Lindenberg-Statue kehrt zurück auf den Sockel
Udo kommt unter‘n Lötkolben

Gronau -

Keine Panik, Gronauten! Udo kehrt zurück auf seinen Sockel. Aber vorher kommt die Statue der Nachtigall unter den Lötkolben, um die Risse im Material zu flicken.

Mittwoch, 18.07.2018, 22:19 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.07.2018, 22:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 18.07.2018, 22:19 Uhr
Nur ein Fußabdruck blieb von der kleinen Udo-Statue, der Rest wurde gestohlen. Die große Statue kehr zurück auf den Sockel, sobald Udo geflickt worden ist.Im Moment ruht sie auf dem Bauhof, soll aber nach der Sommerpause wieder auferstehen: die Udo-Lindenberg-Statue.
Nur ein Fußabdruck blieb von der kleinen Udo-Statue, der Rest wurde gestohlen. Die große Statue kehr zurück auf den Sockel, sobald Udo geflickt worden ist.Im Moment ruht sie auf dem Bauhof, soll aber nach der Sommerpause wieder auferstehen: die Udo-Lindenberg-Statue. Foto: Klaus Wiedau

Keine Panik, Gronauten! Udo kehrt zurück auf seinen Sockel. „Nach der Sommerpause wird Udo wieder aufgebaut.“ Diese „gute Botschaft“ verkündete am Mittwoch Stadt-Pressesprecher Raimund Weber. Im Gespräch mit den WN machten Weber, Stadtbaurat Frank Vetter, André Homölle (Fachdienst Tiefbau, Stadtgrün, Verkehr) und Guido Blum (Udo-Fankreis „Syndikat L.“) deutlich, dass nach dem aktuellen Stand der Prüfungen die Risse in der Lindenberg- Statue im Wege eines Lötverfahrens repariert werden können. Weber: „Das ist nicht mit Riesenkosten verbunden und auf kurzem Wege zu tun.“

Allerdings: Die Arbeiten müssen von einem Metallfachunternehmen durchgeführt werden. Und vorher werden auf Veranlassung der Stadt noch Zugproben mit Teilen des Udo-Materials genommen, um die Standfestigkeit zu prüfen. Sollten die Tests positiv ausfallen, wird Udo gelötet. Ansonsten gibt es Überlegungen, die Statue auszusteifen – und zwar mit einer Kombination aus einem Stahlträger und Fließmörtel im Inneren. Doch das ist noch Plan B. Stadtbaurat Frank Vetter: „Der Gutachter empfiehlt das Lötverfahren.“

Die große Lindenbergstatue wartet derzeit auf dem Bauhof auf eine Reparatur. Risse im Material sollen mit dem Lötkolben geflickt werden.

Die große Lindenbergstatue wartet derzeit auf dem Bauhof auf eine Reparatur. Risse im Material sollen mit dem Lötkolben geflickt werden. Foto: Klaus Wiedau

Klarheit hat die Stadt im Zuge der Schadensuntersuchung auch über das Material erhalten, aus dem die Statue besteht. Pressesprecher Weber: „Es handelt sich um eine hochwertige Kupfer-Zinklegierung, die lötbar ist, aber nicht geschweißt werden kann.“ Auf Nachfrage machte der Stadtbaurat klar, dass es sich „nach den strengen Regeln nicht um eine Bronzestatute handelt, wohl aber um ein hochwertiges Material – das mag umgangssprachlich Bronze sein.“ Und Raimund Weber ergänzte: „Im Volksmund und unter Künstlern wird auch das als Bronze bezeichnet, was streng nach DIN-Norm keine Bronze ist.“ Das „Syndikat L.“ hat die Statue nach Blums Angaben über einen Lieferanten aus Brüssel bezogen.

Die Untersuchungen der Statue wurden nach der Feststellung des Schadens durch die Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH in Münster durchgeführt, die für weitere Untersuchungen Materialprüfer einschaltete.

Rückkehr auf den Sockel

Sollte sich nach den anstehenden Zugprüfungen das Lötverfahren als geeignete Sanierungsmethode herausstellen, wird der Lindenberg-Fanclub „Syndikat L.“, der vor drei Jahren die Aufstellung der Statue initiierte, alle weiteren Schritte für Udos Rückkehr auf den Sockel veranlassen und die Kosten dafür tragen. Weber: „Die kümmern sich dann um die fachgerechte Ausführung der Lötarbeitern und die verkehrstechnisch korrekte Wiederaufstellung.“ Dass dieses Engagement des Syndikats L. erfolgt, bezeichnete der Stadtbaurat als „ausgezeichnet“. Und Guido Blum bestätigte: „Gronau bekommt seinen Udo zurück“.

Dass das Verfahren einige Zeit ins Anspruch genommen hat, begründete André Homölle mit dem Hinweis darauf, dass sich die Suche nach einem für die Untersuchung geeigneten und kurzfristig verfügbaren Statiker als sehr aufwendig herausgestellt habe. Homölle sprach von fast zwei Dutzend Anfragen, ehe er eine Zusage bekommen habe.

Das Happy End um Udo vor Augen sind alle Anstrengungen zweitrangig, wie Weber betont: „Das Ergebnis ist gut, die Statue aus gutem Material, sauber zu bearbeiten und bald wieder standsicher auf dem Sockel.“ Auch den echten Udo wird‘s freuen!

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