxe nach Hause bringen lassen will, sagt ihm die Fahrerin, was passiert ist. „Uwe, da kannst Du nicht hin, hat sie gesagt.“ Geschlafen hat er bei dem Freund auf der Luftmatratze. Jetzt steht er vor den Trümmern des alten Aldi-Marktes: „Es ist alles hin. Ich hab nur noch das, was ich grade anhab.“ Wie geht es weiter? „Weiß ich nicht!“

„Kein Strom, keine Kasse“, bringt der 50-jährige Besitzer des im Bereich der Brandstelle liegenden Geschäfts für Angelbedarf auf den Punkt, warum das Geschäft geschlossen ist, obwohl die Ladentür weit offen steht: „Zum lüften“, so der Niederländer. Schäden durch Wasser und Rauch hat er. Und die Maden für die Angler haben die Nacht im warmen Kühlschrank wohl auch nicht überlebt. . .

Untersuchung steht noch aus

Ein Lebensmittelladen, der zwar an der Steinstraße liegt, aber direkt an den alten Aldi angrenzt, hat die Feuerwehr schon kurz nach Brandausbruch wegen der Rauchentwicklung schließen lassen. „Den haben wir aber gehalten“, sagt Benkhoff. Dort gebe es kaum Schäden.

Auch Rainer Hoff vom Ordnungsamt ist am Samstagmorgen schon wieder an der Brandstelle. Er hat sich am Tag zuvor nicht nur um die unmittelbar vom Brand betroffenen Bewohner gekümmert. „Daneben mussten auch drei weitere Familie angrenzender Wohnungen versorgt werden, die wegen der starken Rauchentwicklung nicht dort bleiben konnten“, sagt er. Zwei kamen bei Bekannten unter, eine Familie vorübergehende in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft. Eine der Betroffenen – „eine Afrikanerin mit einem Säugling“ – fand er weinend auf dem Bürgersteig sitzend in einer nahen Wohnstraße. „Die war völlig verzweifelt.“ Mit Hilfe eines Dolmetschers gelang es, die Situation zu klären.

Klären muss jetzt die Polizei noch, wie es zu dem Brand kam. Ermittler waren am Freitag zwar an der Brandstelle, die eigentliche Untersuchung steht aber noch aus. Auch zur Schadenshöhe gibt es noch keine Angaben.

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