Burgerbusverein auf Tour
Leben wie vor 100 Jahren

Gronau -

Einen informativen Tagesausflug nach Leer, Gandersum und Boekzetelerfehn unternahmen jetzt die Mitglieder des Bürgerbusvereins Gronau und Epe.

Donnerstag, 12.07.2018, 09:20 Uhr

Bei einer Stadtführung durch Leer erfuhren die Ausflügler unter anderem, dass die historische Altstadt durch eine starke Bürgerbewegung vor dem Abrissbagger gerettet wurde.
Bei einer Stadtführung durch Leer erfuhren die Ausflügler unter anderem, dass die historische Altstadt durch eine starke Bürgerbewegung vor dem Abrissbagger gerettet wurde. Foto: privat

Einen informativen Tagesausflug nach Leer, Gandersum und Boekzetelerfehn unternahmen jetzt die Mitglieder des Bürgerbusvereins Gronau und Epe. Erste Station war Leer, wo eine sachkundige Führung durch die 23 000-Einwohner-Stadt auf dem Programm stand. Durch die Altstadt, die durch eine starke Bürgerbewegung vor dem Abrissbagger gerettet werden konnte, ging es zum Rathaus und zur Mennoniten-Kirche (deren Pfarrer auch für die Gronauer Gemeinde zuständig ist).

Wissenswertes aus der Welt über und unter Wasser vermittelte danach ein auskunftsfreudiger Kapitän bei einer Hafenrundfahrt. Nach der individuellen Stadterkundung führte die Fahrt weiter ins Moormerland. 1973 per Gesetz entstanden, besteht die Gemeinde heute aus elf Dorfgemeinschaften mit zusammen 23 000 Einwohnern. Bis heute wartet die Kommune auf die Verleihung der Stadtrechte. Das Emssperrwerk (476 Meter lang) in Gandersum beeindruckte danach die Gruppe. Einerseits trägt das umstrittene Bauwerk zum Küstenschutz bei, andererseits ermöglicht es das Aufstauen der Ems zur Überführung der großen Kreuzfahrtschiffe aus der Papenburger Meyer-Werft.

In Boekzetelerfehn (755 Einwohner) öffnete sich dann das Gulfhaus von Herbert Krause (Vorsitzender des Bürgerbusvereins) für die Besucher aus Gronau. Die Gäste erfuhren dort von Richard Buse und Stefan Haseborn, dass sich Vertreter des Arbeitskreises „Unser Dorf hat Zukunft“ um einen Teil des großen Grundstücks kümmern. Die Bewirtschaftung und Nutzung der Fläche, auf der es unter anderem eine Streuobstwiese mit 120 Bäumen alter Obstsorten, Insektenhotel und Bienenstadt gibt, ist vertraglich mit Grundstückseigentümer und Gemeinde geregelt. Das Projekt ist als Sieger aus einem Wettbewerb in der Region hervorgegangen.

Eine Besichtigung des Gulfhauses – der Begriff steht für ein norddeutsches Bauernhaus, im konkreten Fall mit drei Heuflächen ringsum – machte anhand von Einrichtung, Werkzeug und Geräten deutlich, wie die Menschen vor 100 Jahren in der Landwirtschaft gelebt und gearbeitet haben. Herbert Krause hat das Haus 1996 erworben und seitdem in aufwendiger Eigenleistung und mit Unterstützung von Handwerkern fach- und denkmalgerecht so wiederhergestellt, wie es im vermutlichen Jahr der Entstehung – 1904 – ausgesehen haben muss.

Den Ausklang ihrer Tagesfahrt erlebten die Ehrenamtlichen des Bürgerbusvereins Gronau-Epe dann in der „Alten Schune“. Und hier hatte Krause noch eine aktuelle Zahl parat: Im Monat Juni hat der Bürgerbus mit insgesamt 557 Fahrgästen erstmals die 500er-Marke geknackt.

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